"Hast Du etwas Zeit für mich, dann singe ich ein Lied für Dich - von Recep Tayyip #Erdogan, dem Schnuckel-Schnauzbart-Chef-Osman". Mit diesen Worten beginnt der neue Song über den türkischen Präsidenten. Dabei wird der Sound von "99 Luftballons" verwendet. Der Hit von Nena ist nicht willkürlich gewählt, denn es war einst ein internationales Friedenslied. Der Clip ist ein Beitrag des Satiremagazins "extra3", welches der Norddeutsche Rundfunk (NDR) produziert und im Ersten am Donnerstagabend lief. Und der Song ist nicht nur ein Lehrstück über Meinungs- und Pressefreiheit, sondern wird mit Sicherheit Erdogan, seine Anhänger, aber auch einige Türken wütend machen.

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Erdo ist ein Boxenluder

Damit auch die Türken in der #Türkei die Satire verstehen, wurde ein türkischer Untertitel im Musikvideo eingeblendet. Der Song will die massiven Attacken über Nazivergleiche von Erdogan bissig reflektieren und den türkischen Präsidenten scharf kritisieren. Satire muss weh tun, aber schon jetzt dürfte der Ärger sicher sein. So werden Sätze wie "Erdo braucht kein Rumgezicke von dieser Terrornazi-Krücke" gesungen. Mit Krücke ist Bundeskanzlerin Merkel gemeint. Dann wird Erdogan lächerlich gemacht und es heißt in der nächsten Strophe "Ohne Erdo fahren wir zur EU". Wörter wie "Terrorhelfer" und "Faschist" fallen da oder Erdogan ist "geiler als ein Boxenluder". Der Tourismus ist in der Türkei völlig eingebrochen, das kommentiert das Lied mit dem Satz: "Endlich wieder Platz am Strand."

Satire als Solidarität für betroffene Journalisten

Es ist bereits das zweite Lied von "extra3" über Erdogan.

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Das Magazin wollte sich beim ersten Song mit dem Moderator Jan Böhmermann (ZDF Neo Magazin Royal) solidarisieren, den Erdogan wegen eines Gedichtes angezeigt hatte. Der zweite Song dürfte wohl auch für den inhaftierten deutsch-türkischen WELT-Journalisten Deniz Yücel produziert worden sein. Macht euch selbst ein Bild, hier kommt der Song ungekürzt:

Aus lizenzrechtlichen Gründen kann das Video nur für eine bestimmte Dauer hier abrufbar sein. Dies liegt nicht in unserem Ermessen, sondern beim NDR. #Politik