The Purge kommt zurück. Die fiktive Gesellschaftskritik in geballter Action wurde bereits im ersten und zweiten Teil zum unerwarteten Kassenschlager: Zwölf Stunden absolute Gesetzlosigkeit - alle Verbrechen, inklusive Mord, sind in der so genannten alljährlichen Purge-Nacht erlaubt. Der Film spielt in den USA, dem Land mit den meisten Schusswaffen und Tote durch Waffen weltweit. Bei "The Purge 3 - Election Year" lässt Regisseur James DeMonaco seine gnadenlose Gewaltorgie sogar noch politischer werden.

Parallele zur Realität

Kaum war ein Film so aktuell und passend wie "The Purge 3". Noch immer ist Amerika im Schockzustand wegen dem Terroranschlag am 12. Juni 2016 in Orlando mit 49 Toten.

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Präsidentschaftskandidat Donald Trump versucht das Ereignis für den Wahlkampf zu instrumentalisieren, zumindest werfen ihm das seine Gegner vor. Bei "The Purge 3" geht es auch genau um diese Politisierung. In dem Film plädiert eine aufstrebende Senatorin für die Abschaffung der alljährlichen Säuberung. Denn die Waffengewalt richtet vor allem gegen die Armen und Unschuldigen. Damit gerät die Senatorin in das Visier und muss in der Purge-Nacht um ihr Leben fürchten. Auf sie beginnt eine Jagd. Ihre Gegner plädieren weiterhin für die Waffen.

Touristen aus aller Welt kommen zum purgen

Mit jedem Teil wird "The Purge" brutaler, was dem Erfolg ganz und gar nicht schadet. Im Gegenteil. Die weltweiten Einspielergebnisse liegen schon jetzt bei knapp einer viertel Milliarde Dollar. Im dritten Teil werden nun auch mordlustige Touristen aus aller Welt in die USA kommen und Verbrechen begehen.

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Viele Touristen überleben die Nacht jedoch selbst nicht. Dabei setzt der Film neue Maßstäbe und versucht den Waffenfanatismus der Amerikaner so kompromisslos und provokant wie nie zu zeigen. Dabei achtet der Film regelmäßig darauf, dass die Hauptakteure, wie auch diesmal wieder Leo Barnes (Frank Grillo), ganz klar die Purge ablehnen. Der knallharte Überlebenskampf wird dabei sehr deutlich gesellschaftskritisch reflektiert.

Das sagte die FSK zu ihrer "milden" Einstufung

Und genau das ist der Grund, warum die FSK hierzulande die Filmreihe milder bewertet - trotz der brutalen Szenen. Die Einstufung erfolgte auch beim dritten Teil mit FSK 16. Eine Begründung steht noch aus. Im letzten Jahr begründete die Bundesprüfstelle ihre eher großzügige Freigabe vom 2. Teil damit, dass "trotz der drastischen Gewaltdarstellungen (...) die Idee der Gewaltnacht einen gesellschaftskritischen Hintergrund hat". Sie werde von mehreren Protagonisten abgelehnt. Auf Grund dieser moralischen Positionierung von The Purge war man bisher geneigt, den Film ab 16 freizugeben.

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Dies durfte wohl auch beim dritten Teil ausschlaggebend gewesen sein.

Fazit:

Mit einem Budget von gerade einmal 10 Millionen Dollar ist den Machern der härteste Teil der Reihe gelungen, der den Kinobesucher geschockt und mit einem Kopfschütteln zurück lässt.

"The Purge 3 - Election Year" startet bundesweit am 15. September 2016; Altersfreigabe ab 16 Jahren.

Fotos: Universal Pictures (LIZENZFREIE Pressebilder) #Kino #Hollywood #Terror