MTV will "Game Of Thrones" vom TV-Thron stoßen

 

Am 10. Juli diesen Jahres zeigte MTV erstmals in einem Trailer, was den Zuschauer in den "Shannara Chronicles" erwartet. Mittelmäßig animierte Dämonen kämpfen gegen Elfen und Halbelfen in der dystopischen Zukunft der Erde -  in einer Szene ist selbst die gefallene Space Needle aus Seattle zu sehen, von Unkraut überwuchert, während die bildhübschen Jugendlichen mit Schwertern und Pfeilen gegen fieses Kroppzeug aus fiesen Dämonendimensionen antreten. Selbstbewusst gibt MTV zu Protokoll, mit der neuen High Fantasy Serie den Kampf um die Quoten gegenüber "Game Of  Thrones in der sechsten Staffel" aufnehmen zu wollen - doch hat dieses Unterfangen Chancen auf Erfolg? Und worum geht es überhaupt in den Shannara Chroniken?

Autor Terry Brooks lieferte die erfolgreiche Vorlage

 

Die in den "Vier Ländern" im nordpazifischen Raum angelegte Serie basiert auf den Shannara-Büchern des Autoren Terry Brooks und zählt zu den weltweit meist verkauften Fantasy-Reihen.

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Schon 1977 begann Brooks mit der bis heute fortgesetzten Buchreihe, deren letzter Band "The Darkling Child" erst 2015 erschien - ausreichend Stoff zur Verfilmung wäre also gegeben. 

Die ab Januar 2016 auf MTV startende Serie verbindet Magie und primitive Technologie mit einer postnuklearen Katastrophe ("Great Wars"), um das Setting vorzustellen. Die genutzte Technik ist auf dem Stand der realen Welt einige Jahre vor der industriellen Revolution angelangt und ersetzt Wissenschaft durch Magie. 

Die Serie beginnt mit dem zweiten Buch der Shannara-Reihe, "The Elfstones of Shannara" und begleitet den Enkel des Helden des ersten Buchs, Wil Ohmsford, welcher der durch Dämonen bedrohten Elfennation beisteht. Durch einen Riss in den Dimensionen gelangen diese in unsere Welt und bedrohen das friedliche Bäumekuscheln.

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Mit zwei weiteren Protagonisten macht Wil sich auf, um die Welt zu retten. Weniger geht halt nicht.

Der Regisseur von "Iron Man" hat die Hand im Spiel

 

Der Cast liest sich unspektakulär und zeigt sich auch so - viele der Norm entsprechende hübsche Menschen, damit das MTV Zielpublikum auch was zu bestaunen hat, wenn die Elfendamen in leichtem Leder durch die mit Efeu überwucherte Postapokalypse hopsen. Von der intriganten Tiefe, die eine Lena Headey ihrer Cersei Lannister verleiht oder der geheimnisvollen Aura, die eine Melisandre verbreitet, keine Spur. Schön geformte Körper und nichtssagende Gesichter beherrschen den Cast der Shannara Chroniken. Einzig John-Rhys Davies (Sallah aus Indiana Jones, Gimli aus dem Herr der Ringe) stellt als König Eventine einen Lichtblick dar.

"Iron Man" Regisseur und Schauspieler (u.A. "Happy Hogan" in der Iron Man Reihe) Jon Favreau ist der Schirmherr des Projekts, führt indes nicht Regie, sondern füllt nur die Rolle des ausführenden Produzenten aus - angeblich aus Zeitgründen.

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Ein Schelm, wer hier reines Namedropping vermutet. Regie führt stattdessen Jonathan Liebesman ("World Invasion: Battle Los Angeles"), zumindest in den ersten beiden Folgen der Serie. Wie auch die Staffeln von Game Of Thrones wird die erste Staffel der Shannara Chroniken zehn Folgen umfassen.

Können es die Shannara Chroniken mit Game Of Thrones aufnehmen?

Nein. Schon die klare Zeichnung von Gut und Böse in den Shannara Chroniken unterscheidet sich erheblich von den Geschehnissen in Westeros, in denen selten bestimmt werden kann, wer eindeutig gut oder böse ist - Game Of Thrones schafft es hervorragend klarzumachen, dass Gut und Böse nur eine Frage der Perspektive sind.

Die Figuren von George R.R. Martin sind vielschichtig und komplex, während bei den Shannara Chroniken Model(stereo)typen antreten, die ohne ansprechendes Äußeres eher nicht besetzt worden wären.

Für die 12-17 jährige Zielgruppe mögen "The Shannara Chronicles" interessant sein, der anspruchsvolle Fantasy-Liebhaber indessen wird Game Of Thrones wohl auch im kommenden Jahr nicht den Rücken kehren.

 

Bild: Instagram (explore/tags/shannara/)

 

  #Fernsehserien #Kino #Fernsehen