Eigentlich hätten die Zuschauer von „Echt Familie – Das sind wir!“ auf RTL2 eher leichte Kost erwartet, nette Bilder von Promis mit ihren Lieben, ähnlich einer Homestory in einem Klatschmagazin. Doch das was RTL2, vorausgesetzt die Kollegen haben saubere journalistische Arbeit geleistet, dem Zuschauer zeigt, ist ein erschütternder Beweis, wie Gewalt und Sucht innerhalb einer Familie an die nächste Generation weitergegeben werden. Eine Studie über die verzweifelten Co-Abhängigen, in einem Drama, in dem sie nur Verlierer sein können.

#Menowin #Fröhlich wird in der Sendung von dem Suchttherapeuten Wolfgang Kiel begleitet. Leider hat der Sender versäumt, der eingeschüchterten Lebensgefährtin von Menowin ebenfalls eine psychologische Begleitung zu stellen.

Werbung
Werbung

Daraus resultiert, dass Menowin, der sich durch seinen Coach gestärkt fühlt, sich sogar vor der Kamera dazu hinreißen lässt, laut und bedrohlich gegenüber seiner Lebensgefährtin und ihrer Mutter aufzutreten. Auch woher Menowins Verhalten kommt, wird deutlich gezeigt. Ganz offen erzählt seine Mutter, während sie neben ihrem Sohn auf der Couch sitzt, dass sie heroinabhängig war. Besonders schreckliche Erinnerungen hat Menowin an seinen ebenfalls drogenabhängigen Vater, der die Familie mit Gewalt und Brutalität misshandelt haben soll.

Schwarzer Peter

Menowin beschwert sich beim Coach, dass seine Lebensgefährtin ihm nicht helfe, wenn er durch seinen Drogenkonsum in gefährliche Situationen gerate. Zum Beispiel, wenn er nach einen Zug Drogen durch die Nase in Luftnot gerate. Er sieht sich da von der Mutter seines Sohnes nicht unterstützt.

Werbung

„Das fühlt sich so an, als ob du nur etwas wert bist, wenn du es so machst, wie die sich das vorstellen“, beklagt Menowin seine Situation, während Senay, wie meistens schweigend daneben sitzt. „Wie soll ich denn clean werden, wenn sich nichts verändert? Wie soll sich im Leben etwas verändern, wenn der andere Mensch nicht mal bereit ist eine Kleinigkeit zu verändern?“, mit diesen Worten schiebt Fröhlich seiner Lebensgefährtin den schwarzen Peter zu. Doch es kommt noch schlimmer.

Nur eine Backpfeife?

Menowin will auf jeden Fall raus aus dem Haus der Schwiegermutter, mit seiner Senay, die er heiraten will und seinem Sohn. Die krasseste Beichte von Menowin Fröhlich enthüllt eine schreckliche Realität. Demnach ist Menowin gewalttätig gegenüber seiner Freundin. „Ich hab meiner Frau mal eine Backpfeife gegeben. Mir ist auch mal die Hand ausgerutscht“, räumt Fröhlich vor der Kamera ein. Interventionsberater bei häuslicher Gewalt sehen hinter solchen Aussagen oft noch viel schlimmere Gewaltexzesse.

Werbung

Typisch sei jedenfalls, dass Gewalttäter versuchen ihr Opfer zu isolieren. Gruselig, wenn Menowin in späteren Szenen mit brutaler Gewalt seine Wut an einem Sandsack auslässt und dabei an seinen eigenen Vater denkt. Der habe seine Mutter so richtig krass verprügelt und seine Kinder im Stich gelassen. „Der ist eine tickende Zeitbombe“, urteilt Menowins Coach nach dem Boxen. Das Training sei unbedingt erforderlich, damit Menowin seine Aggressionen abbauen könne.

Die traurigste Szene

Intensiv stellt sich die Frage, was Menowins Verhalten für seinen Sohn bedeutet. Auch dazu liefert „Echt Familie – Das sind wir!“ eine unglaublich traurige Szene. Menowin und Senay sitzen am Tisch, frühstücken, dabei im Kinderstuhl der kleine Sohn. Zuvor hatte Menowin seiner Liebsten berichtet, dass das Standesamt Heidelberg den Hochzeitstermin bestätigt habe. Wieder will Menowin wegziehen, möglichst viele Kilometer zwischen sich und seine Schwiegermutter legen. Die Stimung kippt und sobald Menowin ernsthaft böse wird, fängt sein Sohn an zu weinen.

Beim vielen Zuschauern dürfte die Stimmung am Ende der letzten Folge zu großer Sorge gekippt sein: Senay ist schwanger. Mit dem zweiten Kind von dem dann fünffachen Vater Menowin.

#Echt Familie – Das sind wir!“ montags 20.15 Uhr auf RTL2