Ist das Kunst? Mit dieser Frage endete am Sonntag der neueste #Tatort aus #Münster und die Frage kann mit einem klaren „Ja“ beantwortet werden. Gerichtsmediziner Professor Boerne (Jan Josef Liefers, 53) und Kommissar Thiel (Axel Prahl, 57) jagten einen Serienmörder, der einerseits über medizinische Kenntnisse verfügte und andererseits einen besonderen Bezug zur Kunst hatte. Der Mörder präsentierte nämlich die Leichen selbst als Skulpturen, mit passender Aussage. Alle Opfer hatten sich selbst schuldig gemacht, waren aber vor Gericht straflos davongekommen. Jetzt zog der Mörder die Täter grausam zur Verantwortung und gestaltete aus den Leichen bizarre Kunstwerke.

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So wurde aus einem Kinderschänder ein Clown, aus einem Nazi-Hetzer eine Mumie und aus einem Steuerhinterzieher ein riesiges Sparschwein.

Göttlicher Aspekt der Kunst

Jetzt musste also in der Kunstszene ermittelt werden und daher konnten dann skurrile Typen ohne Ende, den an sich schon skurrilen Protagonisten des Münster-Tatorts Konkurrenz machen. Einer davon ist ein Künstler, der sich den Namen #Gott gegeben hat. Passenderweise ist der Titel des Tatorts dann auch: „Gott ist auch nur ein Mensch“

Es ist nun einmal so, dass die Erschaffung eines Kunstwerkes einen göttlichen Aspekt beinhaltet. Es ist auch so, dass Künstler oftmals ziemlich durchgeknallt sind. Sie geraten durch den Akt der eigenen Schöpfung in eine seelische Ausnahmesituation, die durchaus gerne mal in völliger seelischer und körperlicher Erschöpfung endet.

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Parallel zu der gefühlsmäßigen Achterbahnfahrt sind die meisten Künstler gezwungen sich beziehungsweise ihre Kunstwerke zu vermarkten. Dabei hilft gut gepflegte Exzentrik durchaus weiter, schafft einen Wiedererkennungswert, Gesprächsstoff und Medienecho.

Mittendrin im Kunstbetrieb

Das alles wird oft von Außen belächelt und auch gerne durch den Kakao gezogen. Es ist aber keine Kunst einfach draufzuhauen. Und genau hier kommt der Tatort aus Münster ganz anders um die Ecke, denn echte Künstler sind intensiv an der Produktion beteiligt. So wurde nicht nur in der Kunstakademie gedreht, einige Kunststudenten wirken auch als Komparsen im Tatort mit. Die „Skulptur Tage“ im Krimi gibt es in Münster wirklich, sie heißen im echten Leben nur „Skulptur Projekte“. Und eine wichtige Rolle wurde an einen der bedeutendsten deutschen Konzeptkünstler vergeben. Christian Jankowski (49, Professur an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart) spielt Jan Christowski, der am Ende den ganzen Tatort in die Tasche packt.

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Übrigens gibt es noch eine lustige Anekdote am Rande des Münster-Tatorts. Christine Urspruch (47) spielt Alberich, die kleine Assistentin von Boerne, die gemeinsam mit ihrem Chef die Leichen seziert. Nun hat, laut BILD, der Insekten-Forscher Jens-Hermann Stuke (50) eine winzig kleine Leichenfliege entdeckt und sie als Münster-Tatort-Fan „Hemeromyia alberichae“ genannt. Christine Urspruch soll das durchaus passend finden und Jan Josef Liefers soll ihr dazu sehr lieb gratuliert haben.