Das Finale begann langsam...

Endlich war es soweit - das von überraschend vielen herbeigesehnte Finale der diesjährigen Ausgabe von Promi Big Brother versprach eine spannende Show, echte Emotionen und strahlende Z-Promis. Denn gemäß des unerwartet freundlich gesinnten "Big Brother", mit der Pseudo-Batman-Stimme, waren ja alle fünf Gewinner. Wie schön, wie im Kindergarten. Mit Klebesternchen.

Die fünf Finalisten hungerten, soffen, furzten, duschten, lästerten, kasperten und zickten sich also ins Freitagabend-Programm und versprachen somit eine abwechslungsreiche und launige Final-Show. Als ich das bis dato eher im Hintergrund laufende Elend das erste Mal bewusst zur Kenntnis nehme, heult Menowin schon. Klasse, denk ich mir, lässt Susi seinen Gefühlen mal wieder freien Lauf. Und so sitzen die fünf Finalisten Menowin, Nino, JJ, Sarah und David (Odonkooooor) recht gemütlich herum und unterhalten sich.

Spannung pur.

...steigerte sich nicht wirklich...

Nun endlich aber sollte das Finale sein wahres Gesicht zeigen - und zwar in Form der total spannenden verfilmten Diashow, die alle mehr oder minder denkwürdigen Momente des Containervölkchens rückblickend und launig zusammen geschnitten zeigte. Auch die Insassen, äh, Bewohner durften mitgucken. Das Finale bestand größtenteils daraus, Menschen zuzusehen, die #Fernsehen. Tooooll.

Im Studio begrüßte der brave Schroppi natürlich auch die Ex-Bewohner, die auch alle schön artig ihr kleines Rückblick-Filmchen bekamen und ein bisschen belangloses Zeug reden durften. Frau Nick wollte gewohnheitsmäßig noch ein bisschen schimpfen, weil sie doch ach so böse aus dem Container gemobbt wurde. Aber eines muss man ihr lassen: Ihr Spruch: "Also, mangelnde Motivation im Trash TV kann man mir sicherlich nicht vorwerfen" muss man uneingeschränkt zustimmen.

Als die Freunde und Verwandten der Finalisten im Studio noch zu eben jenen sprechen dürfen, fließen reichlich Tränen. Alle heulen sie. Ui, total wahnsinnig emotional. Echtes Fernsehen von der Basis. Da zeigt sich die ganze Bandbreite dessen, wie doof Menschen beim Heulen aussehen. Zwischendurch ist Cindy aus Loch Ness aufgetaucht, um den irgendwie nicht in normaler Lautstärke reden könnenden Daniel Köllerer auf dessen Anakonda anzusprechen. Eklig, aber wohl der einzige Moment des Finales, der in Erinnerung bleiben könnte.

Zehn kleine Möchtegerns...

...saßen brav im Keller, einer nach dem Andren geht und bei keinem wird es heller.

Aber immerhin sind alle Gewinner nicht vergessen. Die fünfte Gewinnerin JJ verabschiedet sich als Erste - nimmt eigentlich keiner so richtig zur Kenntnis, man sitzt weiterhin gemütlich im Keller. Nichtmal das belanglose Gespräch wurde ernsthaft unterbrochen. Nach ihr gibt's ein paar lustige Pups-Rückblenden von Flatulenzo de Angelo und dann fliegt Playmate Sarah raus. Nun gibt's nicht mal mehr Eye Candy.

Die Spannung steigt. Nicht so dolle aber.

Vino de Angelo verabschiedet sich als dritter Gewinner aus dem Container und ärgert sich innerlich, dass er seinen Weinvorrat jetzt wieder selbst finanzieren muss. Für manche war der Luxusbereich halt schon ein Upgrade, möchte man meinen. Das Finale entscheidet sich also zwischen David (Odonkoooor) und Menowin. Das nächste Eigenheim zittert schon vor Furcht, von ihm gekauft zu werden.

...and the Winner of Promi Big Brother 2015 is:

David (1, 2, 3:) Odonkoooooooooor. David freut sich leise und fast schon innerlich, schneuzt sich elegant mit der Klopapier-Rolle, knuddelt noch ein bisschen mit Menowin (die Immobilienmakler seufzen leise) und verlässt den Promi Big Brother 2015 Container als Gewinner der Show. Eine kleine Dankesrede gibt es natürlich auch noch für die Zuschauer, wie beim Fußball gelernt.

Ende gut, alles gut.

Foto: Sat.1 #Fernsehserien