Eine Sache nehme ich direkt vorweg: Guardians Of The Galaxy Vol. 2 ist reiner Fanservice. Soviel sollte euch vor der Sichtung dieser Kritik und vor allem vor einem Besuch im Kino klar sein. Zum #Marvel Cinematic Universe hat dieser cineastische Ausflug in die Weiten des Alls wenig bis gar nichts beizutragen und am Universum selbst rüttelt der Film ebenso wenig. Die Beschützer der Galaxie köcheln rein storytechnisch auf Sparflamme und kümmern sich lieber um interne Belange als Thanos gegenüberzutreten oder der Erde einen Besuch abzustatten. Nichtsdestoweniger explodiert dafür die Action in diesem Streifen bis zur Schmerzgrenze. Feuchte Träume für den verwöhnten Sehnerv und ein vorweihnachtliches Geschenk für alle Science-Fiction-Liebhaber.

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Eine würdige Fortsetzung?

Zu der Zwischenüberschrift kann ich euch leider keine zufriedenstellende Antwort liefern. Aus meiner Sicht ist die Frage mit einem Ja zu beantworten, dass käme der Wahrheit aber nur in meinem ganz persönlichen Realitätstunnel nahe. Trennen wir Fakt von Wunschdenken, ist Volume 2 eher eine nette Geste von Marvel/Disney und kein vollwertiger Titel. Das Original hatte damals äußerst frische Ansätze, viele eigene Ideen und diese besondere Gruppendynamik innerhalb der Guardians, die keiner wirklich vermutet hätte. James Gunns Fortsetzung vertieft stattdessen lieber die Eckpunkte des Films, die Teil 1 zu einem immensen Erfolg verholfen haben. Dabei bleibt die Geschichte auf der Strecke und wirkt eher wie ein Gerüst, dass die wertvolle Statue stützen soll, als selbst Teil des Kunstwerks zu sein.

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Am meisten hatte darunter der eigentliche Kern der Geschichte zu leiden, der Star-Lord (Chris Pratt) und seinen leiblichen Vater zum Thema hat. Hier wurden mehrere Comicvorlagen in einem wilden Mischmasch zusammengeworfen und dem Anschein nach gehofft, dass würde die Fans schon zufrieden stellen. Ob dem so ist, müsst ihr für euch selbst entscheiden, frischen Wind, eigene Ideen und andere Eckpunkte, die das Original so schmackhaft gemacht haben, suchte ich jedoch vergebens.

Abseits dieser fragwürdigen Richtungseinschläge kann ich mich aber nur schwerlich negativ über Guardians 2 äußern. Die Sprüche sind flott, die Situationskomik teilweise fantastisch und die Action über (fast) alle Kritik erhaben. Sofern ihr denn Abendunterhaltung der Marke Popcornkino bevorzugt. Vor allem in Sachen Bildaufbau, Schnitt und Musikuntermalung ist Gunn hier jedenfalls ein kleines Meisterwerk gelungen, welches farbenfrohe Malereien perfekt musikalisch abstimmt und dafür sorgt, dass die Zeit im Kino wie im Flug vergeht.

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Trotzdem komme ich nicht umhin zu bemerken, dass eine ordentliche Portion mehr drin gewesen wäre. So wirkt #Guardians of the Galaxy Vol. 2 wie nicht mehr als ein bloßer Lückenfüller. Unterhaltsam, keine Frage, aber inhaltlich doch sehr mager. Dieser Umstand wird dadurch erschwert, dass die Schöpfer des Films hier und dort mit der viel gelobten Gruppendynamik herumspielen und dadurch eine Menge Flow aus dem Streifen nehmen. Die neu in den Mittelpunkt gerückten Figuren haben zwar ihr ganz eigenes, äußerst stimmiges Wechselspiel mit den Hauptcharakteren, reichen damit aber nur selten an den Vorgänger heran.

So bleibt zum Abschluss leider nur zu sagen, dass dieser Film genau das ist, als was ich ihn bereits zu Beginn des Textes bezeichnet habe: Fanservice. Ohne Diskussion äußerst gelungen in dem, was er sein möchte, unterm Strich aber so viel weniger, als wir erwarten durften. "Würdig" ist in dieser Hinsicht ein hartes Wort, denn kommt es ganz darauf an, was ihr am ersten Teil so interessant/positiv fandet. Waren es die Sprüche, die Action und der derbe Mix aus Sci-Fi und Oldies der Popmoderne, dann macht ihr mit einem Kinobesuch in der Fortsetzung nichts falsch. Abseits davon bietet Vol. 2 jedoch keine neuen Gründe, sich ein Ticket zu kaufen.