Nicole Link (40), die Autorin der Autobiographie „#Hartz IV – Mein Leben am Rande der Gesellschaft“, ist alleinerziehende Mutter eines inzwischen neunjährigen Jungen. Vier Jahre lang stellte sie sich der Herausforderung, einen Platz auf dem hart umkämpften Arbeitsmarkt zu finden – dabei stieß sie oft auf Ablehnung und verletzende Vorurteile der Gesellschaft.

Hartz IV mal anders: emotional, bewegend, authentisch

Reißende Schlagzeilen und nachmittägliche TV-Sendungen vermitteln ein Bild, das den gemeinen Hartz IV Empfänger gerne mit Attributen wie faul, bequem, dumm und schmarotzerhaft versieht. Ein Bild, das sich zunehmend auch in der Gesellschaft verbreitet.

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Zwar ist den meisten Menschen durchaus bewusst, dass nicht jeder Hartz IV Empfänger arbeitsunlustig ist, dennoch wird es einer jungen Mutter in Deutschland erstaunlich schwer gemacht: Laut einer Studie aus dem Jahr 2014 sind rund 40 % aller alleinerziehenden Mütter auf Sozialleistungen angewiesen. Kinderarmut ist zu einem traurigen Schlagwort geworden – die Zahlen steigen von Jahr zu Jahr. Auf der einen Seite verständlich: Arbeitgeber fürchten übermäßige Fehlzeiten, erwarten eine Flexibilität, die eine alleinstehende Mutter kaum zu ermöglichen weiß. „Arbeitgeber unterschätzen den starken Willen, die Einsatzbereitschaft und das Organisationstalent alleinerziehender Mütter“, vermutet die Autorin.

Sie selbst stand am Anfang einer vielversprechenden Karriere, als sich das Blatt wendete: Der Arbeitgeber ging in die Insolvenz, die Ehe in Brüche.

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„Ich hatte zu diesem Zeitpunkt drei Berufsabschlüsse“, so die Autorin, „inzwischen sind es sogar vier. Doch nicht einmal Zeitarbeitsfirmen wollten mich einstellen.“

Mit Ehrenamt und Mini-Job hielt sie sich zumindest geistig über Wasser, bis sie an einer von der Arbeitsagentur finanzierten Umschulung teilnehmen konnte. Ein Hoffnungsschimmer, der sich zum Albtraum entwickelte: Unverständnis der Berufsschule, Mobbing durch Lehrer – der Erfolg der Umschulung geriet in Gefahr. „Ich konnte nicht pünktlich zum Unterricht erscheinen, weil ich erst mein Kind in die Grundschule bringen musste“, erklärt Link. „Im Gegensatz zu mir war mein Sohn schulpflichtig. Ich habe entsprechende Anträge gestellt, die sich über Monate hingezogen haben – schließlich wurden sogar Zeugnisnoten gedrückt.“ Um den Abschluss zu retten, verließ sie die Berufsschule nach nur einem Jahr und brachte sich das notwendige Wissen selbst aus Büchern bei – mit Erfolg.

Auf die Frage, ob sie je an Selbstmord gedacht hätte, sagt Link ganz offen: „Ich war zeitweise sehr depressiv, ja.

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Auch der Gedanke, einfach vom Balkon in die Tiefe zu springen, erschien gerade nachts recht verlockend. Doch mein Sohn stellt keine Schwäche dar, er gibt mir die Kraft, mich immer wieder aufzurappeln und weiterzukämpfen.“

Nicole Link beendete ihre vierjährige Hartz IV Karriere schließlich mit einer Festanstellung als Webtexterin. Heute ist sie als freiberufliche Texterin und Autorin tätig, außerdem hat sie mit einer befreundeten Kampfkunstmeisterin eine Kampfkunstschule in Kempen (NRW) eröffnet, die ebenfalls einen sehr vielversprechenden Anfang nahm. „Was mir letztendlich geholfen hat“, sagt sie, „war das Vertrauen auf mich selbst und in meine Fähigkeiten. Ich habe mir die Frage gestellt: ‚Was kann ich gut?‘ – Und damit habe ich mir dann eine neue Zukunft aufgebaut – ich baue sie noch.“

Hartz IV E-Book seit Oktober im Handel

Die Autobiographie ist seit dem 25. Oktober 2016 als #E-Book erhältlich: #Buch

  • Verlag: Reichel Verlag, Erste Auflage der EPUB-Ausgabe
  • Format: Kindle Edition
  • ISBN-13: 978-3-946433-85-9
  • GTIN: 9783946433859
  • Preis: 9,99 €