Wir hatten viele Fragen zu Flüchtlingen und zu ihrer Flucht; was sie erleben und wie sie Deutschland empfinden. Um die direkten, ungeschönten Aussagen zu hören, haben wir uns auf den Weg nach Berlin gemacht. Hier am "LaGeSo" (Landesamt für Gesundheit und Soziales) in Berlin-Moabit kommen die #Flüchtlinge nach ihrer Flucht an. Die Eindrücke sind noch frisch. Was wir gehört haben, war so viel und so bewegend, dass es für einen Artikel viel zu lang ist. So werden wir unsere Erkenntnisse in mehreren Artikeln mit Ihnen teilen.

Antworten von Flüchtlingen in der Erstaufnahmestation

Uns fiel auf: Die meisten Flüchtlinge, die gerade ankommen, haben nichts dabei.

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Einige wenige, einen sehr kleinen flachen Rucksack. Daher unsere Frage:

Warum haben sie keine Wechselkleidung, Hygieneartikel und persönliche Gegenstände dabei?

A. erklärt uns: "Das ist verboten. Schlepper, die uns auf Booten oder in LKWs transportieren fordern, dass wir alles zurück lassen. Ein großer Rucksack würde den Platz für eine weitere Person weg nehmen." Hier ist es anscheinend so, dass die Schlepper den höchstmöglichen Profit machen wollen.

A. kommt aus Syrien, er kam über die Türkei, von dort mit dem Boot nach Griechenland. Allein die Überfahrt von der Türkei nach Griechenland hat 1000 Euro gekostet. Wir fragen:

Statt 1000 Euro pro Person für die Überfahrt mit dem Boot aus zu geben: Warum mietet oder kauft man sich nicht einfach ein Boot? Das ist doch günstiger.

A. antwortet: "Boote werden nicht vermietet, man kann sie ja nicht wieder abgeben.

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Auch ein Verkauf an Nichtgriechen ist sehr schwierig. Auch denken wir, dass wir die Überfahrt ohne einen ortskundigen Führer nicht schaffen. Wir kennen weder die Route, noch Untiefen oder Start-, Zielpunkte am Ufer."

Was nehmen sie auf die Flucht mit?

Wir haben A. und weitere syrische Flüchtlinge gefragt, was sie auf der Flucht bei sich trugen. Hier die Antworten:

A. (24) Handwerker: Einfaches Handy, 2.SIM-Karte, Uhr, Ausweis, Führerschein, kein Geld (zu Beginn der Flucht 2000€, ab Ungarn kein Geld mehr).

S. (38) Arzt: Smartphone, 2.Handy, Powerbank, USB-Stick, Geld

M. (22) Student: Zahnbürste, Zahncreme, Shampoo, Creme, Kamm, Geld, Smartphone, 2. Handy

Vater (30) mit Kind (2): Windeln, Feuchttücher, Geld, Pflaster, Ausweise, Impfbuch, Fieberzäpfchen, Wundsalbe, kein Handy (das ging auf der Flucht verloren).

Was uns auffiel: Keiner der von uns befragten Flüchtlinge, hatte Essen oder Getränke dabei. Auch niemand so praktische Dinge wie Taschenlampe, Messer etc. Dass die Flucht so hart wird, mit stundenlangen Märschen, damit hatte niemand vorab gerechnet.

Foto: Bayerischer Rundfunk / BR24

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