Wesley Earl "Wes" Craven verstirbt an Hirntumor

 

Der weltberühmte Regisseur, der erst mit 30 Jahren Schauspiel studierte und zuvor als Dozent tätig war (Abschluss in Philosophie und „Writing“ an der Johns Hopkins University in Baltimore), verstarb am gestrigen Abend im Alter von 76 Jahren in seinem Haus in Los Angeles. 

 

Craven wuchs in einem baptistischen Haushalt auf, indem neben dem Genuß von Alkohol und Zigaretten auch das Kartenspiel und der Besuch von Kinos verpönt war.  Vielleicht war dies auch der Grund, wieso Craven während seiner Karriere nie für Gossip und Schlagzeilen sorgte, außer durch filmischen Erfolg.

Craven war drei Mal verheiratet und hinterlässt 2 Kinder aus erster Ehe, mehrere Enkelkinder sowie seine Ehefrau Iya Labunka, mit der er seit 2004 verheiratet war.

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Das Wirken des Horror-Großmeisters Wes Craven

Craven gehörte zu den berühmtesten und erfolgreichsten Regisseuren des Horror-Genres - "The Last House On The Left", sein erster kommerzieller Erfolg, ist aufgrund seiner überaus expliziten Splatter-Gewaltdarstellung bis heute umstritten, jedoch aufgrund seiner politischen Bezüge auf den Vietnamkrieg auch als künstlerisch wertvoll zu erachten.

Es folgte das Orginal des Films "The Hills Have Eyes", der 2006 als Remake von Rob Zombie neu in Szene gesetzt wurde. Der Film, indem eine Familie sich in der Wüste verirrt und von durch Atombomben-Experimente degenerierten Mutanten gejagt wird, ist kommerziell der Durchbruch für Craven.

Seinen  - zunächst - größten Erfolg feiert der in Cleveland, Ohio geborene Regisseur dann 1984 mit seinem Film "Nightmare On Elm Street" und dem zum Kult gewordenen, von Robert Englund dargestellten Wahnsinnigen "Freddy Krüger". 

Mit "Freddy vs Jason" (2003) konnte er nicht mehr an vorherige Erfolge anknüpfen,auch der satirische "Vampires Of Brooklyn" mit Eddie Murphy ist 1995 nicht erfolgreich an den Kinokassen.

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Mit "Scream - Schrei" schuf Craven jedoch das Vorbild aller modernen Slasher-Filme - der Mörder in der Edward-Munch-Maske ist bis heute eine Ikone im Genre.

Kriegsverweise und die Abgrenzung von Gut und Böse

Craven war geprägt von seiner medialen Auseinandersetzung mit dem Vietnamkrieg und zeigte dies in seinen Filmen immer wieder durch den irrationalen und brutalen Einsatz von Gewalt. Dies wurde stets realistisch gezeigt und sollte bewusst ohne Glorifikation oder Stilisierung auskommen, im Gegensatz beispielsweise zu Werken von Quentin Tarantino oder Robert Rodriguez. Sie diente nie als Mittel zum Zweck, sondern sollte den Zuschauer stets darauf hinweisen, dass diese die hässlichste Erscheinung der menschlichen Seele sei und diente zur klaren Abgrenzung von Gut und Böse.

Auf die Frage nach seinem Erfolgsrezept ließ Craven noch im letzten Jahr verlauten: "Blut! Es ist immer Blut. Da schreien die Leute"

Mit Wes Craven geht der Kinolandschaft einer der Erfinder und kreativsten Köpfe des kommerziellen Horror-Kinos verloren.

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Zuletzt beteiligte er sich als Autor am Kurzfilmprojekt "Freddy Krüger: Nightmare on Vape Street", der noch nicht abgedreht wurde.

Unsere Gedanken und Wünsche gelten den Hinterbliebenen - Rest In Peace, Wes Craven.

 

 

Bildquelle: Instagram (@therealwescraven) #Kino #Kunst #Hollywood