Borris Brandt, seines Zeichens langjähriger Geschäftsführer von Endemol Deutschland (2001-2008) und ausgewiesener TV-Experte. Der 55-Jährige Hamburger stand Holger Guderitz Rede und Antwort. Lesen Sie hier nun Teil 2 des Gesprächs.

Borris, gestern am Ende des ersten Teils hatten wir darüber gesprochen, ob du das deutsche #Fernsehen noch verfolgst. Den Neustart "Mensch Gottschalk" hast du schon kritisiert. Wie siehst du denn die Lage bei den öffentlich-rechtlichen Sendern?

Das gleiche wie bei "Mensch Gottschalk" gilt auch für die neuen Shows beim ZDF oder in der ARD. Mann, Mann. Was für ein schwammiges Geplätscher. Und gute Moderatoren wie Pilawa oder Gaetjen, die dann im seichten Brei versinken tun mir leid.

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Aber mich wundert es, dass keiner sagt "Bleib doch bei Moderationen für die Putenwurst" oder "Sag nette Worte bei Hauseinweihungspartys auf Sylt". Aber wenn dann richtig tolle Formate kommen, dann feiern wir das zuhause auch ordentlich, fast wie früher.

"Sing meinen Song", "Kitchen impossible", "Tauschkonzert", "Sherlock", manche Ausgaben von "Lanz" oder gute Filme und Krimiserien beim ZDF, Netflix-Serien wie "Fargo", "Ripper Street" oder "Motive". Wenn man sucht, gibt es genug tolles Fernsehen,- und kein Grund zur Langeweile.

Gehen wir etwas weg vom TV und kurz zu deiner Vergangenheit. Auch vor deiner Zeit bei Endemol, wo du von 2001 bis 2008 warst, bist du nicht untätig gewesen. Kannst du unseren Lesern kurz zusammenfassen, was du davor gemacht hast?

Gerne. Ich habe mal Werbekaufmann gelernt und für Modekonzerne, Radiosender und Disney gearbeitet.

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Dann war ich Marketingdirektor der 20th Century Fox in Frankfurt, habe für ProSieben erst Filme entwickelt, dann die Eigenproduktion geleitet und dann den ganzen Sender. Schön für mich dabei war, dass nie wieder wurden so viele gute Filme produziert wurden und nie wieder waren die Gesamtquoten so hoch. Einzelne Menschen und Formate, von Raab bis Galileo, haben den Sender ja noch Jahrzehnte lang getragen.

"Ich habe die Chance, Menschen jeden Tag glücklich zu machen"

Wie am Anfang angesprochen, hast du dich aus dem großen TV-Buisness zurückgezogen. Was machst du heute?

Ich bin verantwortlich für das gesamte Entertainment der AIDA Flotte. Über 200 Liveshows auf elf Schiffen. Jede Woche, inhaltliche Freiheit, jedes Genre und viel Fernsehproduktionshandwerk. Immer unfassbar komplexe, oft schwankende Rahmenbedingungen und insgesamt immer eine gesunde Mischung zwischen hartem Business und kreativer Freiheit. Aber noch viel wichtiger: Die Chance jeden Tag Menschen glücklich machen zu dürfen, den Gästen die schönste Zeit ihres Jahres zu veredeln, sie positiv zu überraschen, ihnen Dinge zu bieten, die sie weder erwarten noch aus ihrem Alltag kennen, einfach großartig.

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Fühlt sich an, wie in den goldenen Tagen des Fernsehens.

Außerdem: Nach fast 5 Jahren haben AIDA und ich aus der Zusammenarbeit auch ordentlich etwas gelernt. Jeder Tag fügt meinem Leben Erfahrungen aus den Bereichen Nautik, Hotellerie , Gastronomie und Management hinzu und andersrum. Jjeder Tag, jedes Format, jeder Schritt in der Unterhaltung macht auch AIDA in diesem Bereich besser, stärker und spannender. Fühlt sich im Alltag meistens ganz ganz toll an und ich habe immer noch Gänsehaut vor Freunde wenn ich mit Familie oder beruflich an Bord gehe.

Was genau ist da deine Aufgabe?

Unsere Gäste durch ihre schönste Zeit des Jahres führen. Sie unterhalten, betreuen und informieren , ihnen Freude bereiten, sie überraschen, sie unterhalten, ihnen etwas beibringen. Und das nur in meinem Bereich mit mehr als 800 Kollegen an elf fahrenden Orten und in Hamburg und weiteren 7000 Kollegen aus mehr als 30 Nationen in der AIDA Familie. Großes Kino.

 

Morgen im dritten Teil erfahren Sie, was genau auf der AIDA angeboten wird. Außerdem: Big Brother - Die große Abrechnung.

 

Teil 1 des Interviews finden Sie hier.

  #Big Brother #Reality-TV