Das Geheimnis einer langlebigen Filmreihe scheint dank Fast & Furious 8 und seinen direkten Vorgängern endlich gelöst zu sein. Die Antwort besteht aus einem schmalen Grat zwischen irrwitzigem Blödsinn und Popcornkino vom Feinsten. Der Dank geht an Mister Grimmig höchstpersönlich- #Vin Diesel (Pitch Black, Riddick, Der Soldat James Ryan). Dass Veränderungen von Nöten waren, erkannte der US-amerikanische Schauspieler als einer der Ersten und wusste auch direkt was zu tun ist. Einige Jahre später sind wir schon bei Teil 8 angekommen und um die Sache vorwegzunehmen: es wird einfach nicht schlechter.

Plot, Schrott

Was aber nicht unbedingt bedeuten muss, dass das Ergebnis als zufriedenstellend bezeichnet werden kann, zumindest, was einzelne Eckpunkte des Gesamtwerks angeht.

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In diesem Fall liegt mein Fokus auf der Geschichte, die sich kaum über dem Niveau gewisser Actionserien befindet. Und damit meine ich nicht Quality-TV der letzten Jahre, sondern den ganz abgedroschenen Kram, der sich schamlos bei den Thrillern der 1980er Jahre bedient. Ähnlich präsentiert sich das Werk von F. Gary Gray (Straight Outta Compton, Be Cool, The Italien Job), die alten Kamellen durchkauend und sich nicht einmal die Mühe machend, auch nur einen einzigen eigenen Gedanken mit einzubauen.

Und trotzdem kann ich es „Fast & Furious 8“ schwer übel nehmen, einen solchen Weg eingeschlagen zu haben. Denn genau wie bei unseren Lieblingsserien aus frühester Kindheit, liegt der Schwerpunkt nun einmal nicht auf dem Plot, sondern auf seinen Figuren und der gnadenlosen Action, die sich durch das gesamte cineastische Abenteuer zieht.

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Für das, was der Film erreichen und sein will, ist die Geschichte und die Art, wie diese erzählt wird, ausreichend. Nicht mehr, als die Fassade, welche in keinem Verhältnis zu dem dahinter liegenden Teil des Gebäudes steht, aber dafür wenigstens nicht hässlich, wenn ihr den lustlosen Vergleich erlaubt.

Logiklöcher von der Größe …

Und wo wir gerade so schön dabei sind die offensichtlichen Schwächen eines gewöhnlichen Actionfilms aufzuzählen, machen wir doch auch direkt weiter und nehmen uns eines Problems an, welches bei manch einem Kritiker ein Gefühl von Hassliebe auslösen kann. Es sind die Logiklöcher, die dabei herauskommen, wenn man einzelne Szenen und Plottwists im Kopf hat, aber die Ahnung fehlt, wie diese logisch in die Geschichte mit eingewoben werden können. Im Fall von Fast & Furious 8 sind diese Löcher so groß wie der Regenwald.

Beschränken wir uns lediglich auf den aktuellen Film, werden wir ja bereits mit Schwachsinn bombardiert, der es weder von der Qualität noch der Quantität her möglich macht, diese zu ignorieren und die schönen Explosionen zu genießen.

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Treten wir jedoch einen Schritt zurück und betrachten das gesamte Franchise (zumindest seit Vin Diesel Mitspracherecht hat), tun sich wahre Abgründe auf. Wir wollen das hier nicht weiter vertiefen, auf Grund akuter Spoilergefahr und der Tatsache, dass mir schon bald der Platz zum Schreiben ausgehen würde, doch behaltet einfach im Hinterkopf, dass es sich hier um Kopfaus-#Kino der ersten Güte handelt …

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

Die harten Zeiten nun hinter uns lassend, will ich diese Kontrapunkte vergessen und euch kurz erzählen, warum sich ein Besuch im Kino trotzdem, oder sogar vor allem wegen der genannten Abzüge in der B-Note lohnen kann. Wie schon erwähnt, steht Plot und Logik nicht im Vordergrund. Fast & Furious ist schon seit Jahren eine Mischung aus ganz anderen Dingen geworden. Es geht um heiße Autos, sexy Frauen und Männer, nackte Haut, Martial Arts und Explosionen, dass der Diktator von Nebenan neidisch werden könnte. Und natürlich um die Figuren, allen voran Diesel als Dom Toretto.

Dabei nähern sich die Visionen der Schöpfer dieser Reihe immer mehr den Forderungen und Wünschen der Fans, was für eine enorme Langlebigkeit des Franchises sorgt. Was gefällt, wird beibehalten, was einer zu großen Menge auf den Magen schlägt, wird ohne mit der Wimper zu zucken in die Wüste geschickt. Das gilt für Inhalte und Figuren gleichermaßen.

Wichtig ist, dass der gemeine Fan bekommt, was er sich wünscht. Was ich vorhin aufgeführt habe, ist der Atem, die Seele des Films. Das Gehirn an der Abendkasse abgeben und durch Popcorn ersetzen mag für manche zwar empfehlenswert sein, solltet ihr letztendlich aber flotte/lustige Sprüche und eine mordsmäßige Portion Action erwarten, seid ihr hier definitiv an der richtigen Adresse. Versucht bei einigen Sequenzen aber unbedingt, nicht zu sehr auf die Details zu achten. Die CGI-Arbeiten sind teilweise …. Kennt ihr diese Videospieltrailer aus den frühen 2000er Jahren? So ungefähr. #Michelle Rodriguez