Über fünfzig Jahre hat Udo Jürgens den deutschen Schlager – oder besser – die deutschsprachige #Musik, geprägt. So wie Udo in seinem letzten Konzert in Zürich aufgetreten ist, hat wohl niemand auch nur irgendeinen Zweifel gehabt, dass er noch viele Jahre auf der Bühne stehen wird. Am 7. Dezember 2014 ist für Udo Jürgens der letzte Vorhang gefallen – das ZDF zeigt dieses denkwürdige Konzert am 8. Juli 2015 um 20:15 Uhr. Das Konzert wird in der Nacht auf Donnerstag um 1:30 Uhr wiederholt.

Nachbrenner

Umweltschutz war noch nicht das große Thema – da sang schon Udo Jürgens den Titel „5 vor 12“. Zunächst kein großer Hit – im Laufe der Jahre wurde er aber immer populärer.

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„Ich glaube“ - ein humanistisches Glaubensbekenntnis von Udo Jürgens, ist ein Beispiel aus jüngeren Jahren, wie ein Lied nach und nach sich im Musikrepertoire als Standard etabliert hat. Udo Jürgens ließ auch nicht locker – selbst wenn der Erfolg sich nicht gleich eingestellt hat. „Sag ihr, ich lass sie grüßen“ oder „Warum nur, warum“ belegten zwar Spitzenplätze beim Song Contest – aber erst mit dem dritten Versuch mit „Merci, cherie“ gelang der Sieg. Trotzdem hatte man den Eindruck, dass es für Udo Jürgens nicht so wichtig war, ganz oben zu stehen. Immer wieder hat er versucht ausgetretene Pfade zu verlassen. Mit „Indra“, vielleicht seine schönste Komposition, kamen erstmals symphonische Elemente in seine Musik. Extrem wichtig war ihm aber sicher der Kontakt zum Publikum – das dokumentiert das Konzert in Zürich ganz besonders.

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Alles Schlager?

Immer wieder hat Udo Jürgens die Anhänger des, wenn man so will, klassischen deutschen Schlagers bedient. Die ersten Titel eher überwiegend nachdenklich und leise, zwischendurch aber immer wieder Nummern wie „Anuschka“ oder „Der Teufel hat den Schnapps gemacht“. Zeltfeststimmung – allerdings ging Udo nie unter ein bestimmtes Niveau. Natürlich sind seine Fans auch zu den Konzerten gekommen, um die „alten“ Titel zu hören. Auch im letzten Konzert fehlt praktisch keiner der großen Erfolge – meist in Medley-Form. In erster Linie hat er aber Lieder gesungen, die in den letzten Jahren entstanden sind. Ganz große Hits waren nicht mehr dabei – trotzdem hat man nie das Gefühl, dass das Publikum auf die Hits und Zugaben wartet. Es gibt aber auch für Udo-Fans einen ganz heißen Tipp Udo Jürgens von einer, zumindest zum Teil, unbekannten Seite zu erleben. Mit der CD-Edition „Lieder, die im Schatten stehen“ hat sich Udo Jürgens selbst ein großes Denkmal geschaffen. Fernab von den sehr populären Titel bekommt der Zuhörer eine Idee, welch großartiger Texter und Komponist Udo Jürgens gewesen ist.

Foto: Blaues Sofa, Club Bertelsmann - flickr.com



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