Einen kleinen Bestseller-Coup gelang der Autorin „#Laura Newman mit ihrem #Buch#Jonah“. Das landete wenige Tage nach Erscheinen, im Dezember 2015, kurzzeitig tatsächlich unter den Amazon Top-100 Bestseller-Bücher. Und das als Selfpublisher – ganz ohne das Marketing eines renommierten Verlags. Vielleicht liegt dieser Erfolg auch mit daran, dass die Entstehung dieser Geschichte allein schon eine Story für sich ist. Ein Projekt. Laura Newman nennt es: „Projekt Wildnis“.

Acht Wochen lang zog sie auf das Land, „wollte den Kopf frei machen“ und schrieb dabei ein Buch. Eine „Mixtur aus ihren Lieblingsgenren, eigenen Gefühlen und Erfahrungen“ – das sei „Jonah“, sagt die Bremerin auf YouTube.

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Dort postet sie regelmäßig Videos, so auch von den ländlichen Pflichten und Entbehrungen, die die Städterin im „Projekt Wildnis“ erduldet.

Zum Buch

Die 18-jährige Emily freut sich den Sommer wieder im kleinen Ferienhaus ihrer Großmutter in Devlins Hope zu verbringen. Den „Duft frisch gemähten Heus“, das Gras zwischen den „nackten Zehen“ kitzeln spüren, die Großstadtblässe gegen eine zarte Urlaubsbräune eintauschen, ein Buch am anderen verschlingen …

Laura Newman vergönnt ihrer Protagonistin diese beschaulichen Leseferien in der Natur diesmal aber nicht. Wenngleich sie - und das tut sie gehörig - Emily einen Sommer einbrockt, den sie bis ans Ende ihrer Tage nicht mehr vergessen wird. Kaum am alten Ferienhäuschen angekommen, taucht plötzlich, beinahe wie aus dem Nichts, dieser Typ „Jonah“ auf.

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Schnell wird klar: Mit diesem Kerl stimmt was nicht. Er ist nicht nur der impulsive Macho, der zu allem Überdruss auch noch verdammt attraktiv ist. Jonah wird Emily immer sympathischer. Sie verguckt sich in ihn, und so fasst sie den Beschluss, nachzuforschen, was da im Verborgenen liegt. Emily glaubt unbeirrbar Jonah verschweige doch irgendwas – das kommt ihr alles so unheimlich vor. Jonahs Anziehungskraft auf Emily muss dabei riesengroß gewesen sein, denn eine andere Erklärung, warum sie sich trotz dieser merkwürdigen Sachen so schnell auf ihn einlässt, gibt es nicht.

Im Laufe dieser Recherchen treten unglaubliche Dinge zu Tage. Dinge, die so krass sind, dass diese nicht nur sie selbst, sondern abgefahrener Weise sogar Jonah an die Abgründe seines Verstandes treiben. Was es dann letztlich auch nötig macht, ihn immer mehr in die Ermittlungen einzubinden.

Bewertung / Meinung

Freilich muss man diesen Plot der reinen Unterhaltungsliteratur zuordnen. Wenngleich die Geschichte des Verstehenwollens dessen, was die eigene Vernunft nicht begreifen kann (oder will) erzählt wird.

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Und so nimmt die Fiktion immer mehr an Fahrt auf. Eingerahmt in eine kleine Romanze zweier junger Erwachsener. Dabei werden Gespräche angestimmt, die so tiefsinnige Gedanken beinhalten, wie sie den jungen Leuten oft nicht zugetraut werden. Was daran noch mehr überrascht: Nicht die nachdenkliche und belesene Emily sinniert, dass „am Ende zählt, wen wir mit unserer Existenz berührt haben“, sondern der Party-Löwe Jonah ist es, der seine Gedanken immer wieder derart poetisch pointiert. Schlussendlich kommt es, nach einem eingeschobenen Thriller, zum Showdown, der eigentlich über weite Teile des Buches vorherzusehen war. Aber nicht zuletzt, wegen der guten Balance zwischen Erzählung und Dialog, bleibt es durchgehend spannend und emotional. Mit einem Stil, der wenig impulsiv, einfach ruhig erzählt, daherkommt - der einfach berührt! Und das ist es doch, was die Kunst des literarischen Schreibens ausmacht: durch den Klang zwischen den Zeilen und Buchstaben etwas zu transportieren. Ein Bild zu malen, das ein Gefühl erzeugt.

... für immer“

Am Ende – alles ist aufgeklärt – kommt es also wie es kommen musste. Laura Newman legt aber nochmal nach. Während in den Feuilletons die Literatur-Kritiker über die Wirkung der ominösen ersten Sätze eines Werkes philosophieren, setzt sie vier Worte an den Schluss, die dich nicht mehr loslassen: „Mein Jetzt, für immer“.