Stellt euch doch einmal eine Welt ohne Waffen vor. Ein kleines Denkspiel, welches je nach Betrachtungsweise positive wie negative Gesichtszüge annehmen kann. Schließlich sind diese in der dystopischen Zukunft von "#Heat Guy J" tatsächlich verboten, genauso wie Androiden. Und doch ... Ist das der Startschuss für eine friedliche Welt, in welcher sich Denker und Dichter auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren können? Natürlich nicht. Gewalt steht in Judoh noch immer an der Tagesordnung.

Morde, Attentate; Kriminalität wohin man nur schaut. Und die schlimmsten Verbrecher in diesem Sumpf gehören einer Mafia-Gruppierung an, die sich selbst "Vampire" nennt.

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Als ein Machtwechsel für reichlich Wirbel und Ärger sorgt, sind es Protagonisten und Polizisten Daisuke Aurora und sein mechanischer Kumpel Heat Guy J, die mit vollem Einsatz für Gerechtigkeit auf den Straßen sorgen müssen.

Eine kurze Kritik

Science Fiction und Anime passen zusammen wie Zutat A und Zutat B welche ihr gerne in Kombination verspeist. Toller Mix für die Sinne, nichtsdestoweniger ein schrecklich billiger Übergang im Text. Was uns zum Scherz auf meine Kosten einen tatsächlich passenden Vergleich liefert, wenn es um die Qualität dessen geht, was ihr in dieser Serie zu sehen bekommt. Die Sinne werden in "Heat Guy J" nämlich reichlich gekitzelt, der Denkapparat eher weniger.

Wo uns andere düstere Versprechen an die Zukunft in klischeebeladenen, stets dunklen Tönen präsentiert werden, setzt Nipponarts neuestes Verkaufsobjekt auf viele Farben.

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Sehr viele, grelle Farben, die eine heitere, freundlichere Welt versprechen, wenngleich sie einen starken Kontrast zu dem stellen, was letztendlich wirklich das Gerüst dieser Welt ausmacht.

Ein Wechsel im Grundkonzept, der zu Beginn sehr arm und beinahe links liegen gelassen behandelt wird, sich im Laufe der Geschichte jedoch immer stärker heraus kristallisiert und zum Ende hin das optische wie inhaltliche Geschehen dominiert. Ein Trick, der den Machern nicht nur gelungen ist, sondern ihrer Serie beinahe schon eine gewisse Form der Eigenständigkeit verleiht. Ein Rebell unter Rebellen.

Solch eine Einstellung muss nicht immer etwas Gutes sein, in diesem Fall ist es aber durchaus okay, die Sache auf eine solche Weise zu betrachten. Wo dann eher Mangelerscheinungen zu beobachten sind, ist der Erzählstil und vor allem die Qualität dessen, was euch in geschichtlicher Form verkauft wird. Wo ein/zwei schlampig umgesetzte Kampfszenen direkt ignoriert werden können, machen sich die Schwächen im Plot gleich um so stärker bemerkbar.

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Erst zu einem sehr späten Zeitpunkt schafft es "Heat Guy J" hier einen Ausgleich zu finden. Alte, lose vermutete Enden und scheinbar unwichtige Details aus Nebengeschichten verbinden sich und erweitern die Geschichte auf mehreren Ebenen. Formelhaft in der Herangehensweise, doch stark im Abgang. Das macht diesen Anime interessant wie schwierig. Auf der einen Seite wird man fürs Durchhalten zwar entschädigt und sogar belohnt, doch fällt genau dies bei manch einer Folge durchaus schwer.

Doch dran bleiben lohnt sich. Nur eben nicht in allen Bereichen. Zu viele nicht relevante Bausteine, welche mehr oder weniger als Wegsteine fungieren und weniger dafür sorgen, dass auch einzelne Folgen nur für sich stark dargestellt werden und entsprechen stark für sich alleine stehen können. Oder eben könnten. Eine klare Empfehlung ist daher schwer, doch lehne ich mich besten Gewissens nicht zu weit aus dem Fenster wenn ich behaupte, dass Genrefans gar nicht um diesen Klassiker herum kommen.

Sci-Fi meets Action

Die 26-teilige TV-Serie "Heat Guy J" wurde am 29. September 2017 von #Nipponart als Komplett-Box auf den deutschen Markt gebracht. Der Anime erscheint auf fünf DVDs in Digipaks und das im schicken Novaschuber. Japanische Sprache, deutsche Untertitel, Poster und Aufkleber. Wem das überzeugend genug scheint, der weiß ja jetzt, was er oder sie zu tun hat. #Science Fiction