Bis zur Ausstrahlung der ersten „Top Gear“- Show mit Chris Evans wird man sich die Frage stellen müssen, ob es Evans gelingen wird, „Top Gear“ auf Erfolgskurs zu halten. Bis dahin wird von Seiten der BBC an Konzepten herumgefeilt, wie man die Show noch publikumswirksamer machen könnte. In der Öffentlichkeit machen sich diese Überlegungen an der Debatte, ob nun ein weiblicher „Stig oder auch weibliche Co-Moderatoren im „Top Gear“ – Team höhere Einschaltquoten bringen werden oder nicht, bemerkbar.

Warum war es „Top Gear“ unter Jeremy Clarkson möglich mit seiner Show immer erfolgreich zu sein?

Es ist aber zu befürchten, dass diese Diskussionen am wahren Kern der britischen Erfolgsserie vorbeigehen werden.

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Was das wirkliche Geheimnis der Erfolgsserie „Top Gear“ war, hat Jeremy Clarkson in einer, 2010 geschriebenen Kolumne mit dem Namen: „Frauen mit Killerinstinkt“ gelüftet, oder besser gesagt zu lüften versucht. Ausgangspunkt war eine Diskussion, die Jeremy Clarkson mit Fernsehleuten führte. Inhalt war die Frage, warum „Top Gear“, trotz Absturz anderer #Fernsehserien, einen Quotenrekord nach dem anderen einfährt, obwohl man die Serie als durchaus „feminin unterbesetzt“ und nicht mit den modernen Konzepten einer Show konform gehend, bezeichnen kann. Einer absoluten Todsünde, wenn man die glatten Designs anderer Fernsehshows betrachtet.

Warum ist der Erfolg „Top Gear`s“ so verwunderlich?

In Clarksons eigenen Worten haben die Senderverantwortlichen eine feste Vorstellung im Kopf. Wenn ein Moderator blond, blauäugig und heterosexuell ist, dann muss der zweite eine schwarze, lesbische Muslima sein, so Clarkson in seiner Kolumne.

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Von diesem Blickwinkel aus betrachtet, glich „Top Gear“, mit Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May, der sprichwörtlichen Hummel, die vom Körperbau her unmöglich fliegen kann, es aber trotzdem tut.

Demensprechend drehten sich die Diskussionen im weiteren Verlauf der Kolumne auch um die Fragen, warum keine Frauen „Top Gear“ moderieren, warum die schönsten Frauen immer in der ersten Reihe hinter den Moderatoren stehen und warum so wenige Frauen die berühmte Testrunde absolvieren. Im weiteren Verlauf der Diskussion geht Clarkson in seiner Kolumne auf die Frauenquoten in der Formel 1 ein und gesteht Frauen natürlich die gleichen Fähigkeiten wie Männern zu.

Geht die Diskussion um die Konzeption der neuen „Top Gear“- Show am Wesentlichen vorbei?

Auf „Top Gear“ bezogen, hat Jeremy Clarkson mit seinen Fragen über den Erfolg der britischen Serie, die unabhängig von gängigen Konzepten den Erfolg gepachtet zu haben schien, den Nagel auf den Kopf getroffen. Nicht das Geschlecht, Rasse oder Religion der Moderatoren hat letztendlich über den Erfolg entschieden, sondern die Authentizität und Persönlichkeit der Moderatoren, fernab von der Frage, ob sie nun männlich oder weiblich sind. Eine Wahrheit, welche die BBC im nächsten Jahr wahrscheinlich schmerzhaft zu spüren bekommt.

Bild: William Hook – CC-BY-SA 2.0 – flickr.com