Der peruanische Franco Alonso Lazo Medrano wurde 23 Jahre alt. Er nahm sich laut der amerikanischen Zeitung „People“ das Leben. Obwohl der Freitod eines jungen Erwachsenen nie schön ist, klingt die Nachricht bis hier noch nicht beunruhigend. Doch Behörden haben Abschiedsbriefe gefunden, einer von ihnen enthält Instruktionen zu Audiodateien. Auf diesen Sprachaufnahmen richtet sich Franco an Menschen aus seinem Umfeld. Er macht sie mitverantwortlich für seinen Suizid.

Die Vorgehensweise hat erschreckende Parallelen zur Netflix-Erfolgsserie.

In Tote Mädchen lügen nicht (englischer Originaltitel: 13 Reasons Why) geht es um Hannah Baker.

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Die Serie setzt 2 Wochen nach ihrem Selbstmord an, als ihr Mitschüler Clay Jensen Kasetten findet. Diese sind für unterschiedliche Menschen bestimmt, auch für Clay. Auf den Audioträgern erläutert Hannah ihren Selbstmord und klagt ihre Mitschüler an, denn diese tragen eine Teilschuld an ihrem Tod. Dabei bekommt der Zuschauer einen Einblick in die Geheimnisse und Straftaten von Hannahs „Mörder“.

Bereits zur Veröffentlichung der Serie gab es einige Kontroversen.

Ärzte und Psychologen warnten sogar vor der Serie, da sie die psychischen Probleme – grade bei jungen Erwachsenen – verstärken kann. Und tatsächlich häuften sich in den letzten Monaten die Berichte. So verletzten sich in Amerika immer häufiger Schüler selbst und nennen als Grund das Schauen dieses Formats.

In Kanada ist das #Netflix-Werk verboten und auch Neuseeland schränkt den Konsum ein.

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Tote Mädchen lügen nicht kann hier nur noch mit Anwesenheit eines Erwachsenen gesehen werden.

Netflix reagierte mit einer Warnung am Anfang der ersten Episode. Zu wenig, finden einige Kritiker.

Auch Stars beziehen Stellung.

So hat Paris Jackson, die Tochter vom King of Pop Michael Jackson, ihre Fans vor der Serie gewarnt. Sie mache krank und fördere Selbstmord. Forderungen zur Absetzung seitens Netflix unterstützt die 19-Jährige.

Ganz anders sieht das Fürsprecherin Selena Gomez. Der Disney-Star findet, dass das TV-Format endlich Suizid und seine Facetten anspricht. Auch Themen wie Mobbing, Gruppenzwang und Straftaten werden schonungslos behandelt. Die Sängerin findet dies als Warnhinweis und Erziehungsmaßnahme für Jugendliche wichtig. Durch Auseinandersetzung sollen sie sensibilisiert werden.

Ob die umstrittene Fernsehserie im Fall aus Peru, jedoch wirklich eindeutig das Muster zum Selbstmord des jungen Franco war, ist nicht geklärt. Die Parallele dennoch beunruhigend.

Netflix dreht bereits an einer zweiten Staffel zu Tote Mädchen lügen nicht, die 2018 starten soll.

Hilfestellung zum Thema Selbstmord gibt es unter anderem bei der suizidprävention-deutschland.de. #ToteMädchenLügenNicht