Das hier gezeigte Artikelfoto ist bereits nicht mehr bei ProSieben für Journalisten abrufbar. Mutmaßlich will der Sender das Bild nicht mehr sehen. Es zeigt ein getötetes Tier. Umgebracht von den Teilnehmern auf "Wild Island", der neuen Unterhaltungssendung auf ProSieben.

Makaberer Filmtrailer

ProSieben kündigt bei Veröffentlichung unseres Artikels auf seiner Homepage noch an: "24 ESSBARE ARTEN... DU BIST EINE DAVON", zu sehen ist ein Krokodil (Bild 2). Der Sender wolle nicht zum Abschlachten von Tieren aufrufen. "Es dient zur Nahrung. Abenteurer töten Tiere, weil sie Hunger haben", sagte Sendersprecher Christoph Körfer dem Medienmagazin dwdl.de.

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"Und das ist in Zeiten, in denen für viele Menschen das Essen als Fertiggericht aus der Tiefkühltruhe kommt, sicher für den ein oder anderen befremdlich."

Kein echtes Überleben, was Töten rechtfertigt

Was Körfer als notwendiges Übel erklärt, wird etwas verklärt begründet. Denn letztlich müssen die Kandidaten eben nicht aus Hunger töten. Sie befinden sich nicht in einer unausweichlichen Überlebenssituation, sondern haben einen Vertrag unterschrieben, wurden zu einer Insel gefahren und drehen ein Abenteuer für die TV-Zuschauer. Dabei wird den Protagonisten durch die Produktionsfirma EndemolShine (produzieren auch Big Brother) das Essen vorenthalten und sie werden der Situation gezielt ausgesetzt. Auf Twitter und Instagram wird der Sender auch massiv wegen mutmaßlicher Tierquälerei angegriffen.

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Rochen mit Spieß durchbohrt, Pelikane gewürgt

So wird die bekannte YouTuberin Barbierella von dwdl.de zitiert und der Branchendienst verweist auf den Link ihrer Protestaktion. Wir haben das Video für euch hier eingebunden. In ihrem Protestvideo beruft sich Barbierella auf gesichtete Szenen aus einem Trailer: "Ein Pelikan wird lachend traktiert und gewürgt", wisse der Internetstar. "Ein Rochen wird mit einem langen Spieß durchbohrt und an den Strand geschoben", klagt Barbierella weiter an. "Die Kandidaten haben von der Materie null Ahnung." Barbierella klagt einen Verstoß gegen das Tierschutzgesetz an. ProSieben kontert: "Unsere Abenteurer sind vorher darin unterwiesen worden, wie man ein Tier artgerecht tötet, ein Jäger ist unter den 14 Abenteurern", so Körfer weiter. "Zudem kann ich für ProSieben versichern: Diese Szenen sind kein großer Teil von 'Wild Island'."

Werbekunden könnten die Show jetzt meiden

Doch vor allem Werbekunden dürften jetzt schon genauer wissen wollen, ob, wie und warum nun Tiere getötet wurden.

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Denn in solch einem Umfeld zu werben, kann nach hinten los gehen. Es hat vier Jahre gebraucht, bis die Werbeindustrie mit der Dschungelshow auf RTL warm wurde. In der ersten Staffel warf man dem Sender vor, Schlangen angeblich zu kühlen, damit sie zur Dschungelprüfung träge bleiben. Da wollte kein Autohersteller oder Lebensmittelproduzent Werbespots schalten. Im Fall von ProSieben könnte es vermutlich schwerer werden, wichtigen Werbekunden zu erklären, dass man doch nur ein lustiges Abenteuer wagen wollte. Denn dafür müssen keine Rochen und Landtiere sterben. 

YouTuberin Barbierella protestiert massiv gegen die ProSieben-Sendung:

Foto: EndemolShine / ProSieben

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