Zombiefilme gibt es zuhauf. Fast jede Woche kommt eine sogenannte Direct-to-Video Produktion in den Verleih. Das sind Filme, die sofort im Video on Demand oder als DVD in den Verkauf landen. Oft führen das Zombiegenre billige Produktionen mit schlechten Effekten und grauenhafter Handlung an. Nun ist seit gestern ein neuer Zombiethriller auf den Markt, der trotz seiner Freigabe ab 16 Jahren mit Blut nicht spart. Da die Story aber vor allem auch menschelt, hat die FSK den Film wohl nicht ab 18 Jahren gemacht.

Glenn Close als böse Ärztin

Der Horrorfilm erzählt über das Leben des jungen Mädchens Melanie, gespielt von einer grandiosen Sennia Nanua, in Gefangenschaft.

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Ihr Alltag ist geprägt von strengen Routinen. In einer kleine Zelle wird sie jeden Morgen mit anderen Kindern geweckt und muss sich in den Rollstuhl setzen. Dann kommen bewaffnete Soldaten, halten Melanie die Waffe vor das Gesicht, schnallen sie fest und fixieren ihren Kopf. Das Mädchen versucht dieser Brutalität ein wenig Menschlichkeit zu geben. Sie ist freundlich, grüßt und freut sich über die tägliche Begegnung. Melanie ist wie andere Kinder infiziert. Kommt sie Menschen zu nah, wird sie zu einem blutrünstigen Zombie und will Menschen fressen. In Gefangenschaft werden die Kinder Experimenten unterzogen, um einen Impfstoff zu finden. Das Zombievirus hat bereits fast die ganze Menschheit dahingerafft und in Zombies verwandelt. Als Ärztin spielt Clenn Close eine abgestumpfte und teilweise gewissenlose Person, die die Kinderversuche verantwortet.

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Close spielt so brillant, dass man sich fragt, wer eigentlich schlimmer ist: Sie oder die Zombiekinder?

Lieber Katzen statt Menschen

Mit "The Girl with All the Gifts" ist Regisseur Colm McCarthy ein wirklich effektstarkes Meisterwerk gelungen. Der Fokus ist klar auf die Kinder gelegt, deren Virus sie nicht völlig unmenschlich machen. Sie wandeln nicht als Untote durch die Gänge, sondern wollen mehr über das Leben vor der Apokalypse wissen. Vor ihrer Gefräßigkeit schützt nur Blockercreme. Die hilft aber auch nicht mehr, wenn die Horde losgelassen wird. In "Girl with All the Gifts" sind Jagdszenen wohl dosiert, aber wenn sie kommen, dann haben es die Verfolgungen in sich. In dem Film sind die Zombies die schnellsten. Auf brutale Szenen folgt rechtzeitig der Schnitt. Dass das Zombiemädchen eine kleine Heldin ist, liegt nicht nur daran, dass sie lieber Katzen statt Menschen verspeist. Sie muss in der Großstadt den wenigen Menschen noch zur Hilfe kommen. Denn in London warten tausende Zombies...

"The Girl with All the Gifts" startete bundesweit am 23. Juni im Verleih, unter anderem bei Sky Store, GigaTV Vodafone oder Amazon Video (Leihgebühr möglich!). Freigegeben: Ab 16 Jahren! #Horrorfilm #Kino #Sky