Der Fall kurz vor Weihnachten 2014 hatte für ein gewaltiges Rauschen im Blätterwald und im Netz gesorgt: Ausgerechnet der sympathische Herbert #Grönemeyer sollte am #Flughafen Köln/Bonn handgreiflich geworden sein. Dieses Verhalten wurde mit Bildmaterial und sogar einem Video belegt. Doch heute entschied das Kölner Landgericht nach Sichtung von Bildmaterial, Videos, Anhörung der Beteiligten und Zeugenvernehmung: Die 28. Zivilkammer sieht es als erwiesen an, dass bestimmte Aussagen über den angeblichen prügelnden Grönemeyer unwahr sind und den Kläger in seinem Persönlichkeitsrecht verletzen.

In gleich drei Verhandlungen gab es daher folgende Entscheidungen:

Grönemeyer gegen Bauer-Verlag

Der Heinrich Bauer-Verlag darf keine Bilder des Vorfalls veröffentlichen und nicht verbreiten, dass der Sänger einem der Fotografen den Finger umgebogen, auf die Kamera eingeschlagen oder mit der gefüllten Laptop-Tasche auf den Fotografen eingeschlagen habe.

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Zwei ebenfalls beklagte Fotografen dürfen nicht behaupten, dass sie an Hand und Gesicht verletzt worden seien und auch nicht entsprechende Fotos veröffentlichen.

Grönemeyer gegen Springer

Dem Axel Springer-Verlag wurde untersagt zu behaupten, dass Grönemeyer einem Fotografen die Kamera aus der Hand geschlagen habe und dass Grönemeyer einen anderen Fotografen gewürgt habe.

Grönemeyer gegen Bunte

Der #Bunte Entertainment Verlag wurde zu einer Richtigstellung in der nächsten Bunte-Ausgabe verurteilt. Laut der Bunten habe Grönemeyer einen Fotografen mit einer Reisetasche auf den Kopf niedergeschlagen und den am Boden liegenden Mann mit den Händen gepackt. In der Richtigstellung muss stehen, dass Grönemeyer den Fotografen am Nacken festgehalten habe und sich dieser dann zu Boden fallen ließ. Zusätzlich muss der Verlag als Schadensersatz für vorgerichtliche Anwaltskosten rund 3100 Euro zahlen.

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Video schon seit März verboten

Das Oberlandesgericht Köln hatte bereits im März die Verbreitung des Videos untersagt. Herbert Grönemeyer hatte direkt nach dem Vorfall durch seinen Anwalt mitteilen lassen, dass das Video so geschnitten worden sei, dass der Auslöser der Auseinandersetzung nicht zu sehen gewesen sei. Auch nicht, dass Grönemeyer nicht alleine sondern mit seiner Familie unterwegs gewesen sei, die er nicht in die Öffentlichkeit gezerrt sehen wollte. Der Sänger sei in einem rein privaten Moment am Flughafen massiv verfolgt und bedrängt worden. Er habe die Fotografen schließlich körperlich wegdrängen wollen, habe aber nicht mit den Händen geschlagen.