Initiatorin Viola Klein hoffte, bei der ausverkauften Jubiläumsgala zugunsten des Projektes Hope Cape Town die Millionenschallmauer der Spendensumme zu erreichen. Bis 2014 konnten 836.000 Euro für die Betreuung HIV-positiver Kinder und Eltern nach Südafrika überwiesen werden.

Positive Schlagzeilen aus Dresden

„Es sind doch alle Gäste wichtig, die hier sitzen, nicht nur die Ehrengäste“, gab die elfjährige Schweizerin Chelsea Fontenel ihren Einstand als Co-Moderatorin. Damit hatte die aus The-Voice-Kids bekannte Sängerin erneut die Herzen des Publikums gewonnen. „Heute wird Dresden positive Schlagzeilen machen“, versprach Andrea Ballschuh.

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„Die Macht des Schicksals“ wählten die 70 Orchestermusiker der Dresdner Philharmonie als Ouvertüre. Während sie mit dem Echo-Ensemble Frank Sinatras „My way“ interpretierten, liefen filmische Alltagszenen aus Kapstadt in „slow motion“. Kinderlachen und ernste Erwachsenengesichter vor Bretterverschlägen. Die Eindrücklichkeit solcher Bilder und die Transparenz des Projektes sind der Grund, warum alle Künstler ohne Gage auftreten und sich Sponsoren und Unterstützer heute von selbst melden.

Gruß aus #Hollywood

Zum Jubiläum gab es viele Überraschungen. Schauspielerin Sharon Stone grüßte per Video aus Hollywood und gab eine von ihr signierte Designerjacke zur Versteigerung frei. Spontan boten die ersten Besucher aus dem Parkett vierstellige Summen. Sopranistin Simone Kermes begeisterte mit Arien von Rossini und Donizetti.

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„Kann die hoch singen“, staunte Chelsea, die noch nie Gesangsunterricht hatte. War sie eben noch überzeugt, im Vorjahr mit einem Auftritt in Südafrika „das Highlight ihrer Karriere“ erlebt zu haben, konnte Pfarrer Stefan Hippler auch sie verblüffen. Der Hope-Cape-Town-Initiator ernannte sie zur jüngsten Sonderbotschafterin.

Wie das Geld nützt

Eine Stunde nach Galabeginn wies die aktuelle Spendenbilanz über 87.000 Euro aus. 164.000 Euro wären mindestens nötig, um die Spendenmillion zu schaffen. Zahlreiche Prominente verkauften Lose. 350 Tombolapreise lockten. Doch wer könnte die Erfolgsbilanz besser in Worte fassen als die Initiatorin Viola Klein? Bisher wurden mit dem Geld aus Dresden über 300.000 Patienten erreicht. Die HIV-Übertragungsraten von Mutter zu Kind konnten innerhalb des Projektes von 30 auf fünf Prozent gesenkt werden. Die Lebensqualität vieler HIV-infizierte und Aids-kranker Kinder hat sich deutlich verbessert.

Preisträger gibt Preis zurück, aber…

Harry Belafonte bekam den Hope Award verliehen.

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„Er beobachtet und beachtet Menschen“, würdigte Viola Klein den 88-jährigen New Yorker, der zu seiner Lebensaufgabe erklärt hat, gegen Ungerechtigkeit einzutreten. In einer bewegenden Rede sprach der Sänger, Schauspieler und Bürgerrechtler über sein Verhältnis zu Deutschland, über seine Sicht auf die Historie und über Europa. „Ich bin sicher, dass die Deutschen die aktuellen Herausforderungen der Flüchtlingskrise meistern werden. Sie haben ein gutes Herz“, sagte er und fügte in Deutsch an: „Deutschland ist Spitze“. Seinen Award signierte der Preisträger und stiftete ihn zur weltweiten Versteigerung.

Das Finale mit (vorläufigem) Rekord

Während des Minikonzerts von Cellist Jan Vogler und einer stimmgewaltigen Liedpremiere von Nevio Passaro und Domenico Re wuchs die Spendensumme weiter. Alexa Feser hatte es schon vorab die Stimme verschlagen, sie musste ihren Auftritt kurzfristig absagen. Das Finale bestritten 30 Künstler als Chor „Dresden for Africa“ mit „We are the world“. So lautstark, dass alle Mikrofone auf einmal ausfielen und das Publikum nach beseitigter Panne eine ungeplante Zugabe bekam. Am Ende konnte Pfarrer Hippler einen 184.210-Euro-Scheck entgegen nehmen. Die Summe wird noch steigen, denn auch die Erlöse der zur Stunde andauernden After-Show-Party werden gespendet.

Fotos: ©Dagmar Möbius #Gesundheit