Mal Hand aufs Herz: Wann habt ihr das letzte Mal ein klassisches Date gehabt? Also so richtig jemanden kennengelernt? Mmh, bei mir war das vor acht Jahren. Da habe ich mich bei meiner heutigen Frau ins Zeug legen müssen. Erst hat sie meine Blicke nicht erwidert, dann habe ich sie angesprochen, mit ihr geflirtet und nach vier Stunden ihre Telefonnummer bekommen. Damals – Hilfe, hört sich das ewig lange her an – haben wir uns noch nicht für Facebook interessiert. Das #Fernsehen hatte uns noch nicht weiß machen wollen, dass man die schönsten Frauen und Männer praktisch auf dem Tablett serviert bekommt. Der Leidensweg der Bachelorette wird von Folge zu Folge sichtbarer.

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Sie wird in eine Rolle gesteckt, in der sie sich immer unwohler fühlt. Aber sie zieht das Drehbuch tapfer durch.

Tapezierte Wände sind spannender

Blobbing sollte die neue Fun-Sportart sein und so waren vor zwei Wochen lustige Wasserspiele angesagt. Coole Männer, die wie kleine Jungs ins Wasser sprangen und wahrscheinlich auch noch da rein pullerten. Hier trennte damals die Bachelorette Alisa Spreu vom Weizen. Dort suchte sie sich die besten Männer heraus. „Einige Männer mag ich sehr, andere mag ich sehr, sehr, sehr und bei anderen habe ich schon ein bisschen Bauchkribbeln.“ Solche Sprüche sagt nicht mal mehr eine 12-Jährige. Die Suche nach einem Partner für Alisa ist dramaturgisch bis auf den letzten Satz durchgeplant. Tapezierte Wände beim Trocknen anzuschauen ist da spannender.

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Küss' sie doch... nicht!

Dann kamen die langersehnten Dates bei der Familie. Mario lud nach Köln ein und brachte statt Mami, seinen besten Freund mit. Alisa war enttäuscht darüber, dass der Mario nicht auch noch seine Familie ins Fernsehen zerren wollte. Clever, der 24-Jährige. Genützt hat ihm das nichts. Wer sein Vertrag nicht mal richtig lesen kann, kann Alisa mal. Der Kölner flog raus. Philipp kommt aus Berlin und wohnt am Spreeufer, in Stralau, wo die Mieten bei 1500 Euro aufwärts beginnen. Wie sich der Polizist das vom Tariflohn leisten kann, bleibt sein Rätsel. Schön war die Bude und der Balkon mit Strandkorb. Auch der Erdbeerkuchen seiner Mama. Der Rest wie totlangweilig. Küssen war auch nicht drin. Alisa hätte es sich gewünscht, sagt sie. Bei Alex im wunderschönen Magdeburg kam es auch nicht zum Kuss. Alisa bemängelt, dass der junge Mann nichts schon fünf Jahre im voraus planen kann. Küssen hätte sie sich aber auch hier gewünscht. Sagte sie wieder. Patrick bekam ebenfalls keinen Kuss, aber eine Rose.

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Denn das Drehbuch sah vor, drei müssen in das Finale. Wie doof ist das denn? Will endlich nach Hause, dachte sich Alisa. 

Alisa fühlt sich wie im Teeniefilm

Eine kleine Liebeserklärung kam dann aber doch noch von Alex aus dem Osten. Er habe mit seiner Exfreundin gesprochen und er ziehe bald nach Berlin. Super, könnte man meinen, denn Alisa wohnt da auch. Bloß das tut der Alex vor allem wegen seiner Tochter und vielleicht auch wegen seiner Ex und so. Das war richtig romantisch. Die Suche nach einem Partner für Alisa ist dramaturgisch bis auf den letzten Satz durchgeplant und ungewollt komisch. Sehr unwahrscheinlich, dass das noch ein gutes Ende nehmen wird. Ist aber auch wurscht. Berlin-Friedrichshain, wo Alisa wohnt, ist ein aufregender Bezirk mit vielen Clubs und Bars. Da finden sich bestimmt nette Typen für Alisa. Wer braucht da noch diesen Männerzirkus auf RTL? Alisa sagte aber fast beiläufig den wichtigsten Satz der gesamten Staffel: „Ich fühle mich wie im Teeniefilm, in dem keiner so recht weiß, wohin mit sich.“ 

„Die Bachelorette“ kommt wieder am 19. August, 20:15 Uhr, RTL.

Foto: RTL

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