Als Disney 2012 Lucasfilm und damit alle Rechte am „Star Wars“-Franchise aufkaufte und beinahe als allererste Amtshandlung das sogenannte „Expanded Universe“ aus dem offiziellen Kanon entfernte, war der Aufschrei bei vielen Fans groß. Doch nun kehrt ein Fanliebling zurück - auf der Star Wars Celebration wird die Rückkehr von Thrawn in "Star Wars Rebels" bekannt gegeben. 

Was war überhaupt das "Star Wars"-Expanded Universe?

Nachdem die ersten drei Filme der „Star Wars“-Reihe in den 80ern in die Kinos kamen, sah es so aus, als wäre mit dem Tod des Imperators und der Zerstörung des zweiten Todessterns „Star Wars“ vorbei. Ein Klassiker, aber ähnlich wie „Der Pate“ nicht fortzusetzen.

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Die Galaxie weit, weit entfernt war vielen Fans aber zu schade zum Wegwerfen, und sie begannen, auf eigene Faust Bücher, Comics und Geschichten zu veröffentlichen, die die Geschichte der Star Wars Galaxie fortsetzen sollten. Diese Fan-Aktivität hat Star Wars vermutlich ins 21. Jahrhundert gerettet und die Staffeln I, II und III erst möglich gemacht.

Problem: Sie haben auch viel Unsinnn hinterlassen. Die Geschichten des „Expanded Universe“ variieren stark in ihrer Qualität. Neben einigen Juwelen findet sich eine große Menge bestenfalls durchschnittlichen Materials, und Inhalte, die neue, interessante Geschichten verhindern.

Als Disney dann Lucasfilm übernahm, um an Star Wars zu verdienen, erkannte man recht schnell, dass der „Müll“ des Expanded Universe guten neuen Geschichten im Weg stand und den Weg zu den erhofften Profiten versperrte, und man verbannte den gesamten Berg in die neue Marke „Legends“.

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Fortan waren alle EU-Inhalte aus dem Kanon gestrichen und machten Platz für neue Formate wie „Episode VII“, „Star Wars Rebels“ und „Battlefront“ – profitablere Geschäfte.

Wer ist Thrawn?

Leider  verschwanden somit auch einige Fan-Lieblinge – besonders Grand Admiral #Thrawn aus den Büchern der erfolgreichen Thrawn-Trilogie von Thimothy Zahn wurde von Fans schmerzlich vermisst.

Thrawn ist in den Büchern von Zahn ein blauhäutiger Offizier der Imperialen Sternenflotte aus dem Volk der Chiss, der strategisch so brilliant ist, dass selbst der tief rassistische Imperator seine strategischen Fähigkeiten anerkennen musste und ihn zum Großadmiral beförderte. Von einer Expedition in die Tiefen der unbekannten Regionen zurückkehrend, muss Thrawn feststellen, dass das Imperium nach der Schlacht von Endor und dem Tod des Imperators kurz vor dem Zusammenbruch steht. Als letzter noch lebender Großadmiral sammelt Thrawn die verbleibenden Kräfte des Imperiums und beginnt eine schockierend erfolgreiche Kampagne, die die neue Republik dem Zusammenbruch nahe bringt.

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Erst die Ermordung Thrawns durch seinen Bodyguard mitten in der entscheidenden Schlacht beendet diesen Siegeszug.

Warum ist Thrawn so eine großartige Nachricht für „Star Wars“-Fans?

Großadmiral Thrawn ist vielleicht der genialste Stratege des „Star Wars“-Universums. Anders als seine Kollegen geht er sorgsam mit seinen Ressourcen um, er nimmt sich Zeit, um den Gegner zu beobachten, analysiert sie – nicht nur ihren Schlachtplan, sondern ihre Geschichte, Philosophie und Kunst – und schlägt im richtigen Moment an der richtigen Stelle vernichtend zu. Anders als Darth Vader oder der Imperator bestraft er seine Untergebenen nicht, er belohnt Kreativität und fördert seine Männer – aus der ansonsten zuweilen tollpatschigen Imperialen Armee wird unter Thrawn eine tödlich effiziente Kampfmaschine. Er ist keine bedrohliche Figur, kein abgrundtief böser, verrückter Egozentriker – er ist planend, kalt und dennoch faszinierend. Fans nennen ihn auch den „Sherlock Holmes des Weltraums“, nur dass er anstatt Kriminalfällen Probleme des Imperiums löst. Und obwohl er einer der Hauptgegner ist, er ist eine Figur, die man mögen kann, auf die man sich beinahe freut. Eine Persönlichkeit. Und er wird aus „Star Wars Rebels“ eine erwachsenere Sendung machen. Die Wartezeit bis zum nächsten Film wird er auf jeden Fall fantastisch überbrücken. #StarWars #StarWarsRebels