Was musste sie nicht alles einstecken: Die Sendezeit nach 22 Uhr war falsch, die Kandidaten halbe Promis und die Show nur ein gestellter Krawallzirkus mit Selbstdarstellern. Für Senderchefin Christina Kuby folgte nach dem "#Big Brother"-Start die Schelte und schnell Ernüchterung. Nach einer phänomenalen Einzugsshow, halbierte sich die Quote der 12. Staffel von "Big Brother". Oft fiel der Marktanteil unter den Senderdurchschnitt. Die Managerin ließ sich nicht beirren. "Big Brother" bekam die Zeit. Viel Zeit. Kritik gern, aber aufgeben - auf keinen Fall.

Nach 22 Uhr war die einzig richtige Wahl

 

Kuby dachte schon gar nicht daran, "Big Brother" nach vorne zu ziehen. Denn das würde wertvolle Zuschauerinnen kosten. Das weibliche Serienpublikum konnte man nicht einfach um 20:15 Uhr die Meute aus dem Haus vorsetzen. Auch war der späte Sendeplatz - bis auf die Liveshow - richtig, weil ähnliche Formate wie "Newtopia" oder die 11. Staffel von "Big Brother" am frühen Abend nicht mehr funktionierten. Und der Jugendschutz konnte nach zehn Uhr auch keinen Ärger machen. Inzwischen ist die mehr oder weniger verlässliche 22:10 Uhr Zeit ein fester Termin bei den meisten Fans. Und schon jetzt geraten Zuschauer in Panik, was man denn nach dem 22. Dezember machen soll. Denn da endet "Big Brother".

Werbekunden interessiert an Big Brother

 

Natürlich wird sich Christina Kuby - beim Blick auf die steigenden Quoten - Gedanken um eine 13. Staffel machen. Denn "Big Brother" wurde für ihren kleinen Sender sixx ein Aushängeschild. Das macht sich inzwischen auch bei den Werbebuchungen bemerkbar. Vielen wird es schon aufgefallen sein: sixx bringt nicht mehr nur eine Werbepause, sondern zwei Unterbrechungen. Allein gestern Abend war die reine Produktwerbung über 10 Minuten. Das nervt vielleicht, ist aber ein gutes Zeichen. Denn der Sender braucht die Einnahmen, um auch zukünftig eine solch teure Show zu stemmen.

Frauen lieben Big Brother besonders doll

In der sixx-Kernzielgruppe, das sind Frauen von 14 bis 39 Jahren, lag der Marktanteil bei der letzten Liveshow von "Big Brother" bei 4,3 Prozent. Ein Traum. Die klassische Zielgruppe fuhr immerhin starke 2,9 Prozent Marktanteil ein. Zur Verdeutlichung: Der durchschnittliche Wert beim kleinen Sender sixx liegt sonst bei etwa 1,4 bis 1,7 Prozent. Und auch #Sky ist mit seinem Livestream mehr als zufrieden - aller Kritik zum Trotz.

Gute Entscheidung: Nein zu mehr Sendezeit

 

Die sixx-Chefin blieb auch mit ihrer konsequenten Haltung zur Sendedauer auf der richtigen Linie. Fans forderten oft eine längere Tageszusammenfassung. Aber gerade die Dauer von täglich netto 45 bis 50 Minuten (ohne Werbung) ist völlig ausreichend. Denn wer den Livestream auf Sky nutzt, kann bestätigen: Es gibt Tage, da bleibt es langweilig im Haus. Die knapp einstündige Zusammenfassung war somit nur konsequent in der Programmplanung.

Nicht ob, sondern wann wird's weitergehen

Und auch in den sozialen Medien wurde "Big Brother" ein Selbstläufer. Zahlreiche Gruppen mit tausenden von Mitgliedern diskutieren auf Facebook und Twitter. ProSiebenSat.1, zu der auch der Sender sixx gehört, bekommt somit täglich Aufmerksamkeit. Da werden Werbekunden hellhörig. In den privaten Gruppen ist mehr los, als auf den offiziellen Fanseiten. Besonders aktuelle Geschehnisse, die auf Sky live übertragen werden, teilen Fans dort sofort. Mehr Mundpropaganda geht gar nicht. Denn die Posts spülen zusätzliche Zuschauer zur Tageszusammenfassung auf sixx. Für Christina Kuby dürfte es also nicht mehr die Frage sein, ob Big Brother weiter gehen wird, sondern wann.

Zur Person

Christina Kuby wurde am 17.12.1981 in Wien geboren. Die Österreicherin ist seit Dezember 2014 Senderchefin von sixx. Eine vergleichbar noch junge Chefin. Sie arbeitet seit 2001 für die ProSiebenSat.1 Gruppe, wo sie sich zunächst als Marketing- und PR-Manager in Österreich einen guten Namen machte. 2010 wechselte Christina dann als Managerin für das Programm zur deutschen Sendergruppe von ProSiebenSat.1.  #Fernsehen