Was war nur los bei der letzten Maischberger Sendung? Es wurde auffällig emotional diskutiert und kurz vor Ende verließ ausgerechnet der sonst so ausgeglichene CDU-Innenexperte #Wolfgang Bosbach erbost das Studio. Das Thema der Sendung war: "Gewalt in Hamburg: Warum versagt der Staat?" Warum die Nerven bei der Diskussion versagten, soll nun analysiert werden.

Bei all der vielen Berichterstattung über diesen Eklat fällt auf, dass fast unisono völlig unter den Tisch fällt, dass Bosbach schon viel früher das Studio verlassen wollte. Im Fernsehen war die Ankündigung dazu vorher schon zweimal zu sehen und beim ersten Mal hatte nicht nur die einstige Grünen-Chefin #Jutta Ditfurth den erfahrenen Politfuchs Bosbach schwer erbost, sondern die Gastgeberin #Sandra Maischberger selbst.

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Wolfgang Bosbach: Die erste Drohung

Es dauerte mehr als 20 Minuten bis Wolfgang Bosbach zum ersten Mal zu Wort kam, da hatte Jutta Ditfurth schon ihren zweiten ausführlichen Redebeitrag beigesteuert und zusätzlich ein paar mal kurz dazwischen gequatscht. Und dann sagte Bosbach "Schulz" und meinte wahrscheinlich "Scholz", was Sandra Maischberger sofort ansprach, um dann, nach einem kurzen Einwurf von Jutta Ditfurth, dem gerade warm geredeten Bosbach schon nach rund zwei Minuten das Wort wieder zu entziehen. Wolfgang Bosbach reagierte sofort heftig und auffällig empört: "Frau Maischberger, eins können wir gleich vergessen. Es geht nicht, dass Frau Ditfurth so lange sagen kann, was sie will und ich schon bei der ersten Unterbrechung abgebogen werde." Sandra Maischberger entschuldigte sich, doch Bosbach war in Fahrt: "Wenn Sie mir jetzt sagen, Herr Bosbach, es wäre nett, wenn Sie sich zurück halten, dann stehe ich auf und gehe."

Maischberger versuchte abzuwiegeln: "Herr Bosbach, Sie haben mich missverstanden." Bosbach sah das anders: "Nein, ich habe es gut verstanden." Maischberger versuchte nun Wolfgang Bosbach Honig ums Maul zu schmieren, er habe doch ihre Frage so kurz und sehr gut beantwortet, doch die Gastgeberin scheitert kläglich.

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Bosbach empört sich weiter: "Sie müssen mir doch nicht erklären, was ich gesagt habe."

Auch van Aaken reagiert dünnhäutig:

Eine Weile später reagierte übrigens auch der Hamburger Jan van Aaken, Bundestagsabgeordneter der Linken und Mitorganisator der großen und friedlichen Demo vom Samstag, ebenfalls sauer über zu geringe Redezeiten. Er frage sich, warum er überhaupt eingeladen sei, monierte von Aaken. Da stellt sich doch die Frage, warum auf allen Seiten so emotional diskutiert wurde?

Zum einen wollte sich keine Seite in die Gegenseite hineinversetzen. Während von Aaken und Jutta Ditfurth zu vermitteln versuchten, wie bedrohlich so ein riesiger Polizeiaufmarsch auf Demonstranten vor Ort wirkt und auch auf Fehler von den Beamten hinwiesen, bestanden Bosbach und der Polizeihauptkommissar Joachim Lenders darauf, wie bedrohlich und kriminell der schwarze Block gewesen sei.

Fehler auf beiden Seiten

Psychologisch gesehen, dürften sich beide Seiten schuldig fühlen. Natürlich hat die Polizei schon vorher provoziert, indem ein vom Gericht genehmigtes Camp geräumt wurde. Dazu kommt, dass das Treten und Schubsen von gewaltlosen Demonstranten und Pressevertretern auch nicht in Ordnung war.

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Und natürlich müssen die Linken sich fragen, ob sie so manchen Gewalttäter als Kämpfer für eine bessere Welt idealisiert haben? Nicht erkannt haben, dass es sich bei manchen eben schlicht um gefährliche Kriminelle handelt? Und sich vielleicht eingestehen, dass solche Täter zu Unrecht unterstützt wurden.

Die Zuschauer jedenfalls können sich bei Wolfgang Bosbach und Jutta Ditfurth bedanken, die beiden haben auf einem normalen Polittalk ganz große Unterhaltung gemacht. Gastgeberin Sandra Maischberger veröffentlichte eine Entschuldigung, auch gegenüber Jutta Ditfurth, die sie nach Bosbachs Abgang aus dem Studio schmeißen wollte. Ditfurth war der Aufforderung nicht nachgekommen und ist mit der Entschuldigung unzufrieden: Maischberger müsse sich auch noch dafür entschuldigen, dass sie nach Bosbachs Abgang nicht mehr das Wort erteilt bekam.