Eigentlich macht #Sky bei seinem neuen Video-on-Demand Angebot vieles richtig. Das Sky Ticket - also das Angebot des PayTV-Senders ohne Abo und Vertragsbindung - überzeugt in einem Test, wo die meisten Spielfilme in HD ready Qualität (statt bisher in reinem SD) zu sehen sind. Serien im Entertainment-Ticket werden fast durchwegs in HD (mit bis zu 1080i) gestreamt und endlich kann man auch die Bundesliga bei Bedarf hinzubuchen. Sky verwendet bei der Kommunikation die "Du"-Form und duzt seinen Ticket-Abonnenten. Sämtliche E-Mails sind auf jugendlich gepusht ("Hey Anna, ab und zu mal was Neues - das verstehen wir..."). Aber Sky versemmelt das Ganze an anderer Stelle.

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Denn beim Widerrufsrecht für das Angebot Sky Ticket steht der Sender unter Beschuss. Leider noch zu Recht!

Anna schloss 4 Abos ab

Sobald man sich bei Sky Ticket online anmeldet, erhält man eine E-Mail mit einem Aktivierungslink. Klickt man diesen Link, würde man sein Widerrufsrecht vollständig verlieren. Nur, wie soll man ein Produkt vorab prüfen, wenn man es nicht aktiviert? Übrigens läuft das nur bei Sky Ticket so ab. Abonnenten werden stattdessen umgarnt. Aber dazu später. Um ganz klar zu belegen, dass sich Sky hier selbst intern widerspricht, bin ich bei der Recherche wie folgt vorgegangen: Ich habe beim Fachhändler Tagaro und direkt bei Sky im Zeitraum vom 02.08. bis 25.08.2016 Sky Aboverträge mit verschiedenen Namen von Kollegen (mit Einverständnis) abgeschlossen und nach 12, 13 und 14 Tagen fristgemäß widerrufen.

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Und ich habe ein Sky Ticket bestellt und bereits nach nur einer Stunde(!) widerrufen. Was passierte? Werde ich - wie die Verbraucherzentrale Hamburg Sky unterstellt - vor allem bei Sky Ticket am Widerruf gehindert?

Rabatt beim Vertrag - Diskussionen beim Ticket

Die Antwort ist bei Sky Ticket eindeutig: Ja, das werde ich! Während die regulären Verträge 12, 13 und 14 Tagen ordnungsgemäß - sogar noch vor Rücksendung der Smartcard und Leihreceiver - storniert wurden, ließ man mich bei Sky Ticket nicht aus dem Ticket raus. Auf der Hotline erklärte man mir am 25.08.2016, dass ich mit dem Aktivierungslink mein Widerrufsrecht verworfen hätte. Denn ich könnte mir ja das Ticket buchen und einfach eine Serienstaffel anschauen und dann widerrufen. Ich habe aber nach einer Stunde widerrufen und nachweislich nix geschaut. Über eine halbe Stunde sprach ich mit Teamleitern. Vergebens. Beim Widerruf der regulären Abonnements warf sich Sky zwei mal ins Zeug - alles inklusive Bundesliga und Premium HD für nur 34,99 Euro, wenn ich bleibe.

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Verbraucherzentrale über Sky: "Es ist anmaßend"

Seltsam ist, dass sich Sky nicht stört, wenn ich beim Abo vorab das Produkt nutze. Sky erzählte mir aber im Fall von Sky Ticket, dass man die Bereitstellung der Inhalte bereits vollständig vollzogen habe und somit nicht widerrufen werden darf. Im Abo okay, beim Ticket nicht in Ordnung? Ja, meint Sky. So ein Unfug, findet auch die Verbraucherzentrale Hamburg. "Es ist anmaßend, wenn Sky entgegen der Rechtslage mitteilt, dass man mit der Bereitstellung der digitalen Inhalte angeblich das Widerrufsrecht verliert." Bis heute hat sich diese Praxis von Sky nicht geändert. Das Verfahren der Verbraucherzentrale gegen Sky ist noch anhängig. 

Fazit:

Neuer Name, neue Preise - und leider alte Gewohnheiten. Sky Ticket ist in Sachen Widerrufsrecht nicht kundenfreundlich geworden und versucht nur Vertragskunden mit satten Rabatten vom Widerruf abzuhalten. Ticket-Kunden sollten auf ihren Widerruf bestehen und sich nicht von den Aussagen beeindrucken lassen. Laut Verbraucherzentrale ist bis heute kein Fall bekannt, wo Sky bei seinem Onlineangebot gegen einen Kunden vor Gericht zog, weil er auf seinen Widerruf innerhalb der 14 Tage bestand. Traurig ist das trotzdem, denn Sky ist mit Sky Ticket endlich ein ausgereifteres Produkt gelungen.

Hilfe für Sky Ticket Kunden bei abgelehnten Widerspruch erhaltet ihr bei der Verbraucherzentrale Hamburg e. V. Kirchenallee 22, 20099 Hamburg

Fotos: Sky / Julia Voigt (Montage) #Verbraucher #Fernsehen