Oren Peli und Paranormal Activity

Oren Peli zeigte schon im Jahr 2007, wie man mit einem Budget von 15.000 US Doller ein Multimillionen Franchise auf die Beine stellt, spielte doch die sich nach wie vor großer Beliebtheit erfreuender Reihe Paranormal Activity schon mit dem ersten Teil über 200 Millionen Dollar ein. So sollte Peli den Wackelkamera-Hit unter der Ägide von Steven Spielberg neu auflegen - der israelisch-amerikanische Filmemacher bestand indes darauf, seine unveränderte Schnittfassung einem Testpublikum vorzuführen. Mit Erfolg - reihenweise verließen vom kalten Grausen gepackte Zuschauer die Kinosäle - ein neues Franchise war geboren.

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Bereits auf vier Filme und zwei Spin-Offs kommt die Paranormal Activity Reihe und wird am 22.10.2015 mit Paranormal Activity: Ghost Dimension fortgesetzt.

Die Wartezeit verkürzt Peli uns bis dahin nun mit Area 51. Der Regisseur bleibt den Trademarks des Found Footage Horror treu und verlässt sich dabei auf Altbekanntes, ohne neuen Ideen aus dem Weg zu gehen.

Verzögerungen und kreative Namensgebungen

Indes, ganz so wohlmeinend hatte Peli sich das gar nicht gedacht, war doch der Release zum jetzigen Zeitpunkt per Video On Demand schon erheblich früher angedacht: schon 2009 wurde der Area 51 gedreht und fertig gestellt, blieb aber 6 Jahre in der Schublade liegen. Die Gründe bleiben, ebenso wie die gruseligen Aliens, im Dunkeln. Der US-#Kino Release fand am 15.05.2015 statt, seit Kurzem führen die gängigen Video On Demand Portale den Film im englischsprachigen Original - ein deutscher Release steht noch aus, bleibt jedoch zumindest an den Kinokassen zunächst unwahrscheinlich.

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Einen Starttermin gibt es hier jedenfalls noch nicht.

Doch wie sieht es nun aus mit dem Inhalt des Horror-Flicks aus Übersee? Nun, ein erster Blick offenbart wenig Kreativität, betrachtet man die Namensgebung der Hauptfiguren - diese tragen schlicht die Vornamen der Darsteller. So wird "Reid" von Reid Warner gespielt, "Jellena" von Jellena Nik und so weiter. Diese entpuppen sich schon während der kurz gehaltenen Exposition während einer Party als Stereotypen aus dem Bilderbuch: der Aufreißer, der Sportler, der Nerd. Doch tut dies dem Spannungsverlauf tatsächlich Abbruch?

Area 51 oder Wie infiltriere ich eine Regierungsstätte

Im Rahmen der Exposition erfahren wir, dass Reid nach besagter Party auf einem Highway gefunden wird, desorientiert und ohne Erinnerung an die vergangenen Stunden. Noch monatelang später beschäftigt ihn das unbekannte Erlebte, so dass die drei Freunde Reid, Darrin und Ben sich mit der mysteriösen Jellena zusammentun, um die berüchtigte Forschungsanlage in Nevada zu infiltrieren und auf Kamera festzuhalten, was immer sich an schmutzigen Geheimnissen darin verbergen mag.

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Interessanterweise entfaltet Area 51 in diesem Mittelteil ungeahnte Stärken. Zwar mag ein Einstieg in eine streng bewachte Forschungseinrichtung sich schwieriger darstellen als im Film gezeigt, fiebert der geneigte Zuschauer doch mit, während sich Jellena, Reid und Darrin gut ausgerüstet mit Chipkarte und gefälschten Fingerabdrücken durch die Anlage schleichen, stets in Gefahr entdeckt zu werden. Ganz ohne Horror geben sich hier Spannung und Suspense die Klinke in die Hand, während die Gruppe durch bedrückend graue Betongänge schleicht und nach und nach entdeckt, dass die Regierung tatsächlich Geheimnisse vor der Bevölkerung unter der Erde der Wüste verbirgt. 

Bis zum durchwachsenen Ende des Found Footage Erlebnisses entdecken wir, dass es immer mehr gibt zwischen Himmel und Erde, als unsere Schulweisheit sich träumen lässt Ein Fest für Verschwörungstheoretiker und beinharte Found Footage Fans. Wer indes auf Innovation und Kreativität aus ist, wird beim vornehmlich auf bekannte Versatzstücke des Genres bauenden Area 51 wohl nur teilweise glücklich. Dennoch empfiehlt der Verfasser die Sichtung des Alienhorrors aus der Feder des Regisseurs, dessen Tobey ab Oktober wieder durch dunkle Räume und direkt in unsere tiefsten Ängste schleichen wird. #Hollywood #Fernsehen