Fans der Horrorfilmreihe “#saw” dürfte das Vorgehen sehr bekannt vorkommen: Ein psychopathischer Serienkiller entführt immer neue Opfer, bringt sie an einen ausbruchsicheren Ort und konfrontiert sie dort mit einer Audio-Nachricht, die ihnen die Ausweglosigkeit ihrer Situation deutlich macht. Das der so auf der Kino-Leinwand agierende “Jigsaw”-Killer eine reale Entsprechung hat, ist nur den wenigsten bekannt. Doch David Parker Ray ging genau auf diese Weise mit seinen Opfern um. Er zählt wohl zu den skrupellosesten und bösartigsten Serienkillern, die jemals gefasst wurden.

Parker Ray wurde in New Mexico geboren und von seinem zu Gewalt neigenden Großvater großgezogen.

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Er verlebte eine von Einsamkeit geprägte Jugend und verfiel Alkohol und anderen Drogen. Auch zeigten sich bereits zu dieser Zeit sado-masochistische Fantasien.

Ray trat in die Armee ein, wurde wenig später wieder entlassen - dann begann eine Mordserie, die an Grausamkeit ihres gleichen sucht. Das Schema seiner Morde blieb dabei immer das gleiche:

Ray zielte bei der Auswahl seiner Opfer vor allem auf Prostituierte. Er näherte sich ihnen unter dem Vorwand ein Polizist zu sein und verabreichte ihnen ein starkes Betäubungsmittel. Während sie ohnmächtig waren, brachte er sie zu einem Wohnwagen, den er unter hohem finanziellen Aufwand in ein schalldichtes Foltermobil umgebaut hatte. Parker Ray bezeichnete das Wohnmobil später als seine kleine “Spielkiste”.

Nachdem seine Opfer wieder das Bewusstsein erlangt hatten, spielte ihnen Parker Ray eine vorgefertigte Audio-Botschaft vor - ein Detail, dass ihn zur Inspiration des “Jigsaw-Killers” aus der Filmreihe “Saw” werden ließ.

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Auf den Tonbändern skizzierte Parker Ray ihnen in ruhiger Stimme, dass sie in den kommenden Tagen damit rechnen müssten, mehrfach vergewaltigt zu werden. Erst nachdem er seine Opfer über Wochen systematisch gefoltert und missbraucht hatte (teilweise unter Mitwirkung wechselnder Komplizinnen), tötete er sie schließlich oder setzte sie betäubt wieder frei.

Wie viele Opfer er während seiner beispiellosen Mordserie, die um 1950 begann, tötete, ist bis heute nicht vollends geklärt. Es gilt jedoch als wahrscheinlich, dass zwischen 40-60 Frauen von ihm gefoltert und getötet wurden. Er konnte erst 1999 gefasst werden, als die von ihm entführte Cynthia Vigil nach drei Tagen Gefangenschaft entkommen konnte. Ihr war es gelungen, sich aus dem Wohnwagen zu befreien und die Polizei zu rufen. Parker Ray wurde verhaftet und behauptete in einer ersten Vernehmung, er habe versucht Cynthia Vigil von ihrer Heroinsucht zu heilen - eine Behauptung die schnell widerlegt wurde, als die Ermittler Rays Wohnwagen untersuchten und dort Peitschen, Ketten, Riemen, chirurgische Instrumente und weitere Werkzeuge des Grauens vorfanden.

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Im anschließenden Gerichtsprozess wurde Parker Ray wegen Folter, Entführung und Vergewaltigung von mindestens zwei Frauen zu 223 Haft verurteilt. Trotz mehrerer ihn stark belastender Zeugenaussagen wurde er nicht wegen Mord verurteilt. Ein wesentlicher Grund: Bis heute wurde keine Leiche seiner Opfer gefunden. Parker Ray selber musste nur eine kurze Haftstrafe verbüßen - er starb ein Jahr nach Haftantritt an einem Herzinfarkt.

Was bleibt sind furchterregende Zeugenaussagen und Audio-Transkripte der Botschaften, die Parker Ray seinen Opfern vorspielte und eine zweifelhafte Ehre: Der Experte für Serienkiller Michael Stone zählt Parker Ray zu den drei furchteinflößendste Killern, die jemals gefasst wurden. #Horror #kinofilm