"Dies ist nicht nur eine normale Investition, dies ist etwas, was man auch mit dem Herzen macht", so kündigten die fünf Erfinder aus Deutschland und Dänemark ihre Erfindung schon vor der "#Höhle der Löwen" bei VOX an. "Unsere Mission ist es, die Lebensmittelverschwendung in Gastronomiebetrieben zu reduzieren." Je erfolgreicher ihre Idee werden würde, desto mehr könne sich auch in den Köpfen der Menschen ändern. Und das soll mit der App "#Too Good To Go" umgesetzt werden.

In Dänemark seien sie schon sehr erfolgreich, berichtet das Team. Auch in England und Frankreich sei die App gestartet. Nun sei eben Deutschland an der Reihe, dafür hätten sie gerne die Unterstützung der Löwen und sogar extra an ihren Deutschkenntnissen gearbeitet.

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"Wir arbeiten Tag und Nacht an unserem Projekt, schlafen sogar im Büro auf Matratzen im Flur. Wir sind bereit."

Millionen-Forderung

Löwin Dagmar Wöhrl war zunächst grundsätzlich angetan. Die gigantische Verschwendung von Lebensmitteln ist auch ihr ein Dorn im Auge. Als die Löwen aber die Forderung hören, bleibt ihnen zunächst die Spucke weg: Eine Million Euro für schmale 5 Prozent des Unternehmens. "Weltweit wird ein Drittel aller Lebensmittel weggeworfen", argumentieren die Jungunternehmer. Das passiere in Restaurants, Supermärkten und Kantinen. Die Wirte wüssten nicht, wie viele Kunden kommen werden, daher bleibe meist etwas übrig.

Die App macht glücklich

"Unser App macht glücklich", beteuerten die Entwickler. Sie mache den Koch glücklich, weil er nichts wegschmeißen müsse und trotzdem noch etwas Geld für seine Reste erhalte.

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Gleichzeitig mache sie die Kunden glücklich, weil sie Lebensmittel retten und zusätzlich noch ein Schnäppchen machen. Über die App könne der Kunde sehen, wo in seiner Umgebung welche Lebensmittel zu bekommen sind und in welcher Zeit diese abgeholt werden können. Mit der App könne auch gleich bezahlt werden. Als Beispiel wurde ein Sushi-Gericht für vier statt für 15 Euro über die App gekauft.

Die Löwen beißen nicht an

Auf der Haben-Seite konnte das Team eine Million angemeldete Nutzer und 2000 teilnehmende Betriebe verzeichnen, allerdings schreibt das Unternehmen noch rote Zahlen. Für die Löwen war die Bewertung des Unternehmens zu hoch. Dafür gebe es keine Rechtfertigung, sie stiegen aus. Doch die idealistischen Jungunternehmer gaben nicht auf und konnten doch noch überzeugen. Ralf Dümmel war als Erster bereit 200 000 Euro in den Topf zu werfen, wenn die anderen Löwen mitziehen. Und tatsächlich, am Ende einigten sich die Löwen und das deutsch-dänische Team auf eine Million für 8,9 Prozent des Unternehmens.

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Der höchste Deal in der Geschichte des Formats.

Too Good für eine Million

Das war im Februar, als die Sendung aufgezeichnet wurde. Doch jetzt meldet die BILD: Der #Millionendeal ist geplatzt. Der Grund: Das Unternehmen ist zu schnell expandiert. Die Anmeldungen hätten sich seit Februar verdoppelt, die Zahl der teilnehmenden Betriebe in Deutschland sei seit Februar um 600 Prozent gewachsen. Die Löwen hätten sich entweder doch mit weniger Prozenten zufrieden geben müssen oder noch mal etwas drauflegen müssen. Trotzdem bezeichnen die Jungunternehmer ihre Teilnahme an der Höhle der Löwen als fantastische Erfahrung und sie wollen mit den Löwen weiterhin Kontakt halten. Mit-Gründer Klaus Pedersen drückte gegenüber BILD seine Hoffnung aus, vielleicht doch noch in anderer Form in Zukunft mit den Löwen zu kooperieren.

Löwe Frank Thelen soll jedenfalls keinen Groll über den geplatzten Deal hegen, die Zusammenarbeit aller Löwen wäre vielleicht schwierig geworden. Das seien zu viele Köche in einer Küche.