Im Jahre 1936 machten sich ein Fotograf und sein Assistent zum Anwesen Raynham Hall in Norfolk, England auf. Sie hatten den Auftrag, für das Magazin „Country Life“ den Landsitz abzulichten. Sie machten sich wie beauftragt an die Arbeit und hatten bereits ein erstes Foto der Eingangshalle gemacht und waren gerade dabei das zweite Bild vorzubereiten, als der Assistent nach eigenen Angaben eine neblige Gestalt bemerkte, die sich die Treppe hinunter bewegte. Er habe schnell gehandelt, den Blitz ausgelöst und die Figur auf Film gebannt.

Das resultierende Bild wurde in Country Life und im Januar 1937 auch im Time Magazine veröffentlicht und dadurch einer breiten Öffentlichkeit bekannt.

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Der auf paranormale Geschehnisse spezialisierte Experte Harry Price interviewte in der Folge beide Fotografen und kam für sich zu dem Schluss, bei dem Foto handele es sich um einen Fall, der frei von dem Verdacht sei, gefälscht worden zu sein.

Es passte nur zu gut in diese Geschichte, dass Besucher von Raynham Hall bereits seit langem über paranormale Geschehnisse berichtet hatten.

Raynham Hall war seit über 400 Jahren der Familiensitz der Townshend Familie. Im Jahre 1713 hatte Charles Townshend Dorothy Walpole geheiratet. Die Legende berichtet, dass Charles 1725 Zweifel an Dorothys Treue bekommen haben soll und er sie in der Folge in Raynham Hall einsperren ließ. Der Außenwelt habe er berichtet, sie sei verstorben und habe sogar eine Beerdigung fingiert. In Wahrheit habe Dorothy jedoch den Rest ihres Lebens in Raynham Hall als Gefangene in ihrem eigenen Haus verbracht.

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Die Geistererscheinungen seien – so der Volksmund – auf diese Tragödie zurückzuführen.

1835 kam es während einer Weihnachtsfeier zu einer ersten gespenstischen Begegnung. Ein Gast der Feier hatte angegeben, er hätte ein durch die Gänge wandernde Frau gesehen, die ein braunes Kleid getragen hätte. Ein anderer Gast bestätigte, die Gestalt ebenfalls gesehen zu haben. Er habe sich genähert, sie habe sich umgedreht. Doch wo eigentlich ihre Augen sein sollten, waren nur zwei Löcher zu sehen. Einige Hausangestellte waren so beunruhigt von den Schilderungen, dass sie aus dem Familiensitz flohen.

Ein Jahr später übernachtete Frederick Marrayat in Raynham Hall. Er wollte die Gerüchte, die das Haus umgaben, nach eigenen Angaben widerlegen. Doch auch Marrayat berichtete später von einer in braun gekleideten Gestalt. Er habe sie Korridore entlang verfolgt, bis sie schließlich verschwunden sei.

Das 1936 gemachte Foto steht also in einer langen Tradition von Spukgeschichten und Geistersichtungen. Über seine Echtheit debattieren bis heute Experten. Einige vermuten, dass die Gestalt das Ergebnis einer Doppelbelichtung sein könne.

Bis heute ist Raynham Hall im Besitz der Townshed Familie. Es ist nicht bekannt, ob auch die jüngsten Bewohner des Anwesens ähnliche Erfahrungen gemacht haben, wie die Generationen vor ihnen. #Paranormal #Spuk #geist