Man darf nicht gemein sein und das neue länderübergreifende Quiz-Format des Ersten, ORF und SRF mit „Einer wird gewinnen“ von Hans-Joachim Kulenkampff vergleichen. Das einzige gemeisame dieser beiden Formate ist die Überlänge. Bei „Spiel für dein Land“ hätten aber schon neunzig Minuten genügt. Hans Sigl zeigte puncto Überlänge Wirkung und musste den Quiz-Ring kurz verlassen. Konditionell überzeugten Maria Fürtwängler, Sandra Studer und Ursula Strauss beim "Planking". Wirklich unterhaltend war eigentlich nur die Gag-Einlage des Charakterkopfes Jürgen Vogel.

Hochmotiviertes Quiz-Team

Präsentator Jörg Pilawa hatte zunächst Mühe die Rateteams einzubremsen, dann gelang es ihm doch die Klatschduelle abzubrechen und die Quizrunde zu eröffnen.

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Die Grundidee ist so alt wie das #Fernsehen, oder besser, das Radio. Quiz-Teams plus Prominente aus Deutschland, Österreich und Schweiz spielten um den Sieg. Jörg Pilawa mit schlichtem, professionell eingeübten Charme und Witzen von vorgestern, führte routiniert durch den (viel zu langen) Abend. Stefan Gubser und Sandra Studer für die Schweiz, Maria Furtwängler und Christoph Maria Herbst für Deutschland und Ursula Strauss mit Hans Sigl für Österreich traten an – dahinter ein Quiz-Team, dessen Meinung am Ende entschied, welcher Lösungstipp eingeloggt wurde.

Highlights des Abends

Jürgen Vogel, als italienischer Kellner verkleidet, testete die Geduld von Restaurantbesuchern in Berlin, Innsbruck und Bern. Sicherlich der amüsanteste Einfall der Sendung, wobei das Ergebnis nicht sonderlich überraschend war.

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In Innsbruck zeigte man puncto Eskapaden des chaotischen Kellners die größte Geduld. Jürgen Vogel präsentierte aber auf alle Fälle wieder einmal die große Palette seines Könnens. Der Quiz-Marathon war auch deswegen recht anstregend, da es keine musikalischen Entspannungspausen gab. Ob man die nun nutzt um sich ein wenig die Füße Richtung WC zu vertreten oder der Musik entspannt zu lauschen, ist natürlich Geschmackssache. Sarah Connor wurde in eine musikalische Rätselrunde eingebunden, aber erst gegen Ende der Sendung.

Was man lernen konnte

Jogi Löw hat einmal Krawatten gekauft, Angela Merkel hatte Schulden (!) und hat als Bardame gearbeitet – zumindest originelles Wissen. Umfragen sind immer mit Vorsicht zu genießen. Speziell wenn es darum geht, wie oft man die Unterwäsche wechselt oder wie oft man fremd geht. Fast überall lagen die Österreicher an der Spitze – sind die etwa am ehrlichsten? Ein wenig mehr Substanz hätte nicht geschadet – warum sollte man in einer Quizshow 2015 auch nicht „echtes Wissen“ abfragen dürfen?

Sportliches

Stephane Chapuisat, Toni Polster und Thomas Häßler traten in den Ring und mussten den Ball 45 Sekunden lang möglichst oft in der Luft mit den im Fußball erlaubten Körperteilen berühren.

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Gezählt wurden die Berührungen, Toni Polster hat gewonnen. Originell die Reaktion von Maria Furtwängler, die der FIFA Schiedsrichterin nicht ganz glauben konnte, dass es leichter ist ein Spiel von Männern zu pfeifen. Original-Wortlaut von Schiri Tanja: „Frauen lassen sich nicht gern von anderen Frauen etwas sagen.“ Im Finale mussten allerdings die drei prominenten Damen einen echten Härtetest bestehen und haben absolut überzeugt. „Planking“, eine längst wieder vergessene Disziplin war angesagt.

Österreich liegt klar voran, Deutschland gewinnt im Finish

Der Spielverlauf ähnelt sehr dem einer Fußballpartie. Zunächst die Schweiz in Führung, Österreich überholt aus dem Windschatten, setzt sich klar ab und verliert im Finish dann doch gegen Deutschland. Man wird aber das Gefühl nicht los, dass die gute Stimmung bei der Show künstlich ist. Der Funke springt nicht über. Und vor allem: viel zu lang das Ganze!

Foto: larslehmann05, flickr.com #Fernsehserien