„Ein Leben ohne Mops ist möglich, aber sinnlos“, so sah es Loriot zu Lebzeiten. Doch bei allem Verständnis und aller Sympathie für den Künstler wäre es besser gewesen, das Wort Mops einfach durch Hund zu ersetzen. Leider legen immer noch viele Hundebesitzer großen Wert auf eine bestimmte #Rasse ihres Lieblings, obwohl diese Einstellung nicht nur für die Tiere viel Leid bedeutet, sondern auch für die Besitzer. Es ist eine furchtbare Qual, den geliebten Hund leiden zu sehen, wenn er krank ist. Es ist nervenaufreibend, zeitaufwändig, kann den Besitzer regelrecht depressiv machen und natürlich kommen enorme finanzielle Belastungen auf den Tierhalter zu.

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Unter diesen Umständen ist es doch der pure Wahnsinn, sich ein Tier anzuschaffen, von dem zu erwarten ist, dass zusätzlich zu dem normalen Krankheitsrisiko auch noch rassetypische Krankheiten dazu kommen können. Krankheiten, die auch noch in die Tiere regelrecht hineingezüchtet wurden und werden. Leider wird auch noch dreist mit Charaktereigenschaften geworben. Zum Beispiel Familienhund, treu, verschmust, anhänglich oder wachsam. Doch das ist einfach dumm, jeder Hund hat seinen ganz eigenen Charakter und vor allem ist der Charakter nicht komplett angeboren, sondern entwickelt sich, durch Erziehung und Erlebnisse beeinflusst, ganz so wie beim Menschen auch.

Also kann wirklich nur geraten werden, sich einen Hund nach seinen ganz persönlichen Wesensanlagen auszusuchen.

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Dazu kommt die Größe des Hundes, die passen sollte. Wer im fünften Stock ohne Aufzug wohnt, sollte bedenken, dass das Tier auch mal krank ist und getragen werden muss. Und das vielleicht über zwei Wochen, zum Beispiel nach einer OP, mindestens dreimal am Tag für den Ausgang.

Wer blutiger Neuling ist, sollte sich eine seriöse Beratung für die Auswahl besorgen. Dafür können gute Hundepsychologen oder Hundetrainer engagiert werden, die helfen, dass Hund und Halter perfekt zusammen passen. Besser können die rund 50 Euro Beratungsgebühr gar nicht investiert werden.

Wer trotzdem allen Bedenken auf einem Rassehund besteht, sollte sich umfassend über die typischen Krankheiten der Rasse informieren. Im Grunde bedeutet Rassehund immer, dass nur ein ganz eng eingeschränkter Genpool vorhanden war. Genau betrachtet, ist das ein gigantischer Dauerinzest. Hier sind nur einige #Hunde, die darunter leiden müssen.

Mops

Möpse können mit Fug und Recht als Qualzuchten bezeichnet werden. Gesund wäre der Oberkiefer länger als der Unterkiefer, bei den Möpsen ist das in der Regel genau umgekehrt.

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Dadurch entspricht der Mops optisch dem Kindchenschema und wird von Menschen als ganz besonders niedlich wahrgenommen. Wer aber das röchelnde Atmen hört, kann das kaum noch putzig finden. Der Grund sind verengte Nasenlöcher und verengte Nebenhöhlen, Kehlkopfveränderungen und vergrößerte Gaumensegel, auch verlagerte Rachenmandeln lassen sich finden. Erschwerte Atmung, Erstickungsanfälle und Ohnmacht sind die Folge. Besonders im Sommer müssen die Tiere leiden, denn bei Hunden funktioniert die Temperaturregelung nur über Pfoten und Nase, und die Nase der Möpse kann das nicht leisten.

Die vergrößerten und hervorstehenden Mopsaugen können tatsächlich sogar ausfallen. Zudem sind die Augen sehr anfällig für Verletzungen und Entzündungen. Möpse leiden häufiger an Pug-Dog-Enzephalitis, was ungefähr Multipler Sklerose beim Menschen entspricht. Dazu kommen Probleme mit Hüften, Ellbogen und Kniescheiben.

Französiche Bulldogge

Auch bei diesen Hunden führt die Kurzköpfigkeit (Brachyzephalie) zu Problemen mit den oberen Atemwegen, wie beim Mops. Da einige Züchter immer größere Köpfe züchten, können die Welpen oft nur noch per Kaiserschnitt geboren werden. Weitere Krankheiten, die entweder im Erbgut liegen oder für die französische Bulldoggen besonders anfällig sind: Störung der Blutgerinnung, Schilddrüsenerkrankungen mit Hautproblemen, diverse Augenprobleme wie umgestülptes drittes Augenlid, eine erweiterte Speiseröhre und Genmutationen, die Probleme mit Rücken und Wirbelsäule hervorrufen können.

Cavalier King Charles Spaniel

Die possierlichen Hunde bringen eine ganze Reihe von Erbkrankheiten mit, von denen sie betroffen sein können. Dazu gehört die Endokardiose, eine Degeneration der Herzklappen. Davon sind sehr viele Tiere, ab dem Alter von ungefähr sechs Jahren, betroffen. Syringomyelie ist ein Problem im Rückenmark, das Schmerzen und Sensibilitätsstörungen hervorruft. Ganz besonders schrecklich ist auch die „Arnold Chiari Maldeformation“. Durch die besondere Kopfform verschieben sich dabei Kleinhirnanteile in das Hinterkopfloch. Die Leiden können Hund und Besitzer in Wahnsinn treiben, wie in diesem Video anschaulich gezeigt wird:

Dalmatiner

Die Hunde sind so oft von Harnsteinen betroffen, dass die Krankheit sogar ihren Namen trägt: Dalmatiner Syndrom. Viele Dalmatiner sind taub, die Zahlen schwanken zwischen 17 und 29 Prozent der Tiere.

Deutscher Schäferhund

Hüftdysplasie ist ein angezüchtetes Problem dieser Hunde, frühzeitige Arthrose die Folge. Ein schmerzfreies Leben ist für die betroffenen Tiere auf Jahre hinweg bis zu ihrem Tod nur ein unerfüllbarer Traum. Dazu kommt Ellenbogendysplasie. Weitere Probleme sind Wirbelverknöcherungen, die zu Einquetschungen der Nervenbahnen führen und Spondylose, die eine schmerzhafte Versteifung der Wirbelsäule zur Folge haben kann.

Dobermann

Wie alle großen Hunde hat der Dobermann mit Hüftdysplasie zu kämpfen. Aber die Tiere haben auch eine eigene Krankheit: Dancing Dobermann Desease. Dabei entsteht ein taumelnder Gang durch Ausfall von Muskeln und Nerven in der Hinterhand. Eine vererbbare Krankheit des Innenohrs kann zu Gleichgewichtsstörungen und Taubheit führen. Die Dilatative Kardiomyopathie kann plötzlichen Herzstillstand auslösen.

Dackel

Wo bei diesem Tier die Probleme liegen, kann jeder auf einen Blick sehen. Die natürliche Statik ist durch den angezüchteten Körperbau völlig aus dem Gleichgewicht, auch diese bedauernswerten Hunde haben eine Krankheit mit eigenem Namen: Dackellähme. Dabei handelt es sich um eine Art Bandscheibenvorfall, dabei werden Nerven der Wirbelsäule eingeklemmt und die betroffenen Dackel haben keine Kontrolle mehr über ihre Hinterbeine. Dazu kommen Probleme mit den langen Ohren, die anfällig für schmerzhafte Gehörgangsentzündungen sind. #Tierschutz