Die Niedersächsische Landesmedienanstalt mit Sitz in Hannover ist die zuständige Aufsichtsbehörde für RTL. Solche Medienanstalten überwachen die Einhaltung des Rundfunkstaatsvertrages, vergeben Lizenzen und bürden Sender Auflagen auf. Grundsätzlich ist die Arbeit solcher Medienanstalten wichtig für die Meinungsfreiheit. Denn die Behörden sollen die Vielfalt im Privatfernsehen sicherstellen. Wenn eine Mediengruppe wie #RTL zusammen mit all ihren Kanälen im Schnitt auf mehr als 20 Prozent Marktanteil kommt, muss der größte Sender dieser Gruppe seine Programmplätze für Drittanbieter freigeben. Die Medienanstalt entscheidet dabei zu welcher Uhrzeit und wer als Drittanbieter den Zuschlag bekommt.

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Uhrzeiten sind nicht verhandelbar

Das passiert bei RTL seit vielen Jahren. Bei Sendungen von Spiegel TV oder Stern TV bzw. AZ Media TV stehen immer unter dem RTL Logo die Namen der Magazine. Das ist kein Service für Zuschauer, sondern RTL macht damit klar: Wir sind für den Inhalt nicht verantwortlich, sondern diese oder jene Firma. Für RTL sind solche Magazine Fluch und Segen zugleich. Auf der einen Seite bringen die Magazine gute Quoten und sind ein Imagegewinn, andererseits lassen sie dem Sender kaum Spielraum für seine Programmgestaltung an dem Tag. Denn: Der Sendeplatz ist festgeschrieben. RTL muss zwingend um eine vorgegebene Uhrzeit Programmfenster zur Verfügung stellen.

Das sind die 4 neuen Sendeplätze

Die Landesmedienanstalt für RTL hat nun verfügt, dass auch für den Zeitraum vom 1.

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Juli 2018 bis 30. Juni 2023 insgesamt 180 Minuten in der Woche für unabhängige Drittanbieter zur Verfügung gestellt werden müssen. RTL darf in die Programminhalte nicht eingreifen. Wie das Medienmagazin dwdl.de berichtet, wurden von der zuständigen Medienanstalt folgende Sendeplätze ausgeschrieben:

1. 70 Minuten von 19:05 Uhr bis 20:15 Uhr jeden Samstag

2. 35 Min Minuten von 23:25 Uhr bis 0:00 Uhr immer montags

3. 45 Minuten von 0:30 Uhr bis 1:15 Uhr jeden Dienstag Dienstag

4. 30 Minuten anschließend ab 1:15 Uhr immer dienstags

Am Sonntag bald zwei Spielfilme?

"Explosiv Weekend" wird Mitte 2018 zumindest auf dem gewohnten Sendeplatz um 19:05 Uhr wegfallen. Denkbar wäre nun ein Vorziehen der Sendung auf 18 Uhr. "Spiegel TV #Magazin" wird komplett am Sonntag rausgenommen. Dem Spiegel-Verlag bleibt aber die Möglichkeit, sich für einen anderen Sendeplatz, zum Beispiel am Montag nach "extra", zu bewerben. Damit ändert sich ein seit Jahrzehnten gewohnter Sendeplatz von Spiegel TV Magazin. Sonntag dürfte RTL nun ein Spielfilm-Doppelpack fahren. Bei "Stern TV" gibt es eine Besonderheit. Denn eigentlich stand dem Magazin nur 30 Minuten am Mittwoch zu. RTL verlängerte die Zeit seit geraumer Zeit auf 120 Minuten. Das ist zwar sehr löblich, damit gilt das Magazin für die Medienanstalt aber als RTL Auftragsproduktion und nicht mehr nur als reiner Drittanbieter. #Fernsehen