Man spricht offiziell von Kundenrückgewinnung. Kein Anbieter will gern seine zahlende Kundschaft verlieren. Auch im PayTV-Bereich sowie auf dem Video-on-Demand (VoD) Markt hat man schon lange erkannt wie wertvoll König Kunde ist. Doch es gibt auch eine andere Seite: Die strategischen Kündigungen, unter denen vor allem #Sky leidet. Also Kunden die genau wissen, dass sie bleiben wollen, aber lediglich ein besseres Angebot rausschlagen wollen. Die Autorin hat sich seit 2015 bei einigen Anbietern angemeldet und Abos abgeschlossen. Was passiert, wenn Anna kündigt?

Sky: "Nein" kommt an

Kein anderes Unternehmen ist so gebeutelt von strategischen Kündigungen, was aber ein bisschen Schuld eigen ist.

Werbung
Werbung

Der PayTV-Marktführer Sky erhöhte erst zum Monatsanfang die Preise und stuft seine Kunden nach der Mindestlaufzeit bei günstigeren Abos sofort auf reguläre Preise hoch. Diese sind oftmals doppelt so hoch. Bei Sky gibt es ganze Foren, die Tricks verraten wie man sich verhalten soll, wenn ein Rückgewinnungsangebot kommt. Ich wollte Entertainment, Sky Cinema und Premium HD - regulär über 40 Euro. Man bot mir 19,95 Euro an, zzgl. einer Aktivierungsgebühr von 24,95 Euro. Diese Gebühr wollte ich nicht bezahlen, sagte "Nein" und rechnete vor, dass Sky immerhin bei Kündigungsrücknahme knapp 240 Euro an mir verdienen wird. Und siehe da, keine Aktivierungsgebühr. 12 Monate für unter 20 Euro. Das war fair.

Amazon: Ein Monat dazu

Der Versandhändler ist Marktführer beim VoD. Serien wie "Unreal" oder "Lucifer" haben mich gefesselt.

Werbung

Oft kommen Filme in der Primemitglieschaft nur wenige Monate nach der Erstausstrahlung bei Sky. "Mission Impossible 5" von Paramount Pictures kam sogar vor Sky bei Amazon Prime, weil Sky keinen Deal seit 2012 mehr mit dem Verleiher hat und nur noch Pay-per-View Abrufe des Verleihers anbieten darf. Prime ist knallhart kalkuliert. Für 49 Euro bekomme ich nicht nur kostenlosen und schnellen Versand für die meisten Artikel, sondern eben auch viele Filme und Serien ein ganzes Jahr inklusive. Amazon lässt nicht mit sich reden. Rabatte gibt es nicht. Bei berechtigten Reklamationen bietet Amazon in Einzelfällen die Verlängerung der Prime-Mitgliedschaft für einen Monat gratis an. 

Watchever: Test abgesetzt

Der Test wurde nicht mehr fortgeführt, da Watchever am Jahresende seinen Betrieb in Deutschland einstellen wird. Wir haben aber zwei Monate zum Preis von einem im Januar 2016 bekommen. Watchever beendet seinen Streamingdienst am 31.12.2016.

Netflix: Nichts zu machen

Der amerikanische Anbieter, der erst kürzlich sein üppigen Etat für Produktionen auf mehr als eine Milliarde US-Dollar erhöht hatte, zog die Preisschraube in Deutschland am 1.

Werbung

August 2016 an. Preisnachlässe gibt es auf Nachfrage bei der Hotline nicht. Wer kündigen will, soll es tun. Man spricht die Qualität seiner Serien offensiv an und begründet die Kosten dafür nachvollziehbar. Fazit: Qualität hat bei #Netflix seinen Preis. Basta!

Maxdome: Fast geschenkt

Der einstige Pionier im Video-on-Demand Markt fristet auf Platz 3 weit abgehangen von Amazon und Netflix sein Dasein. Dabei hat der Anbieter durchaus gute Serien im Angebot, wie "Royals", "Jane, the Virgin" oder zuletzt die Hexenserie von TNT "Salem". Das Kinderangebot ist sehr umfangreich und man greift auf viele Shows der ProSiebenSat.1 Gruppe zu. Die Filme im Paket sind durchaus aktuell, können aber nicht mit der Aktualität von Amazon Video mithalten. Es fehlt an eigenen Produktionen. Der Kundenservice ist tadellos und sehr freundlich. Und was soll ich sagen? Der Gewinner ist auch #Maxdome. Statt 7,99 Euro monatlich bot man mir Maxdome für 2,66 Euro für ein halbes Jahr pro Monat an. Das ist ein echtes Schnäppchen.

Fazit:

 

Rabatte sind drin, am meisten bei Maxdome. Amazon bietet alternativ manchmal Prime-Verlängerungen gratis an. Netflix ist sturr und bei Sky ist bei der Aktivierungsgebühr was zu machen, wenn man diskussionsfreudig ist und vergessen kann, dass der genervte Callcenter-Agent Sie wohl hassen wird.

Foto: Amazon PR