Nein, #Dieter Bohlen findet nicht, dass "#DSDS" ein Selbstläufer ist. Der selbsternannte Poptitan haut sich für die einst erfolgreichste Castingshow im deutschen Fernsehen nach wie vor ins Zeug. Für die aktuelle Staffel hatte Bohlen die Idee gehabt, nach Dubai weitere Castingkandidaten einfliegen zu lassen. "Alles ist anders", tönte der Musikproduzent. Bohlen ist Profi in seiner Branche und versteht wie kein anderer, mit Musik Geld zu machen. Dafür zollt ihm großen Respekt. Aber Dieter hat offenbar keine Ahnung mehr, wie das TV Publikum 2017 tickt. Denn was er und RTL bei "DSDS" derzeit abliefern ist katastrophal. Die Quoten der ersten Mottoshow brachen ein.

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Mit 2,70 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von nur noch 13,6 Prozent kann #RTL in der Zielgruppe nicht mehr zufrieden sein. Woran liegt's?

Die drei größten Fehler bei DSDS

1. Die Idee mit der Rückkehr der Mottoshows war grundsätzlich nicht schlecht. Aber nichts hat sich hier geändert. Oliver Geissen mimt grottenschlecht den "Rufen Sie jetzt an"-Animateur, was weit unter seinen Fähigkeiten liegt. Wie auch das dwdl.de-Medienmagazin bemängelte, verkam die Show am vergangenen Samstag zu einem Effektlaserspektakel; die Kandidaten blieben blass.

2. RTL verschaukelte die Zuschauer. Drei Kandidaten kamen gar nicht erst in die Mottoshow wie ursprünglich in Dubai angekündigt. Kein einziges Wort in der Drei-Stunden-Show darüber von Bohlen, Moderator Oli oder RTL zur Erklärung.

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3. Recall laaangweilig. RTL wollte mit einer grandiosen Kulisse punkten. Aber die Gesangseinlagen vor Luxushotels in Dubai wurden in die Länge gezogen. Dazwischen spielte man selten dämliche Spiele mit den Kandidaten, um die Sendezeit zu füllen. Beispiel: Schaut euch die Fotos der Kandidaten an - wer könnte mit wem zusammenpassen? Dieters Idee war auch, die Castings weiterzuführen und so wurden jede Woche neue Kandidaten dazu geholt. Der Zuschauer konnte sich bei soviel Durcheinander kaum noch mit einem Kandidaten identifizieren.

RTL-Sprecherin kündigt "eine Gesamtbetrachtung" an

Nun droht ein völliger Umbruch der Show. RTL-Chefsprecherin für Unterhaltung, Anke Eickmeyer, räumte gegenüber dwdl.de ein, man sehe, dass der Recall in 2017 noch schwächer gelaufen ist und damit wohl auch Auswirkungen auf die Liveshows gehabt haben könnte. Sehr selbstkritische Worte. Eickmeyer gestand zudem, dass der Recall bereits in der Vergangenheit eine Schwachstelle der Show gewesen sei. Dem Magazin sagte die Sprecherin abschließend, man werde nach dem Finale eine Gesamtbetrachtung vornehmen und die Quotenentwicklung genau prüfen. Daraus werde der Sender dann Learnings ableiten. Ob das auch das Aus für Dieter Bohlen bedeutet, bleibt abzuwarten. Gut klingt das alles nicht wirklich aus der Chefetage des Senders in Köln-Deutz.

"Deutschland sucht den Superstar - die Mottoshows" läuft wieder am 15. April, um 20:15 Uhr live bei RTL und ca. zwei Stunden im Anschluss auf TVNow (RTLApp).

Foto: RTL, Stefan Gregorowius