Seit dem 29. September 2017 könnt ihr in Deutschland den #Anime#Chrono Crusade“ erstmals komplett auf Blu-ray erwerben. Alle 24 Folgen wurde von #Nipponart in einer besonderen Box veröffentlicht, die ebenfalls im DVD-Format erhältlich ist

Kritik zu „Chrono Crusade“

„Chrono Crusade“ ist ein animierter Klassiker, jedoch nicht im geläufigen Sinne. Es ist schließlich keiner dieser Meilensteine, die ein gesamtes Genre definiert haben. Der Anime von Studio Gonzo bietet qualitativ auch nichts, was nicht von anderer Seite bereits um Längen übertroffen wurde. Eigentlich, wenn ich es ganz streng betrachte, ist er in allen Belangen absolutes Mittelmaß.

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Und doch sitzen wir nun hier. Besprechen eine Serie, die schon zur Ankündigung jegliches Interesse an ihrer Existenz vermissen lässt. Und trotzdem bin ich mir sicher, dass dieses Werk von vielen durchaus positiv aufgenommen werden kann. Denn im gleichen Atemzug, in welchem „Chrono Crusade“ negative Kritik dafür einstecken muss keine wirklichen Höhen zu besitzen, kann die stehende Aussage auch positiv verstanden werden. Schließlich hat er auch keinerlei Tiefen.

Nipponart präsentiert mit diesem Anime den sprichwörtlichen Inbegriff des Shōnen. Bewirtung auf Popcornkino-Niveau, zugegeben, und doch von der ersten bis zur letzten der 24 Episoden unterhaltsam, Zeit vertreibend, geradezu entspannend.

Keine zwei Dimensionen

Die einfachen, in ihrer Persönlichkeit maßlos überzeichneten Figuren versuchen selten, aus der ersten Dimension psychologischer Tiefe auszubrechen.

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Gleichsam wurden sie ohne komplexe Hintergründe erdacht, gesegnet mit dem Horizont eines Teelöffels. Und doch fallen diese Argumente nicht wirklich ins Gewicht. In erster Linie weil sich „Chrono Crusade“ geschickt dabei anstellt, die richtige Chemie zwischen den Charakteren aufzubauen. Und die stimmt.

Ohne also allzu sehr Anstrengungen im Aufbau komplexer Handlungsträger vermuten zu lassen, arbeiten die Figuren in ihrer Koexistenz alles Notwendige aus, sorgen so für gute Stimmung durch viele, von Herzen kommende Lacher. Vor allem die Hauptfigur, Rosette Christopher, steht mit genügend Witz und Sympathie an vorderster Front, dass sie diese Serie auch im Alleingang hätte tragen können.

Den erfolglosen Versuch, eine wirklich spannende und unvorhersehbare Geschichte zu erzählen, gleichen die Macher dieses Anime damit aus, dass sie kompromisslose Action ohne Tiefgang zum Hauptthema machen. Die klar in Szene gesetzten, durch besondere Kameraführung begeisternden Kämpfe runden die Möglichkeit, sich hier einfach berieseln zu lassen, angenehm ab.

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Generell ist der Anime mit wirklich fantastischen Szenen und Liebe zum Detail gefüllt. Wenn die Grafik sich auch nicht gerade mit größeren Titeln messen kann, hat „Chrono Crusade“ zumindest den Vorteil, daraus das relativ Beste zu machen.

Ernst zu sein

Der größte Punkt auf der Proseite kommt jedoch in dekadenten Kleidern. Während andere Anime vergleichbaren Kalibers nämlich verzweifelt versuchen, ernst genommen zu werden, sich vielleicht sogar als recht komplex zu entpuppen (und daran oftmals gnadenlos scheitern), wird ein solches Vorgehen hier nicht einmal in Angriff genommen. Abgesehen von ein/zwei Ausnahmen, welche die Regel lediglich bestätigen, nimmt sich „Chrono Crusade“ herzlichst wenig ernst. Nichts wird sinnlos in die Länge gezogen, weder in Sachen Plot noch Ausarbeitung der Figuren.

Natürlich ist der Humor, der sich hauptsächlich Teenagern mit XY-Chromosom anbiedert, äußerst albern, für mach einen sogar provokativ. Lasst euch nichtsdestoweniger versichern, dass das bisschen Erotik in Verbindung mit dummen Sprüchen kaum mehr als einen unschuldigen Spaß darstellt. Die fehlenden Stärken der Serie werden durch die guten Einfälle des Regisseurs Yū Kō ausgeglichen sowie solide umgesetzt. Und letztendlich erfüllt „Chrono Crusade“ genau so seinen Zweck. Nichts, was mir persönlich in Erinnerung bleiben würde, trotzdem war die Sichtung ein kleines Vergnügen.

Traurig ist lediglich, dass aus dem spannenden Setting, einem New York der 1920er Jahre, reichlich wenig, eigentlich gar nichts gemacht wurde. So bleibt es lediglich untermalend ... im besten Sinne. In Anbetracht des gefälligen, unbeschwerten Inhalts, ein Umstand, den ich verkraften konnte.

Fazit

Unterhaltsame, recht schlicht gehaltene Fantasy-Komödie, ohne wirkliche Höhen und gleichzeitig befreit von nervtötenden Tiefen. „Chrono Crusade“ ist Popcornkino, Unterhaltung für den gemütlichen Abend zu zweit oder auch alleine. Beliebig in seiner Art, erheiternd in der gewählten Präsentation und gemütlich in seinem von Erotik durchzogenen Humor. Mit 24 Folgen ein kurzer Spaß, der nicht mehr Zeit in Anspruch nimmt als er gut unterhalten kann.

Zur Handlung

New York in den 1920er Jahren: der Magdalenen Orden entsendet täglich seine gottesfürchtigen Krieger, um Dämonen, Teufel und andere Kreaturen der Unterwelt zu vernichten. Doch nicht das heilige Kreuz dient als Waffe der Gläubigen und es sind auch keine normalen Kämpfer, die da in die Schlacht ziehen. Die 16-jährige und natürlich äußerst attraktive Nonne, Schwester Rosette Christopher, weist die Wesen aus der Hölle mit dicken Wummen und einem Feuerwerk an Sprüchen in die Schranken.

Ihr zur Seite steht ein waschechter Dämon, der noch manch ein Hühnchen mit seinen Schwestern und Brüdern aus feurigen Tiefen zu rupfen hat. "Chrono Crusade" verspricht viel Action und Humor. Eine Prise Erotik und jede Menge Fantasy.