Nun tut es US-Rapper Eminem auch! Fast schon täglich mischt sich ein Star in den US-Präsidentschaftswahlkampf ein. Über Facebook, Twitter, Instagram und YouTube veröffentlichen sie ihre Meinungen. Meistens richten sie sich gegen Donald Trump und für Hillary Clinton.

Auch #Eminem zieht an diesen Strang. Am Mittwoch veröffentlichte er einen Song mit dem Titel "Campaign Speech" (Wahlkampfrede). Darin warnt der 44-Jährige vor dem republikanischen Präsidentschaftskandidaten und bezeichnet ihn sogar als "tickende Zeitbombe", vor der man sich fürchten sollte.

 

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Solidarisch zeigt sich der Rapper in seinem Song, der früher mit seinen gewaltverherrlichenden Texten für Aufsehen sorgte, mit der amerikanischen Bewegung Black Lives Matter (zu deutsch: Das Leben von Schwarzen zählt).

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So spricht er über seine Rache an George Zimmermann. 

“Dressing George Zimmerman in a flourescent orange dress and four-inch heels to address the court with a bullseye on his back, his whole chest and torso are left on the doorsteps of Trayvon’s dad as a present for him.”

Zimmermann tötete im Jahr 2013 den 17 Jahre alten Trayvon Martin. Der Teenager war Abends alleine zum Supermarkt gelaufen und befand sich gerade auf dem Heimweg. Zur gleichen Zeit irrte George Zimmermann umher. Er arbeitete als selbsternannter Nachbarschaftswächter in Sanford, Florida. Als er Travyon Martin auf der anderen Straßenseite entdeckt, ist er sich sicher, dass es sich bei dem Jugendlichen um einen Dieb handelt. Bewaffnet mit einer Neunmillimeter ruft er bei der Polizei an und informiert die Beamten über einen "schwarzen Täter".

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Zur gleichen Zeit telefoniert Travyon Martin mit einer Freundin und sagt, dass ihn ein seltsamer Typ verfolgen würde. Er rennt los, verfolgt von Zimmermann. Im nächsten Moment ist der 17-Jährige tot.

Als die Polizisten am Tatort antreffen und Zimmermann befragen sind sie sich sicher, dass dieser nur aus Notwehr gehandelt hat. Vielmehr interessieren sie sich für das Führungszeugnis des schwarzen Jungen. Zimmermann darf nach dem kurzen Verhör nach Hause gehen. Eine Überprüfung erfolgt nicht. Diese wäre jedoch ratsam gewesen, denn Zimmermann war bereits wegen häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen an seiner Cousine vorbestraft.

Nur durch den öffentlichen Druck, der auf ihn lastete, wurde Zimmermann Wochen später angeklagt und überraschend freigesprochen. Die Jury, die ausschließlich aus Weißen bestand, sah sein Handeln nicht als rassistische Gewalttat an. Danach zeigten sich die Menschen weltweit geschockt und demonstrierten auf den Straßen.

Zimmermann zeigte sich davon unbeeindruckt. Später veröffentlichte er auf Twitter ein Bild von Travyon's Leiche und versteigerte die Waffe mit der er den Jugendlichen erschossen hatte für 140.000 Dollar. #Amerika #BlackLivesMatter