Wie weit darf Satire gehen? Das Magazin "#extra 3" poltert gern lauter, bekommt dafür aber häufig viel positive Resonanz. Zuletzt hat ein Video über Erdogan auf YouTube Millionen Klicks erzielt. Nun soll das Magazin den Bogen allerdings endgültig überspannt haben. Zumindest sieht das die Partei #AfD so. Deren Parteitag in Köln wurde am vergangenen Donnerstag in der Satiresendung "extra 3" vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) thematisiert.

NDR reagierte auf eine Aussage

Satiriker und Moderator Christian Ehring (Foto) reagierte dabei auf eine Aussage der AfD Spitzenkandidatin Alice Weidel mit den Worten "Nazi-Schlampe". Allerdings nicht vorsätzlich als Beleidigung.

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Zunächst nämlich zeigte der NDR einen Ausschnitt von Weidel, die in ihrer Rede rief, dass die politische Korrektheit auf den Müllhaufen der Geschichte gehört. Darauf reagierte Ehring mit den Worten "Jawoll, lasst uns unkorrekt sein. Die Nazi-Schlampe hat doch recht!" Das war derbe, aber eine überzeichnete Reaktion in Form von Satire. Oder doch nicht?

Weidel fand Sendung sonst witzig

Sprecher der AfD, Christian Lüth, erklärte auf Twitter jedenfalls, man werde dagegen juristisch vorgehen. Dem SPIEGEL bestätigte er, dass man inzwischen den Vorgang einem Medienanwalt übergeben habe, der den Fall zunächst prüfe. Dem Magazin sagte Lüth, dass er davon ausgehe, dass die AfD gegen Christian Ehring klagen werde. Laut dem Sprecher würden die Aussagen die Persönlichkeitsrechte von Alice Weidel verletzen.

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Man betonte, dass Weidel sich nur an dem Begriff "Nazi-Schlampe" störte und sonst über den Beitrag durchaus schmunzeln konnte.

NDR sieht Klage gelassen entgegen

Ob der Fall vor einem Gericht Erfolg hätte, bleibt abzuwarten. Der NDR habe auf Anfrage vom SPIEGEL mitgeteilt, man würde einer Klage gelassen entgegen sehen. Denn "extra 3" kann die journalistische Sorgfaltspflicht durchaus anders auslegen. Es ist nun einmal ein Satiremagazin, welches schon ganz andere Zoten gerissen hat. So wurde in einem Video über Recep Tayyip Erdogan die Bundeskanzlerin als "Nazi-Krücke" bezeichnet, weil sie auf Krücken neben Erdogan stand. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen wurde 2014 als Uschi mit der feschen Fönfrisur in einem Musikclip veräppelt. Auch Kanzlerkandidat Martin Schulz von der SPD bekam kürzlich ordentlich sein Fett in der Sendung weg.

Hier noch einmal der umstrittene Beitrag, dabei handelt es sich um einen externen Videolink; Quelle: YouTube/NDR

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