Einige von euch haben da noch nicht mal das Licht der Welt erblickt: Es war der 11. Mai 1992, als um 19.40 Uhr zum ersten Mal das Jingle ertönte: "Ich seh' in dein Herz..." #RTL begann seine Soap "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten". Der Sender ahnte damals nicht, dass sich diese Serie zur erfolgreichsten Soap im deutschen #Fernsehen entwickeln wird. Heute ist die Serie nach wie vor eine Goldgrube. Vergleichsweise günstig zu produzieren, aber mit dauerhaft stabilen Quoten in der Zielgruppe. Nach 24 Jahren bleibt die Serie für die Werbekunden und RTL eine sichere Bank.

Handtuch und 'n Radio-Gag

Heute bin ich dankbar, Teil des Erfolges gewesen zu sein.

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Ich bin damals mehr oder weniger durch Zufall in die Serie gekommen. 1999 war ich Praktikant beim Privatradio 104.6 RTL in Berlin. Wir haben als RTL Radio der Sendergruppe erfahren, dass GZSZ ein Casting in Berlin macht. Dort bin ich hin und habe vorgesprochen. Ich sollte mit einem Küchenhandtuch eine Szene in der Bar spielen. Die Castingchefin Simone sprach ihren Part und ich sollte improvisieren. Da ich bei RTL-Radio damals als Comedy-Autor auch Witze schrieb, machte ich mich zum Affen und baute eine olle Pointe aus einem Gag der Morgensendung ein.

Peinlich: Jeanette Biedermann für Komparse gehalten

Zwei Tage später rief mich ein André an und sagte am Telefon: "Biste morgen bitte 13.40 Uhr zur Stellprobe da." Ich fragte: "Wie, bin ich dabei?" André: "Ja, Du stehst im Plan, also 13.40 Uhr.

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Tschüss." In Babelsberg angekommen, gab es einen Aufenthaltsraum, wo auch die Komparsen saßen. An einem Tisch stand die damals noch unbekannte Jeanette Biedermann, die zeitgleich mit mir anfing, ganz allein. "Biste Komparse hier", frage ich sie. "Nee, neue Hauptrolle, spiele die Marie." Autsch! Biedermann gab mir ein Jahr später, als ich zur Zeitung wechselte, ihr erstes großes Interview als Sängerin. Ich machte eine Reportage über sie. Es war meine erste große Story als Journalist und eine exklusive dazu. Biedermann hätte auch zur Bild gehen können. Machte sie aber nicht. 

Wegen Verspätung am Set hieß ich eben weiter Marcel

Am Set stand ich dann hinter der Bar. Ich sollte fortan der Aushilfskellner in "Daniel's Bar" sein. Der Regisseur kam rein. "Wer bist Du denn?" Ich sagte, dass ich Marcel bin. "Nein wer Du in der Serie bist?!" Man hatte schlicht und ergreifend keinen Namen für den neuen Barkeeper gehabt. Da wir schon 45 Minuten im Verzug waren, hieß ich einfach weiter Marcel. Und so war ich Marcel, der Barkeeper.

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Gedreht wurden aus Kostengründen bestimmte Szenen immer an einem Tag. So waren Barszenen meist Dienstag und Donnerstag im Drehplan. Da wir als Schauspieler damals bei GZSZ pro Tag bezahlt wurden, war das Tageshonorar gut, aber nie ausreichend. Ich war Nebendarsteller mit weniger Text. Dafür war's okay.

Oli P. war bodenständig und Rhea Harder oft beim Lidl

Ich lernte Rainer Meifert kennen, Oliver Petszokat (Oli P.) auch. Von allen wurde man stets fair behandelt. Ich habe nie Starallüren wahrgenommen, obwohl GZSZ Ende der 90er unglaublichen Erfolg hatte. Oli P. kam immer zu einem hin und gab die Hand. Egal wie klein deine Rolle auch war, du gehörtest für Oli immer dazu. Er fragte stets, ob es einem gut geht und merkte sich auch persönliche Dinge, die man ihm erzählte. Für mich war er der bodenständigste Superstar der 90er. Rhea Harder (spielte Flo Spira) wohnte damals auch im Berliner Bezirk Friedrichshain, wie ich. Manchmal trafen wir uns im Lidl in der Boxhagener Straße. "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" habe ich als kleine Familie in Erinnerung behalten - und geliebt. 

Die 6.000 Folge von "Gute Zeiten, Schlechte Zeiten" kommt am 18. Mai um 19:40 Uhr in Spielfilmlänge (bis 21.15 Uhr). Im Anschluss sendet RTL um 21.15 Uhr das Special "Die GZSZ-Erfolgsstory".

Fotos: RTL / Philipp Rathmer; Screenshot RTL Passion

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