Die #Hells Angels haben im Februar einen Fanshop in Mönchengladbach eröffnet und damit bundesweit für Aufsehen gesorgt. In dem Geschäft finden Sympathisanten des Motorradklubs von Kleidung über Accessoires bis hin zu Kleinmöbeln und Aufnähern alles was das Herz begehrt. Trotz der Tatsache, dass hier keine illegalen und verbotenen Abzeichen oder sonstige Utensilien angeboten werden, stellten verschiedene Medien die Eröffnung als einen Skandal dar. Nun erhält Betreiber Ramin Y. prominente Unterstützung. Kein geringerer als #Bushido, Deutschlands bekanntester Rapper, hat am Wochenende nämlich Werbung für den Shop gemacht.

Bushido präsentiert sich mit den Hells Angels

Bushido war am vergangenen Freitag in einem Club in Heinsberg aufgetreten und statte dem Hells Angels Fanshop am Samstag einen Besuch ab.

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Auf Facebook postete der Rapper anschließend ein Foto und schrieb dazu „Besucht unseren Bruder Ramin in der Hauptstraße 110 in 41236 Mönchengladbach!!!". Es ist kein Geheimnis, dass Bushido mit dem Motorradklub sympathisiert.  Schon vor drei Jahren spielten drei Mitglieder des Hells Angels Chapter „Berlin City“ in seinem Video-Clip zu „Mitten in der Nacht“ mit. Zudem sorgte die Tatsache, dass Arafat Abou-Chaker in der Vergangenheit ein Foto mit dem Hells Angels Chapter aus Mönchengladbach auf einem Konzert von Bushido aufgenommen hatte, bundesweit für Schlagzeilen. Da in keinem der Fälle eine Straftat begangen wurde, ist die mediale Aufbauschung dieser Vorfälle zu einem Skandal jedoch äußerst fragwürdig. Schließlich ist der Kontakt oder die Sympathie für Rocker hierzulande glücklicherweise noch immer keine Straftatbestand.

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Betreiber Ramin Y. stellte bereits im Februar gegenüber der RP Online klar, dass es sich bei den angebotenen Waren lediglich um Supporter-Artikel und nicht um verbotene Kleidungsstücke der Hells Angels handele und auch Rechtsanwalt Florian Albrecht bestätigte damals gegenüber dem Nachrichtenmagazin, dass der Shop im Einklang mit dem Gesetz stünde, schließlich verdiene Ramin auf legale Weise Geld und zahle darauf Steuern. Die Aufregung erscheint demnach völlig unbegründet.

Rocker muss für seine Sympathie zu den Hells Angels zahlen

Allerdings verdeutlich nicht nur der Fall von Bushido, dass die Diskussion um Kleidungsstücke der Hells Angels an Absurdität kaum zu überbieten ist. In Bremen wurde ein 51-jähriger vom Landesgericht zu einer Strafe in Höhe von 500 Euro verurteilt, da er an seinem Automobil einen Aufkleber mit dem verbotenen Schriftzug „Big Red Maschine“ kleben hatte. Dieses und alle weiteren Symbole des Hells Angels MC Bremen sind seit dem Jahr 2013 in der Hansestadt verboten.

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Dabei scheint es auch unerheblich zu sein, dass dieser Schriftzug auch für einen amerikanischen Baseball Verein steht. Die Angelegenheit wird noch skurriler, wenn man bedenkt, dass die Verbote nicht auf Symbole des erlaubten Hells Angels MC Bremen Nachfolgers "MC Westside" zutreffen und der BGH im letzten Jahr sogar das Kuttenverbot für Motorradklubs als unzulässig erklärt hatte.

Es ist schon bezeichnend, dass sich deutsche Gerichte mit solch vermeintlich banalen Themen auseinandersetzen müssen und diese von einer Mehrzahl der Medien zu Skandale aufgebauscht werden. Da wäre es auch kaum noch verwunderlich, wenn in einem nächsten Schritt tatsächlich versucht werden würde, bald den Kontakt zu Rockern zu einer Straftat zu machen. Dies wird aufgrund der Gesetzeslage in Deutschland wohl jedoch nie so weit kommen. Dennoch hinterlassen die jüngsten Ereignisse einen faden Beigeschmach und vermitteln fast den Eindruck,  als wenn es hierzulande keine dringenderen Probleme zu lösen gibt, als Kleidungsstücke von Rockern oder Sympathien zu den Hells Angels.