Weihnachtszeit ist Familienzeit, das war einmal in den fünfziger und sechziger Jahren des letzten Jahunderts so. Doch alle Jahre wieder beglückt uns die Werbung mit allerlei Gefühlsduselei, als ob es denen wirklich um Weihnachten geht, denn viele kennen die tiefere christliche Bedeutung nicht einmal mehr. Doch zurück zum einsamen Opa, der zur Weihnachtszeit wieder einmal sträflich von seinen schwer beschäftigten und gestressten Kindern so grausam alleine gelassen wird. Was fällt Opi also Besseres ein, als seinen eigenen Tod vorzutäuschen, um so, seine Lieben zu Weihnachten, in sein festlich geschmücktes Heim zu lotsen?

Ein Sohn bricht seine Geschäftsreise in Asien ab, die er wohl nicht aus Vergnügen macht.

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Die gestresste Tochter, die mit einer Schar von Kindern um sich herum den Haushalt noch bewältigen muss, weil der Mann wohl arbeiten ist, nimmt auch die Strapazen auf sich, um zu ihrem vermeintlich verstorbenen Vater zu kommen und ihm die letzte Ehre zu erweisen. Ein anderer Sohn, ein Viel beschäftigter Arzt in einer Klinik lässt wohl seine Kollegen für ihn einspringen (hoffentlich haben die keine Familie, die sie dann zu Weihnachten alleine zu Hause lassen müssen) und reist zu seinem "verstorbenen" Vater.

Nun alle beisammen und ihre tiefe Trauer und ihre Erschütterung über den Verlust des geliebten Vaters steht allen Familienmitgliedern ins Gesicht geschrieben. Zerknirscht schreiten sie also in die Wohnung des Scheintoten, die auch noch festlich geschmückt ist, was bei den Kindern für einige Verwirrungen sorgt.

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Und oh welch Wunder, Papa lebt ja noch, kommt hinter der Küchentüre hervorgeschlichen.

Er ist ja gar nicht Tod dieser Schlingel, hat sich nur einen Schabernack mit seinen Kindern erlaubt, damit er zu Weihnachten nicht alleine ist. Spätestens jetzt würde in der Realität Zeter und Mordio losbrechen.  Was Opi sich hat da einfallen lassen, dürfte zu einem Zerwürfnis mit seinen Kindern führen. Doch nicht so in der heilen Welt von EDEKA, denn da sitzen sie nun alle beisammen um den gedeckten Tisch und feiern den "Geist der Weihnacht"

Nein das kann es nicht sein, so bescheuert kann keine Werbung sein, um uns auf solch eine triviale und dumpe Art den "Geist von Weihnachten" NICHT näher bringen zu wollen, oder etwa doch? Mit über 30 Millionen Klicks innerhalb von einer Woche auf You Tube, sprengt diese Werbung wohl alle Werberekorde.

Diese Art von Weihnacht hat genau so viel mit Weihnachten zu tun, wie der weiß-rote Onkel mit Kapuze, der uns alljährlich zu Weihnachten "beglückt". Selbst wenn diese Werbefigur eines bekannten Limonadenherstellers, den historischen Bischof Nikolaus von Myra zum Vorbild hatte und auf eine alte Tradition des Beschenkens zurückgreift. 

Doch eins lehrt uns diese Werbung, Weihnachten ist zu einem weltweiten Klamauk ohne näheren Sinn verkommen.

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Zu einem Geschenkefest, mit der Maxime, besser, größer, teurer.

Die Sehnsucht der Menschen nach Frieden, Glück und Harmonie in einer aus den Fugen geratenen Welt, drückt sich eben auch in diese Klicks und den Kommentaren auf You Tube aus und das aus aller Welt.

Wie es scheint, hat EDEKA es geschafft, den Nerv der Zeit, mit dieser Werbung zu treffen. Vielleicht besinnt sich der eine oder andere dann doch noch und erkennt den Wahren Wert der Weihnacht für sich und seine Lieben und natürlich auch für den Nächsten und den Fremden, der Schutz und Hilfe in dieser schweren Zeit, braucht.

In diesem Sinne wünsche ich allen noch ein friedliches und besinnliches Weihnachtsfest.   #Marketing #Fernsehen