Vor #Helene Fischer gibt es kein Entrinnen. Egal welcher Sender, überall lächelt einem der Schlagerstar sanft entgegen. Besonders schlimm ist es um die Weihnachtszeit, so war es auch schon 2014 und 2013.

Selbst Zuschauer, die Fischers Musik bisher tolerant gegenüberstanden und gewillt waren, auch ihren tänzerischen und gesanglichen Fähigkeiten etwas Positives abzugewinnen, werden mittlerweile übellaunig bei der Multipräsenz dieses schablonenhaft hübschen Wesens. Manch einer fragt sich sogar, ob hier ein lebendiger Mensch agiert. Soviel Perfektion kann doch nicht mehr irdisch sein. Die Medien zumindest setzen nach wie vor „vollumfänglich“ auf Helene Fischer, denn andere Promis stellt sie locker in den Schatten. Helene steht (noch) für hohe Einschaltquoten.

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Helene Fischers Perfektion gnadenlos ausgeliefert

Wer sich öffentlich kritisch gegenüber dem mediengemachten Star äußert, muss mit einem gewaltigen Shitstorm rechnen. Im harmlosesten Fall wird ihm Neid unterstellt, das allseits beliebte KO-Kriterium. Manch einer wird sogar zu einer Gegendarstellung gezwungen. Wie auch immer, die in den Medien und Kommentaren verbreiteten Meinungen sind überwiegend positiv. Ausgewogenheit sucht man hier vergebens. Kann es wirklich sein, dass die ganze Nation diese Musikrichtung und die Art der Darstellung gutheißt? Ist es nicht auch möglich, dass anders Denkende ihre Meinung für sich behalten, weil sie keine Lust auf Hasskommentare haben? Freie Meinungsäußerung ohne Konsequenzen ist in Bezug auf Helene Fischer ein genauso großes Märchen wie die heile Welt, die sie verkörpert.

Helene Fischer liefert gut gemachte Unterhaltung und hat ihr Stammpublikum.

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Sie hat keinen Bildungsauftrag und wer ihre Musik nicht mag, hört eben etwas anderes. Dennoch sollte man sich gegen die Helene Fischer-Überschwemmung wehren dürfen. Mittlerweile fragen sich immer mehr, warum ein Schlagerstar, dessen Worte ebenso uniform und platt klingen wie die gesungenen Texte, große Abendunterhaltungsshows moderieren darf. Hat die Deutsche Medienlandschaft wirklich nicht mehr zu bieten?

Carolin Kebekus bekommt bei Helene Fischer Aggressionen

Carolin Kebekus, die sich bereits als Helene Fischer-Hasserin geoutet hat, muss hierfür einiges einstecken. Aber sie teilt auch aus, und das nicht zu knapp. Zweifellos ist auch Kebekus‘ Humor, der oft unterhalb der Gürtellinie stattfindet, gewöhnungsbedürftig, aber sie spricht aus, was viele denken. Ihnen tut es gut zu hören, dass sich jemand offen traut, dem Helene-Weichspülwahn etwas entgegenzusetzen. Auf die gesunde Mischung kommt es an. Ob Helene Fischer der Erfolg Recht gibt, kann bezweifelt werden. Die Medienmacher sollten aufpassen, dass aus dem Hype kein Schreckgespenst wird.

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Mittlerweile wirkt schon die Vorstellung, auf dem Weihnachtsmarkt mit Helene Fischer Songs berieselt zu werden, auf Tausende so abschreckend, dass sie gar nicht erst hingehen.

Bild: Fred Kuhles (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons #Google #Fernsehen