Schon die Programmierung im Vorabendprogramm ist der Knaller. RTL zeigt am 23. April 2017 zuerst "Schwiegertochter gesucht" und gleich im Anschluss den Sexthriller "Fifty Shades of Grey". Dass dabei mehr Haut in Vera Int-Veens Schwiegertochter-Suche gezeigt wird als im #RTL Blockbuster des Jahres, kann schon mal verraten werden. Die Freiwillige Selbstkontrolle #Fernsehen (FSF) hat die Schnitte für die RTL FSK 12-Version des erotischen Films abgesegnet. Es wird wie immer tragisch für den Filmfreund und ist so typisch für RTL: Um höhere Werbeeinnahmen zu generieren, werden selbst FSK 18 und FSK 16 auf 20:15 Uhr vorgezogen und brutal geschnitten.

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Explizite Szenen raus!

Manche Filme wie zuletzt der FSK 18 Film "The Last Stand" mit Arnold Schwarzenegger wurde von RTL um satte 13 Minuten gekürzt, nur damit er um 20:15 Uhr laufen darf. Und nun kommt der Sexfilm "Fifty Shades of Grey"-Film zur besten Sendezeit. Der Streifen hatte es im #Kino gerade so mit einer FSK 16 Freigabe in die Säle geschafft. RTL bietet nun seine kinderfreundliche Version an - und die hat es in sich: Sämtliche ausgespielten oder auch expliziten Szenen wurden gekürzt, so die FSF in einer Stellungnahme, die das Portal Schnittberichte.com zitiert. Denn bei 12-Jährigen könnte eine Ängstigung ausgelöst werden, wenn Sex und Gewalt miteinander verbunden wird. Das Problem ist nur: Der Film ist ja salopp gesagt eine Produktion, wo es nun mal um Sex und Gewalt geht. Denn Christian Grey (Jamie Dornan) hat eine Vorliebe für Schmerzen beim Akt der Liebe.

Niedlich: Harmlose Bettszenen bleiben noch drin

Kleiner Trost: Die ein oder andere Kuschelszene sieht man dann doch. Die FSF will erkannt haben, dass die Hauptfigur sich von einer naiven und unterwürfigen Sexgespielin zur einer selbstbewussten Frau entwickelt habe. Hört, hört. Auch wenn RTL einen nicht völlig zerschnittenen Film ausstrahlen wird, muss er für 12-Jährige immer noch unbedenklich sein. Da ist also definitiv sicher: "Fifty Shades of Grey" wird so radikal geschnitten sein wie kaum ein anderer Film. Zuschauer, die den Film zum ersten Mal sehen sollten, wird hiermit dringend von der 20:15 Uhr-Version abgeraten. Andere werden an den Schnitten ihren "Spaß" haben und diese in sozialen Netzwerken wohl bissig kommentieren. Übrigens, hätte RTL den Film nach 22 Uhr gezeigt, wäre er ungekürzt erlaubt gewesen. Das wollte RTL aber nicht.

"Fifty Shadow of Grey" ab 12 Jahren, am 23. April, um 20:15 Uhr bei RTL.

So ist das Gesetz bei Filmen und Altersfreigabe im TV

Im Fernsehen dürfen TV-Sender Filme ab 16 Jahren erst nach 22 Uhr bzw. ab 18 Jahren erst ab 23 Uhr und vor 6 Uhr zeigen. Indizierte Filme sind auch nach 23 Uhr verboten. TV-Sender können Schnittvorlagen vorlegen, die von der Kommission der FSF geprüft werden. Dabei geht es nicht um subjektive Einschätzungen, sondern es müssen die im gesetzlichen Rahmen festgelegten Jugendschutzbestimmungen ausreichend gewürdigt und beachtet werden. Die Schnitte sollen ermöglichen, dass FSK 16 und FSK 18 Filme früher oder auch indizierte Spielfilme ausgestrahlt werden dürfen. Von großen Blockbustern versprechen sich die TV-Sender noch höhere Einschaltquoten, wenn diese zur Primetime um 20:15 Uhr vorverlegt werden. Da können Privatsender auch höhere Werbepreise berechnen.

Nicht nur RTL lässt Filme deshalb freiwillig oft sogar sehr umfangreich zensieren. Zuletzt hatte Kabel 1 am 15.03.2017 den Film "Password Swordfish" (FSK 16) zur Primetime ausgestrahlt. Hier wurde zum Beispiel eine Explosionsszene mit einer 360 Grad Kamera völlig zerschnitten, da ein Polizist durch die Luft flog und dabei verletzt wird - verboten um 20:15 Uhr. In der Nachtwiederholung kann es jedoch sein, dass Filme unzensiert ausgestrahlt werden. Das ist noch nicht immer der Fall und hängt von den Verträgen mit dem jeweiligen Filmverleiher ab. Die Tendenz geht aber dahin, dass immer häufiger Lizenzen für zwei Ausstrahlungen erworben werden und die Wiederholungen regelmäßig nachts ungeschnitten sind.