Helena Fürst ist seit Neujahr verlobt. Mit Ennesto Monte. Muss man nicht kennen. Ja, das ist Helena Fürst heute. Eine Verlobte mit so einem schrägen Typen. Mit dem hat sie auch Sex, wie sie der Boulevard-Presse ausgiebig erläuterte. Es gab mal eine Helena Fürst, die war im öffentlichen Dienst tätig und verteidigte die Ausgaben der Sozialgemeinschaft. Schon damals hat Helena wahrscheinlich irgendwie den Traum gehabt, berühmt zu werden. Bei einem Casting muss sie scheinbar Glück gehabt haben und bekam eine Rolle in der SAT.1 Fernsehsendung "Gnadenlos gerecht - Sozialfahnder ermitteln". Das war 2008. Seit dem ist sie bei ihrem früheren Arbeitgeber unten durch.

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Denn das Format stellte Hartz IV-Empfänger als faul und Betrüger hin.

Die gute Fee Helena

Eigentlich beste Voraussetzungen für RTL. Dort bekam sie dann in "Punkt 12" eine Rubrik als "Anwältin der Armen". Das war ebenso sensationsgeil, aber für die Betroffene im Endeffekt wenigstens bares Geld wert. Und genau dafür muss man Frau Fürst auch Respekt zollen. Denn Helena schaffte es wirklich, mit ihrem Team unbequem für die Jobcenter zu werden. #RTL gelang es häufig katastrophale Missstände in den Behörden aufzuzeigen. Wieso kriegt eine Alleinerziehende sechs Monate kein Geld, nur weil sie einen Antrag nicht verstanden hat auszufüllen? Und nicht Herr Wallraff, sondern Fürst machte zuerst öffentlich, wie vorsätzlich Leute in sinnlose Maßnahmen gesteckt werden, um Zahlen zu schönen.

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Wenn jemand für 1 Euro bei der Tafel jobbt pro Stunde gilt er nicht als arbeitslos, obwohl er vollen Hartz IV-Satz bezieht. Helena machte das öffentlich. Sie war für manchen Leistungsbezieher eine gute Fee. Und wenn die Presse sie zerriss.

Schrecken vom Jobcenter Märkisch Oderland

Das Format kam in die Primetime bei RTL, mutierte später noch zur Kämpferin aus Leidenschaft-Heul-Trash Sendung. Und Helena marschierte weiter tapfer ins Jobcenter Märkisch Oderland, in der brandenburgischen Pampa, legte sich mit den 1 Euro-Jobbern vom Sicherheitsdienst an, bis, ja bis die Chefin sich vor die Kamera traute. Sie platzte in die Weihnachtsfeier der Senatsverwaltung von Berlin und kreischte, wieso die Studenten nicht ihr Bafög bekommen. Seit einem Jahr nicht. Und ihr feiert hier! Das war peinlich, aber grandios. Die Studenten belagerten gleich den Aufzug zur Mensa. Flucht der angetüterten Mitarbeiter - unmöglich. Das war zwar Trash-TV vom Feinsten, aber es hatte irgendwo einen guten Zweck. Es stellte Behörden Dank Frau Fürst da bloß, wo Kritik angebracht war.

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Naja, meistens jedenfalls.

Beim Arbeitsamt hat heute keiner mehr Schiss

Und dann? Dann fiel die Quote und Helena mit ihr. Statt auch ohne Kamera diese furchtbare, aber nützliche Art weiter für die Armen zu verfolgen, wollte Helena Fürst lieber in die Öffentlichkeit. War schon schön, so berühmt zu sein. Ab hier wurde Helena unsympathisch. Und daraus wollte sie auch noch Kapital schlagen, die Frau Fürst. Bei der 10. Staffel der RTL-Show "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus!" machte Helena keinen Hehl daraus, für die Quote und ihre Bekanntheit, Mitmenschen zu provozieren und anzugehen. Danach - oh wee - machte Helena Fürst mehr oder weniger den Versuch, auf Mallorca als Partyschlager-Sängerin ganz groß rauszukommen. Das ging erwartungsgemäß nach hinten los. Heute liest man von ihr nur noch vom Auf und Ab mit ihrem Ennesto - wer ist das eigentlich - Monte. Beim Jobcenter schüttelt man über die ehemalige Kollegin Fürst und Anwältin der Leistungsbezieher nur noch den Kopf. Angst macht Helena Fürst dort keinem mehr. Das war mal anders. Echt schade. #Dschungelcamp #Reality-TV