Ob Dschungelcamp oder #Big Brother: Nach wie vor glauben die Teilnehmer solcher Trash-Shows, auf Mallorca das schnelle Geld machen zu können. Auch Jana Wagenhuber hatte einen Traum von Mallorca. Zuvor lebte sie ein Jahr lang auf der Insel, wie sie uns bereits erzählte. Nun blickt sie auf ihre Karriere am El Arenal zurück. Die, wie sie gleich erzählt, verdammt viel mit Glück zu tun hatte.

RTL hing große Plakate auf

Nach Deiner Big Brother Staffel hat es Dich zurück auf die Insel verschlagen. Warum? Ich habe ja dort gelebt und mir in der Zeit im Oberbayern und Bierkönig die Künstler angeschaut. Ich habe sie immer beneidet.

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Ich wollte auch sowas machen. Durch meine Teilnahme bei Big Brother, damals bei RTL2, haben mich einige Zuschauer gekannt. Diese Bekanntheit wollte ich nutzen und mir mit Partyschlager etwas aufbauen.

Das wollen bis heute ja viele Teilnehmer. Oh ja, Marcel. Und das ist gar nicht so einfach. Denn bereits nach der 9. Staffel, wo ich dabei war, hatte das Format seine besten Zeiten bereits hinter sich.

Und was hast Du besser gemacht? Erstmal war ich auf der Suche nach einem bezahlbaren Produzenten, der sich auch auf das Projekt, welches ich plante, einlassen konnte. Ich wollte auf die Bühnen Mallorcas! Nicht jeder Produzent macht aber Mallorca-Schlager. Da war es nicht leicht einen Produzenten zu finden, der diese Kriterien erfüllte. Ich versuchte da auch ein wenig mit meiner dreijährigen Gesangsausbildung zu überzeugen.

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Dann kam der große Auftritt im Oberbayern. Wie bist Du da rein gekommen? Das habe ich #RTL zu verdanken. Denn RTL schickte ein Kamerateam mit mir ins Oberbayern. Dieser Auftritt wurde nur für eine „Explosiv Weekend“-Reportage organisiert. Zu meiner Überraschung waren überall in El Arenal Flyers verteilt und es hingen große Plakate, die den Auftritt ankündigten. Ich staunte nicht schlecht.

Sowas passiert heute bei RTL nicht mehr. Stimmt. Da hatte ich echt Glück gehabt. Ich bin heute noch gerührt darüber, wie sich Trauben von Menschen um mich bildeten. Wahnsinn!

Warum ist das heute nicht mehr so? Fast jeder, der aus einem Trash-Format kommt, will danach auf Mallorca durchstarten. Inzwischen ist das komplett abgelutscht.

Chef kam mit Champagner und einem Vertrag

Bleiben wir noch mal in Deiner Zeit. Was lief da hinter den Kulissen ab? Die Leute kannten unseren Song, da er auch von RTL2 promotet wurde. Ich bin davon ausgegangen, wir haben unseren Auftritt eh nur wegen der RTL-Reportage.

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Doch nach dem Auftritt kamen die Chefs mit Champagner nach hinten und hielten mir einen Vertrag unter die Nase. Ich war baff.

Wie Vertrag? Ab sofort durfte ich wöchentlich im Oberbayern auftreten. Es war ein Bühnenprogramm von 20 Minuten. Ich hatte so ein Glück gehabt.

Wie war das Publikum damals? Vor dem ersten Auftritt hatte ich große Angst. Denn ich hatte gehört, dass Künstler auch mit Biergläsern beworfen werden. Jedoch war der Big Brother Hype noch groß genug und der Laden immer voll. Deshalb hatte mich mein Chef auch weiterhin gebucht.

Hattest Du dann ein Hotelzimmer die ganze Saison über? Dienstag Hinflug, abends Auftritt, Mittwochmorgen zurück - und dazwischen ein paar Stunden Schlaf in einem Künstlerapartment. Das sind ganze Wohnungen. Hier lebte man mit Tim Toupet, Peter Wackel oder Anna-Maria Zimmermann Tür an Tür.

Was passierte bei Dir nach der Saison? Dann ging es ab auf die Piste mit Apres Ski Partys in Deutschland und der Schweiz. Mein Glück war dabei, dass ich mittlerweile auf sämtlichen Ballermann-Hits mit meinen Songs vertreten bin. In der Partyschlagerszene blieb ich so bekannt.

Was würdest Du Leuten raten, die auf Mallorca singen wollen? Du musst in den Medien stark vertreten sein. Am besten die großen Sender. Die richtigen Kontakte und eine riesige Portion Glück sind auch wichtig. Du musst eine Person sein, die das Publikum nicht von vorn herein ausbuht. Wer das schafft, hat eine aufregende Zeit und ein tolles Jetset-Leben. Das ist die süße Seite von Mallorca - aber kein Vergleich zum Alltagsleben dort. #Musik