Seit dem 16. Februar läuft nun Danny Boyle's Fortsetzung des Kultfilms '#Trainspotting', 'T2 Trainspotting' in den Deutschen Kinos, und so stellt sich gewöhnlichen Kinogängern sowie Hardcore-Fans die Frage:

Lohnt sich das Wiedereintauchen in diese dreckige, drogenberauschte aber auch lustige Welt, oder verkommt dieser #film 21 Jahre nach dem ersten Teil zu einem Trauerspiel voller gealterter Stars, der seinen Vorgänger nicht mehr als nur nachahmen kann?

Highlight aus den 90ern

Zur Erklärung, der Film Trainspotting aus dem Jahr 1996 handelt von einer Gruppe junger Heroinabhängiger aus einem ärmlichen Teil der schottischen Stadt Edinburgh.

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Diese werden bei dem Versuch, Armut und Sucht zu entkommen, nicht nur kriminell, sondern durchleben dabei in gleichen Teilen schreckliche und bewegende, aber auch witzige Situationen. Der Film hatte einen massiven Einfluss auf die Popkultur der 90er Jahre, besonders aufgrund seiner außergewöhnlich unangenehmen Ästhetik und Danny Boyle's fast künstlerischer Arbeit als Regisseur. Außerdem wurde mit ihm der Grundstein für die Berühmtheit seiner Darsteller ( u.a. Ewan McGregor, Jonny Lee Miller) gelegt.

Und genau wegen dieses ikonischen Status des ersten Films läuft der zweite nun Gefahr, so wie viele der Sequels, Prequels und was-auch-immer-quels, die die heutige Kinolandschaft so penetrant dominieren, nichts als ein 'Cashgrab', also ein einzig für die Einnahmen gemachter, leerer Filmtitel zu werden.

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Denn in der Nostalgie liegt Gefahr: und zwar die, zu sehr in der guten alten Zeit zu schwelgen, ihr nachzueifern, und alte Geschichten bloß nachzuerzählen, anstatt neue zu schreiben. Und das gilt bei diesem Film besonders, da die Charaktere die das Publikum hier wiedersieht sich auch selbst alle nach Ende der ersten Geschichte zum ersten Mal wiedersehen, und einiges an Vergangenheitsbewältigung zu tun haben.

Eine eigene Geschichte

Aber bewahrheitet sich nun diese Vermutung? Die Antwort ist: teilweise.

T2:Trainspotting ist tatsächlich voller Nostalgie, verwendet sogar einiges an Bildmaterial und einen ähnlichen Soundtrack wie der erste Teil. Doch er ist auch ein ganz eigener Film, mit einer eigenen Story und Charakteren, die erwachsener geworden sind, auch wenn das nicht heißt, dass sie es so wirklich aus ihrer Misere heraus geschafft hätten.

Begbie sitzt im Knast, Sick Boy hat eine schlecht laufende Kneipe, Spud nimmt wieder Heroin und Renton weiß nicht ganz wohin mit sich. Schmerzlich realistisch eben.

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Doch genau so treffen diese Charaktere jetzt wieder auf einander, in der heutigen Welt voller Smartphones und Gesundheitswahn, und eine neue Geschichte beginnt. Eine, in der Danny Boyle es schafft, ein ähnlich packendes, weniger dreckiges, dafür aber sogar bewegenderes Bild von der Welt dieser vier Figuren zu zeichnen, und ich persönlich muss sagen, mich hat er wieder so richtig in seinen Bann gezogen. Mit fantasievoller Montage, echten Gefühlen und vor allem einfach verdammt gutem Filmhandwerk.

Vielleicht nicht Kult, aber immernoch großes Kino

Also lässt sich sagen: T2 Trainspotting war keine zwingend nötige Fortsetzung, es musste nicht sein. Aber die Möglichkeit war da, und die Macher sowie die Darsteller haben diese gebührend genutzt. Dabei ist ein Film entstanden, der wahrscheinlich nicht so ikonisch wie sein Vorgänger sein wird, sich sogar eher eingeschränkt nur an das Publikum richtet, das den ersten Teil vor 21 Jahren gesehen und gefeiert hat und zwischenzeitig mit den Protagonisten mitgealtert ist. Trotzdem aber ist er immernoch sehr gut, für solche Nostalgiker sowie auch für andere Zuschauer, und am Ende des Tages in jedem Falle ein sehenswertes Stück #Kino.