Wie auf „laut.de“ zu lesen, bekam Xavier Naidoo dieser Tage von Facebook-Usern den „Goldenen Aluhut“ verliehen und gehört somit zur Elite der Verschwörungstheoretiker. Der „Goldene Aluhut“ ist ein Spaßpreis, der regelmäßig für die verrücktesten Verschwörungstheorien verliehen wird. Es ist nicht der einzige Preis dieser Art, den Xavier Naidoo schon eingeheimst hat. Bereits im Vorjahr wurde der Sänger mit „Dem Goldenen Brett vorm Kopf“ geehrt. Ein Preis, der von der Gesellschaft für Kritisches Denken verliehen wird.

Der Sänger Xavier Naidoo kritisiert fehlende Souveränität Deutschlands

Vor allem Xavier Naidoos Behauptung, die Bundesrepublik Deutschland sei nicht souverän, ruft regelmäßig Kritiker auf den Plan und dieser Aussage verdankt er unter anderem auch die Verleihung diverser Spaßpreise.

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Aber auch die Gegenstimmen mehren sich, denn immer mehr Deutsche fragen sich, warum sich Drohnenleitsysteme, US-Flugbasen und „Dagger Complex“, Amerikas NSA-Posten mitten in Deutschland befinden müssen. Hat Deutschland dort, wo Amerikas Außenpolitik beginnt etwa nichts mehr zu reden?

Altes Vertragswerk gibt Anlass für so manche Spekulationen

Weil die wenigsten wissen, auf was sich Xavier Naidoos Aussagen beziehen, lohnt es sich eventuell, einmal einen kritischen Blick darauf zu werfen. Konkret geht es um einen alten, verstaubten Vertrag, der an und für sich nur für Rechtsexperten und Politiker interessant ist, den „Zwei plus Vier Vertrag“. Er wurde 1990 zwischen den Ländern Russland, USA, Großbritannien, Frankreich sowie der DDR und BRD geschlossen. Grund dafür war damals die deutsche Wiedervereinigung.

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Popstar Xavier Naidoo empfiehlt politische Vorgänge stärker zu hinterfragen

Verschwörungstheoretiker und gar nicht so wenige Verfassungsexperten kritisieren, dass der „Zwei plus Vier Vertrag“ die Souveränitätseinschränkungen des Bonner Vertrages von 1952, wie zum Beispiel einen Truppenabzug und ein Verbot bezüglich eventueller Referenden über militärpolitische Fragen, ungeregelt lässt. Verschwörungstheoretiker folgern daraus, dass die Einschränkungen des Bonner Vertrages nicht aufgehoben wurden und Deutschland deshalb immer noch in seiner Souveränität eingeschränkt sei. Eine Frage, die auch in der „Griechenland-Krise“ so einige Brisanz hatte. Ob diese Aussagen jeder rechtlichen Grundlage entbehren oder ob nicht doch ein Körnchen Wahrheit hinter diesen Vermutungen steckt, können nur Verfassungsjuristen beurteilen.

Man kann von Xavier Naidoo halten was man will. Trotz Allem ist seine, im „Stern“ geäußerte Empfehlung, politische Vorgänge stärker zu hinterfragen, eventuell gar kein so schlechter Vorschlag. Die Verleihung des Preises findet am 20. Oktober statt.

Foto: Piratenmensch – CC-BY-SA 2.0 – flickr.com #Musik