Es wird wieder getanzt bei #RTL. Jetzt heißt die Tanzshow nicht „Let’s Dance“, sondern „Stepping Out“. Alte Kost in anderer Verpackung.

Warum das Rad neu erfinden, wenn man auch auf altbewährte Maschen setzen kann. So geschehen aktuell bei RTL. Die Tanzshow „Stepping Out“ setzt nicht auf die Kombination Prominenter/Profitänzer, sondern auf pseudoprominente Pärchen. Die sollen ihre Tanzkünste zum Besten geben und uns dabei gut unterhalten.

Hat diese Sendung überhaupt ein Konzept?

Was man als neues Tanzshow-Konzept verkaufen wollte, war nur ein lauwarmer Aufguss von „Let’s Dance“. Die „neue“ Show fand zudem in genau der gleichen Kulisse wie das bekannte Vorbild statt.

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Auch Jury und Moderatoren sind die gleichen. „Kesse Lippe“ Daniel Hartwig und Dauergrinserin Sylvie Meis führten gewohnt stereotyp durch einen Abend, die zwischen langweilig und peinlich schwankte. Die Juroren Jorge Gonzalez, Motsi Mabuse und Joachim Llambi gaben sich, wie man sie kennt. Llambi als scharfzüngiger Kritiker, der auch mal gerne unterhalb der Gürtellinie urteilt, Gonzales immer noch mit kaum verständlichem Deutsch und Mabuse stets bemüht, ihre Kritik mit Positivem zu ummanteln. Soweit, so gut, wären da nicht die Darsteller.

Kandidatensammelsurium zum Fremdschämen

Hier hatte RTL wieder tief in die Mottenkiste gegriffen. Man fragt sich, wo der Sender nur diese Menschen auftut, die sich freiwillig vor Publikum zum Affen machen. Hier gab es in jeder Minute reichlich Gelegenheit zum Fremdschämen.

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Als Zuschauer war man hin und her gerissen, den Fernseher endlich auszumachen oder darauf zu warten, dass es vielleicht doch noch besser wird. Hier wurde deutlich: Das Niveau deutscher Unterhaltungsshows liegt meilenweit hinter amerikanischen Serien.

Ausharren bis zum Schluss hat sich zumindest in einer Hinsicht gelohnt. Eines der peinlichsten Paare ist ausgeschieden: Natascha Ochsenknecht und ihr 20 Jahre jüngerer Freund, Ex-Fußballer Umut Kekilli. Ihr langsamer Walzer war steif, bemüht und komplett emotionslos. Llambi bewertete ihren Auftritt folgerichtig als „super lahm“. Motsi Mabuse versuchte wie üblich, etwas Positives zu entdecken und lobte immerhin die Haltung von Umut. Jorge fand den ganzen Auftritt sogar harmonisch. Nun ja, hier konnte man wahrhaftig geteilter Meinung sein.

Nur ein schwacher Abklatsch von „Let’s Dance“

Noch peinlicher waren nur Mario Basler mit seiner sympathischen Freundin Doris und GZSZ-Schauspieler Felix von Jascheroff mit Freundin Lisa. Felix hatte nichts Besseres zu tun, als im Einspieler von Beziehungsproblemen zu schwadronieren.

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Nach diesen peinlichen Offenbarungen hoffte man als Zuschauer inständig, dass sie nicht weiterkommen - schon zu ihrem eigenen Schutz.

Jürgen Drews Tochter Joelina immerhin legte mit Ihrem Partner Marc Aurel Zeeb (hat nichts gemeinsam mit dem großen römischen Feldherrn, sondern ist nur ein Überbleibsel einer #DSDS-Staffel) einen ganz passablen Chachacha aufs Parkett und rührte ihre Eltern zu Tränen. Beide waren im Takt, das fiel der Jury auf. Aha, wenn nicht ihnen, wem dann? Sie bekamen am Ende 50 Punkte und wurden Tanzpaar des Abends.

Großes Gefühlskino von Außenseitern

Nur einem Paar gelang es, echte Emotionen zu transportieren. Das lag zweifellos daran, dass beide tiefe Zuneigung zueinander empfinden. Die Rede ist von Bruno und Anja, die sich bei "Bauer sucht Frau" kennengelernt hatten. Sie sind seit sechs Jahren verheiratet und glücklich miteinander. Diese ungekünstelte Zuneigung war auch für den Zuschauer das Angenehmste des ganzen Abends.

Björn Freitag, Felix von Jascheroff und Mario Basler lieferten sich ein Kopf an Kopf Rennen um den miserabelsten Tänzer des Abends. Die nächsten Folgen von „Steppping Out“ können also nur besser werden, denn schlechter geht wirklich nicht.

Hier finden Sie andere Formate von RTL.

Bild: Natascha Ochsenknecht und Umut Kekilli - © RTL / Stefan Gregorowius #Fernsehserien