Dass das französische Magazin Closer nicht die Werbetrommel für die königlichen Brüste gerührt hätte, kann man nun wirklich nicht sagen. "Sehen Sie #Kate Middleton, wie Sie sie noch nie gesehen haben - und wie Sie sie nie mehr sehen werden."

Was war passiert? Kate Middleton und William aus dem englischem Königshaus hatten 2012 Urlaub im malerischen französischen Luberon, Provence, gemacht. Und offensichtlich den Verstand und das Bikini-Oberteil vergessen. Denn mittlerweise sollte sich rumgesprochen haben, dass Paparazzi Teleobjektive haben. Der hier tätige musste eine Entfernung von einem halben KIlometer mit seinem Objektiv überbrücken.

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Mit Erfolg.

Stunde der Wahrheit naht

Das wollte die königliche Familie nicht ungesühnt lassen und klagte. Da die Mühlen der Justiz langsam mahlen kommt für die sechs Beklagten die Stunde der Wahrheit erst jetzt. Der Haftrichter hat nun die Vorwürfe bestätigt und die Verhandlung auf Anfang 2017 festgelegt.

Dabei geht es nicht um Kinderdummheiten. Frankreich hat eines der schärfsten Persönlichkeitsrechte. Eigentlich darf man Stars überhaupt nicht fotografieren, zumindest nicht in Verbindung mit a.) Geburt, b.) Liebe, c.) alles, was an Liebe erinnert und d.) alles, was mit Tod zu tun hat. Also eher ziemlich selten. Strafmaß: 40.000 Euro oder ein Jahr Gefängnisstrafe.

Boulevard gewinnt immer

Auf der Anklagebank in Nanterre bei Paris sitzen werden Leute, die genau wussten, was sie machten: Die Redaktionsleiterin des Blattes, der Präsident des Herausgebers Mondadori, und drei Fotografen.

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Französisches Recht hin und her: Ihre Rechnung geht in jedem Fall auf. 40.000 Euro Strafe sind ein Butterbrot. Dagegen stehen zwei internationale Verkäufe der Fotos (die in die Million gehen können), plus ein immenser Erfolg auf dem Heimatmarkt mit wahrscheinlich auch eher einem Profit Richtung Million.

Das Management des Blatts Closer gibt vor, die Aufregung nicht zu verstehen: "Das sind ganz normale Bilder, wie von Millionen Urlaubern, die oben ohne baden." Nur, dass diese natürlich nicht auf einen halben Kilometer "abgeschossen" werden müssen, wie die Paparazzi sagen.

Lernerfolg zu erwarten?

Seitenwechsel: die Royals und Kate Middleton. . Die wollten allein schon klagen, weil sie nicht in den nächsten Ferien wieder abgeschossen werden wollen. Vielleicht sollte der britische Geheimdienst aber auch einfach Terrassen heraussuchen, die nicht von Paparazzi einsehbar sind.

So werden in Nanterre vor Gericht stehen: Ein Royal-Paar, das einen Riesenfehler gemacht hat und Boulevard-Journalisten, die alles gewonnnen haben, obwohl sie vor Gericht verlieren werden.