Netflix startet die neue Serie "Narcos" rund um Pablo Escobar

 

Seit dem 28.08.2015 ist in der US-Variante des beliebten Senders Netflix die neue Serie "Narcos" angelaufen, die das Leben und Wirken des nicht nur aus Film und Literatur, sondern auch aus dem wahren Leben bekannten Drogenbarons Pablo Escobar.

Der kolumbianische Drogenboss wird als der mächtigste und brutalste Anführer eines Drogenkartells bezeichnet, der je im Sumpf des Verbrechens watete, und stieg während seiner Zeit als Boss des Medellin Kartells zu einem der reichsten Menschen der Welt auf. 

Erst 1993 konnte ein amerikanisch-kolumbianisches Einsatzteam Escobar stellen und töten - über 20.000 Menschen kamen zu seiner Beerdigung.

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Da sich Escobar wohltätig engagierte und unter Anderem Krankenhäuser, Schulen und Sozialwohnungen finanzierte, besaß er trotz seiner grausamen Herrschaft einen guten Ruf unter der armen Bevölkerung.

Eine wohl erzählte und spannende Geschichte

 

Für Fans von Goodfellas und The Wire fällt der Einstieg in "Narcos" leicht, doch die engagierte Serie weiß durch spannende Erzählweise und verschiedene Perspektiven auch das breite Publikum zu begeistern. Die Story wird sowohl aus der Sicht Escobars (Wagner Moura) erzählt, als auch aus der des DEA (Drug Enforcement Administration) wie auch der der politischen Anführer Kolumbiens und dessen Einsatzteams.

Dies hilft, die vielfältigen Verbindungen des Kokain-Königs Escobar zu anderen Kartellen, Politikern, Einsatzkräften und vielen mehr zu erzählen, ohne den Zuschauer zu überfordern.

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Der Einstieg in "Narcos" begleitet den DEA-Agenten Stephe Murphy (Boyd Holbrook, bekannt aus "Gone Girl's"), der den trockenen und sehr direkten Erzähler gibt. In schnellem Tempo führt er uns in die Situation ein - Kokain wird in den 1970ern in Massen über Miami in die USA eingeführt und vom breiten Publikum entdeckt - und erschuf hierbei eine Milliarden Dollar Industrie. Für seine Arbeit lässt er seine Frau in Miami zurück, um mit seinem Partner Javier Peña (Pedro Pascal aus Game Of Thrones) die Jagd auf Pablo Escobar aufzunehmen.

Vielschichtige Darstellung und reale Aufnahmen

 

Murphy stellt hierbei das Fenster zu Kolumbien und Pablo's Welt her. Auch während die Story sich zwischen verschiedenen Perspektiven bewegt, romantisiert "Narcos" zu keinem Moment, weder die Taten Escobar's noch die der Amerikaner und versucht uns stattdessen, einen tieferen und detaillierteren Einblick in die Geschichte zu geben. Zwar scheut sich "Narcos" nicht vor brutaler Gewalt oder vor der Dramatisierung der Szenerie durch Sex-Szenen, erinnert mittels eingefügter Real-Aufnahmen aber auch an die vielen Opfer Escobar's.

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Doch fehlt Netflix' neueste Serie darin, Escobar als puren, eindimensionalen Bösewicht darzustellen - wäre dieser keine real existierende Person gewesen, würde man dem gerissenen und charmanten Robin Hood Verschnitt fast ein wenig Sympathie entgegen bringen wollen.  

José Padilha, der Regisseur der ersten Episode arbeitet hier nicht zum ersten Mal mit Moura, drehten diese doch schon den vornehmlich in Brasilien erfolgreichen "Elite Squad". Moura's Darstellung von Escobar lebt und atmet Escobar, ist niemals over acted, und verleiht dem komplexen und dynamischen Charakter eine nuancierte und subtile Performance. Die Entwicklung des Charakters zeigt sich auch im Spiel des Brasilianers - dies gelingt den Charakteren Murphy und Peña nicht, da diese erwartungsgemäß nicht gleichermaßen im Focus stehen.

Plato o plomo” war einer der beliebtesten Phrasen Escobars - "Silver Or Lead", eine in Kartellen beliebte Formulierung für "Nimm die Bestechung oder eine Kugel", und wird von Escobar in einer der ersten Szenen in "Narcos" verwendet - für den Zuschauer stellt sich diese Wahl nicht, bedenkt man das qualitativ hochwertige TV Format, das "Narcos" zweifellos ist. Wenn das Drama beginnt und die ersten, schweren Episoden hinter einem liegen, geht "Narcos" den Weg ohne Pause direkt ins Ziel. 

 

Bildquelle: Latino Review / Netflix #Fernsehserien #Hollywood #Fernsehen